
Klimawandel bedroht die Zukunft von Kindern
Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro vor rund 20 Jahren diskutieren die Regierungen der Welt über ein Abkommen zum Schutz des Klimas. Doch Fakt ist: Das Weltklima verändert sich; Überflutungen, Dürren, Stürme und Hitzewellen bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschheit. Am schwersten trifft es die Armen, die sich vor den Auswirkungen des Klimawandels am wenigsten schützen können. Vor allem Kinder in Afrika, Südasien und Lateinamerika leiden unter Wassermangel, Hunger, Krankheiten und Katastrophen.
Heute ist bereits jedes zweite Opfer wetterbedingter Naturkatastrophen ein Kind. Viele für Kinder lebensbedrohliche Krankheiten werden sich durch den Klimawandel ausbreiten, denn Durst und Mangelernährung wirken sich auf Menschen, deren Körper noch im Wachstum sind, besonders verheerend aus.
Der Klimawandel verstärkt Wetterextreme. Das Eis der Pole und Gletscher wird schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Trockenzonen drohen noch trockener zu werden. In den tropischen Gebieten ist hingegen mit mehr Überschwemmungen zu rechnen.
»Zwischen Reden und Tun liegt das Meer«, sagt ein italienisches Sprichwort. Mit anderen Worten: Das Wissen darüber, was geschehen muss, um die Erde zu erhalten, ist da, aber das Handeln fehlt. Dazu ruft terre des hommes mit der Kampagne für Ökologische Kinderrechte auf- damit es nicht so weiter läuft, wie es der Philosoph Peter Sloterdijk beschreibt: »Die Vernunft der Menschen erschöpft sich in dem Bemühen, Arbeitsplätze auf der Titanic zu erhalten.«
Über Klimawandel, Wasser und Kinderrechte haben terre des hommes und German Watch im Jahr 2011 eine Studie erstellt. Download als PDF-Dokument
Ihr Ansprechpartner

Jonas Schubert
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-106
eMail: j.schubert@tdh.de
Zahlen
- Prognosen zufolge wird durch den Klimawandel in den nächsten 40 Jahren die Zahl unterernährter Kinder in Afrika um zehn Millionen steigen.
- Jährlich werden zwischen zwei und drei Millionen Pestizidvergiftungen registriert. Die Zahl der Toten wird auf 20.000 bis 40.000 geschätzt.
- 99 Prozent der Menschen, die an Pestizidvergiftungen sterben, kommen aus Ländern des Südens, obwohl dort nur ein Viertel der weltweit produzierten Pestizide eingesetzt werden.
- Jedes Jahr verlieren etwa 1,5 Millionen Kinder ihr Leben auf Grund von Magen- und Darmerkrankungen. In den meisten Fälle ist die Ursache dafür verunreinigtes Trinkwasser.
- Rund zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Atemwegserkrankungen. Über die Hälfte davon sind umweltbedingt, zum Beispiel durch offenes Feuer und Rauch in Innenräumen.
- Im Amazonasbecken werden durch Goldminen jedes Jahr mindestens 130 Tonnen Quecksilber in die Umwelt abgegeben. Der Mensch nimmt Quecksilber beispielsweise über den Verzehr von Fisch auf – in vielen Regionen ein Grundnahrungsmittel. Das führt zu akuten oder chronischen Vergiftungen führt, besonders im Nervensystem eines Fötus.




