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Projekte

Staubige Kindheit

Knochenjob: In Indien arbeiten viele Kinder in Steinbrüchen - © C. Hartmann/terre des hommes
Knochenjob: In Indien arbeiten viele Kinder in Steinbrüchen

Indien: Kinderkrippe am Rande der Steinbrüche

Es herrscht ein ohrenbetäubender Lärm. Männer, Frauen und Kinder klopfen Steine, brechen große Felsbrocken oder schleppen Gesteinsreste fort. Ihre Gesichter und Hände sind mit Staub bedeckt. Es ist ein typisches Bild für Bundi. In der Stadt im indischen Bundesstaat Rajasthan gibt es mehr als 50 Steinbrüche. Der Lohn für den Knochenjob reicht oft nicht aus, um die Familien zu ernähren. Deshalb ist Kinderarbeit sehr verbreitet.

Hohes Gesundheitsrisiko

Schon Kleinkinder sieht man unter dichten Staubwolken spielen. Eltern bringen ihre Kinder häufig mit in die Steinbrüche. Und so wachsen Jungen und Mädchen – mangels Alternativen – von klein auf zu Kinderarbeitern heran.
Die Folge: Viele Kinder leiden bereits in jungen Jahren an Atemwegs- und Hauterkrankungen, Durchfall und Wachstumsstörungen.

Krippe der Hoffnung

terre des hommes unterstützt die Organisation »Mine Labour Protection Campaign« (MLPC), die Krippen und Abendschulen in Bundi gebaut hat. 300 Kinder lernen und spielen in den Krippen. Diese Kinder sind sogenannte »Erstlerner«, d.h., es sind die ersten in der Familie, die lesen und schreiben lernen. In ihrem Zuhause gibt es weder Stifte noch Papier, keine Zeitungen und keine Bücher. Kinder ab fünf Jahren erhalten in Abendschulen Unterricht und werden danach in öffentliche Schulen eingeschult. Alle Mädchen und Jungen bekommen eine nahrhafte Mahlzeit und werden medizinisch versorgt. Mit der Einrichtung der Kinderkrippen ist ein Anfang gemacht, den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Bitte unterstützen Sie unsere Projekte für Kinder in den Steinbrüchen mit Ihrer Spende.

terre des hommes fordert von der Natursteinindustrie die Beendigung ausbeuterischer Kinderarbeit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Erwachsene.

Arbeiten für die Schule

Mädchen schleppt Verkaufswaren für den Markt.
Mädchen auf dem Markt: Viele Kinder müssen zum Familieneinkommen beitragen.

Nicaragua: Eine Chance für arbeitende Kinder

Sechs Uhr morgens auf dem Markt von Jinotega. Waren werden angeliefert, Händler bauen ihre Stände auf. Wie jeden Morgen ist auch Mariela schon hier. Die Neunjährige trägt eine Schüssel mit Tortillas. An den Essensständen geht sie von Tisch zu Tisch und bietet die Maisfladen an. Die Schüssel ist so schwer, dass sie sie kaum heben kann. Das ist nicht so schlimm, sagt sie, »wenn ich welche verkauft habe, geht es besser.« Nachmittags sitzt Mariela zusammen mit anderen Kindern an einem langen Tisch im Club Infantil und büffelt Mathematik. Die Kinder arbeiten den Unterrichtsstoff der Schule nach. Der terre des hommes-Projektpartner Tuktan Sirpi betreibt den Club Infantil, den Kinderclub. Seit vielen Jahren setzt sich die Organisation in Jinotega dafür ein, dass arbeitende Kinder die Chance auf eine Schulbildung bekommen. Denn viele Kinder müssen arbeiten, um ihre Eltern zu unterstützten. Häufig brechen sie dann die Schule ab. Die Räumlichkeiten des Club Infantil befinden sich direkt neben den Markthallen und sind eine Anlaufstelle für Kinder, die hier arbeiten.


Mädchen sitzen in der Schule und holen versäumten Lehrstoff nach.
Mariela und ihre Freundin in der Abendschule: Hier wird versäumter Lehrstoff nachgeholt

Überzeugungsarbeit ist nötig

Mariela geht in einen Spätunterricht, den die Gemeinde speziell für arbeitende Kinder eingerichtet hat. Viele Eltern möchten nicht, dass ihre Kinder zur Schule gehen, weil dadurch das Familieneinkommen sinkt. So auch Marielas Eltern: Erst die Mitarbeiter des »Club Infantil« überzeugten sie vom Sinn einer schulischen Ausbildung, so dass sie das Mädchen inzwischen dabei unterstützen. Auch weil Mariela weiterhin arbeitet und jeden Tag etwas Geld nach Hause bringt. »Das ist nicht viel, aber nur so kommt meine Familie über die Runden«, sagt sie. »An Schule wäre sonst überhaupt nicht zu denken.« Eine doppelte Belastung für Mariela: Jeden Morgen steht sie um halb fünf auf, um mit ihrer Mutter die Tortillas vorzubereiten. Abends nach dem Unterricht fällt sie todmüde ins Bett. »Es ist schon anstrengend«, sagt sie. »Aber es fällt mir viel leichter, weil ich weiß, dass ich jetzt wieder die Möglichkeit habe, in die Schule zu gehen.«

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Sie möchten ein Projekt für arbeitende Kinder unterstützen und haben Fragen dazu? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Ihre Ansprechpartnerin

Doris Wächter
Spenderbetreuung

Telefon: 05 41 / 71 01-128
eMail: spenden@tdh.de