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Bolivien: Leben ohne Gift

Im terre des hommes-Projekt lernen die Jugendlichen Alternativen zum Einsatz von Pestiziden - (c) H.-M. Große-Oetringhaus
Im terre des hommes-Projekt lernen die Jugendlichen Alternativen zum Einsatz von Pestiziden

Aida Orellama fährt mit ihrer Hand vorsichtig über die Blätter der Radieschen, bevor sie sie herauszieht. Heute ist Erntetag in ihrem Schulgarten. Die Schülerin der Primarschule von Itapaya ist stolz auf das gute Ergebnis. Ihre Lehrerin kennt auch den Grund dafür: In dem selbst angelegten Gemüsegarten werden keine Pestizide, sondern nur natürlicher Dünger und natürliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Die Praxis in Bolivien sieht ganz anders aus: Im bolivianischen Tiefland des Chapare werden die Pflanzen in der Regel chemisch behandelt, immer mehr Schädlinge werden resistent, weshalb dann noch mehr Pestizide eingesetzt werden müssen. Männer mit Kanistern auf dem Rücken, die Spritzdüse vor sich hertragend, sind allgegenwärtig. Und wenn die Bananenplantagen zu groß sind, werden auch kleine Flugzeuge zum Besprühen über die Monokulturen geschickt. Die Auswirkungen auf die Menschen sind gravierend: Sie atmen die Gifte ein und verzehren die Früchte, in die sich die Gifte eingelagert haben.

Keine Kontrollen
Wie gefährlich die Pestizide sind, scheint den Menschen kaum bewusst. Dabei sind die Folgen unübersehbar: Kopfschmerzen, Erbrechen, Herzprobleme und Hautkrankheiten sind die ersten Symptome. Über die langfristigen Folgen der Vergiftung durch Pestizide gibt es noch keine Untersuchungen im Land. Die Mehrheit der Kranken kommen aus Bauernfamilien, die weder die Gelegenheit noch das Geld haben, einen Arzt aufzusuchen.
Der terre des hommes-Projektpartner CEIISA unterstützt Schulen beim Anlegen von Schulgärten, die frei von chemischen Giften sind. Hier lernen die Kinder das Kompostieren, die Pflege der Pflanzen und auch die Herstellung alternativer Pflanzenschutzmittel aus Asche, Peperoni und anderen natürlichen Stoffen. Beatriz Cheque Guzmán ist Leiterin des CEIISA-Zentrums im Chapare.

Alternativen zum Pestizideinsatz
»Kinder sind am meisten betroffen«, sagt sie. »Deswegen müssen wir mit ihnen Alternativen zum Einsatz von Pestiziden entwickeln.« CEIISA betreut fünf Schulen in verschiedenen Orten, gibt Beratung und praktische Hilfe. Die Organisation bietet Workshops für Schüler, Lehrer und Eltern an. Die Kinder nehmen die neuen Ideen mit nach Hause und ihre Eltern wenden sie auf ihren Feldern und in ihren Gärten an. Die Arbeit von CEIISA trägt bereits Früchte: Aida führt durch die Felder ihres Onkels. »Der arbeitet schon ohne Pestizide«, erklärt sie, fügt aber sofort kritisch hinzu: »Aber er pflanzt die Kartoffeln immer noch in Monokultur an.« Aida weiß, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist, doch ein erster Schritt in eine unvergiftete Zukunft ist getan.

Mit Ihrer Spende von 28 Euro kann ein Rucksack mit Unterrichtsmaterial zum Thema Pestizide und Ökö-Anbau in der Klasse verteilt werden. 420 Euro werden benötigt, um einen Schulgarten mit Bio-Gemüse anzulegen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende für Kinder!

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Ihre Ansprechpartnerin

Doris Wächter
Spenderbetreuung
Telefon: 05 41 / 71 01-128
eMail: spenden@tdh.de