
Erfolgreiche Protestaktion
Die Bundeswehr hat gemeinsam mit dem Jugendmedium Bravo bei Kindern und Jugendlichen um Nachwuchs geworben. Motto: »Action, Abenteuer und jede Menge Fun«. terre des hommes hat dagegen protestiert, dank der Hilfe vieler Unterstützer hatte die Aktion eine breite Resonanz in der Öffentlichkeit. Auch im Bundestag wurde das Thema diskutiert. Ergebnis der Aktion: Die Bravo nahm einen verharmlosenden Werbefilm aus dem Netz und suchte das Gespräch mit terre des hommes.
Der hinter der Bravo stehende Bauer-Verlag hat mitgeteilt, dass die Bravo auch im nächsten Jahr Werbung für die Bundeswehr machen wird. Nach Infos der Bundeswehr hat der Bauer-Verlag dafür für das Jahr 2012 215.000 Euro bekommen. Die Camps hat sich die Bundeswehr weitere 40.000 Euro kosten lassen. terre des hommes bleibt am Thema dran und wird erneut aktiv, sollte die Bundeswehr weiter in Jugendmedien für unter 18-Jährige werben. Vielen Dank noch einmal für die Unterstützung.
Die Protestaktion
»Coole Beach-Partys, crazy Strandspielen und jede Menge Fun« – Mit einer fragwürdigen Werbekampagne wollte die Bundeswehr im Sommer 2012 neue Rekruten gewinnen: Mädchen und Jungen ab 16 konnten sich für ein »BW-Adventure Camp« entweder auf Sardinien oder bei den Gebirgsjägern in den Alpen bewerben und ihren potenziellen Arbeitgeber kennenlernen. Geworben wurde mit Slogans wie »Action, Adrenalin, Abenteuer«. Unterstützt wurde die Bundeswehr von der Jugendzeitschrift Bravo, die die Kampagne unter anderem auf Bravo WebTV und Bravo Sport.de bewarb. Die Zielgruppe der Bravo ist zwischen zehn und 19 Jahren alt. Diese einseitige Werbung verstößt gegen die Kinderrechtskonvention, nach der Minderjährige grundsätzlich nicht für den Militärdienst angeworben werden dürfen und Kinder zu Frieden, Toleranz und Völkerverständigung erzogen werden sollen. terre des hommes forderte Bravo und die Bundeswehr auf, ihre Werbung bei Minderjährigen unverzüglich zu beenden.
Der Werbespot von Bravo und Bundeswehr auf Youtube wurde recht schnell von YouTube entfernt. Wer dennoch einen Eindruck bekommen möchte, kann sich ein ähnliches Video über ein erstes Treffen der Teilnehmer des Bundeswehr-Adventure-Camps 2012 ansehen.
Oder die Satire dazu: das NDR-Magazin Extra 3
hat ein Video produziert, bei dem lediglich die Bilder ausgetauscht wurden.
Die Bundeswehr wirbt bei Kindern und Jugendlichen: Weitere Informationen zum Thema
Ihr Ansprechpartner

Ralf Willinger
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-108
eMail: r.willinger@tdh.de
Zahlen
- 340.000 Jugendliche erreichte die Bundeswehr 2010 alleine durch Werbeveranstaltungen an Schulen.
- 23.000 neue Rekruten brauchte die Bundeswehr 2009, konnte aber nur 21.000 rekrutieren. Der Druck wird aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht weiter steigen.
- Rund 1.000 freiwillige 17-Jährige werden jedes Jahr rekrutiert.
- Seit 1998 gab es bei Auslandseinsätzen mehr als 91 tote und 157 verwundete Bundeswehrsoldaten, darunter viele unter 25 Jahren. Viele mehr sind psychisch traumatisiert.
- Die Einflussnahme der Bundeswehr bei der Lehrerausbildung steigt: Im Jahr 2009 nahmen 1.100 Referendare und 3.300 Lehrer an Lehrveranstaltungen der Bundeswehr teil.
- Die verfügbaren Haushaltsmittel für die Nachwuchswerbung der Bundeswehr sind von neun Millionen Euro (1998) auf 27 Millionen Euro (2010) gestiegen.





