
Projekte
Thailands vergessene Kinder

- Spielen und Entspannen gehört zum Therapieprogramm im CPCR-Schutzzentrum
Tatort Bangkok
In einem Hotel im Rotlichtviertel der Hauptstadt sollen zwei Kinder regelmäßig von Pädophilen missbraucht werden. Gemeinsam mit einem Sozialarbeiter der »Stiftung zum Schutz der Kinderrechte« entschließt die Polizei, dass die beiden Kinder im Schutzzentrum der Stiftung aufgenommen werden, wenn sich die Befürchtungen bestätigen sollten.
Rat und Tat
Dass Polizisten die Mitarbeiter der Stiftung um Rat fragen, ist keine Seltenheit. Das »Center for Protection of Chrildren's Rights« (CPCR) genießt mittlerweile hohes Ansehen: Vor mehr als 20 Jahren wurde die Stiftung mit dem Ziel gegründet, Kinder vor Ausbeutung und Kinderarbeit zu schützen. Angesichts der wachsenden Zahl sexuell missbrauchter Kinder in Thailand richtete man die ersten Betreuungseinrichtungen für die Opfer ein. Heute unterhält das CPCR in Bangkok ein Rehabilitationszentrum und zwei Schutzzentren. Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei und 18 Jahren werden hier betreut. Im Rehabilitationszentrum werden auch Kinder behandelt, die Opfer familiärer Gewalt geworden sind.
Jeder Fall ist anders
Nach der Aufnahme im Schutzzentrum werden die Kinder medizinisch untersucht und behandelt. Gleichzeitig versuchen Sozialarbeiter, die Umstände des Missbrauchs aufzuklären und die Eltern der Kinder ausfindig zu machen. Die Familienangehörigen werden von Beginn an in die Therapiearbeit einbezogen. Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeiter helfen den Kindern, die traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten. »Jeder Fall«, so Sanphasit Kumphapan, Direktor der Stiftung, »ist anders. Deshalb müssen wir für jedes Kind einen individuellen Therapieplan entwickeln«. Depression, Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität und Weinkrämpfe seien die häufigsten Symptome. »Es dauert sehr lange«, sagt Direktor Kumphapan weiter, »bis die Kinder Vertrauen fassen und über ihre Erfahrungen sprechen können.«. Einige Kinder können die Einrichtung nach sechs Monaten verlassen, bei anderen dauert die Therapie oft mehr als zwei Jahre. Oberstes Ziel der Stiftung ist es, den Kindern wieder ein normales Leben in ihren Familien zu ermöglichen. Das CPCR unterhält auch ein Netz von Pflegefamilien. Kinder, die nicht zu ihren Eltern zurückkehren können, finden hier ein neues Zuhause.
Im vergangenen Jahr konnten 59 Kinder im Zentrum behandelt werden. 14 Kinder kehrten nach Abschluss der Therapie in ihre Familie zurück. Im Rehabilitationsprogramm wurden zwölf Kinder behandelt, zehn wurden in Pflegefamilien untergebracht. 23 Jugendliche konnten als selbständig entlassen werden. Die Mitarbeiter des CPCR kümmern sich auch um die Nachbetreuung.
terre des hommes unterstützt die Arbeit des »Center for Protection of Chrildren's Rights« (CPCR) mit insgesamt 45.000 Euro.
Szenen der Gewalt
Simbabwe: Theater klärt über sexuellen Missbrauch auf
Schwatzen und lautes Kichern erfüllt den Saal in Mabvuku, einem Vorort der simbabwischen Hauptstadt Harare. Hunderte von Kindern warten gespannt darauf, dass es endlich anfängt: das Theaterfestival.
Gewalt ist Alltag
Für die Kinder aus Mabvuku ist das Theater eine willkommene Abwechslung zu ihrem Alltag. Sie wachsen in einem Klima voller Angst und Unsicherheit auf. Die innenpolitischen Spannungen in Simbabwe wachsen und mit ihr die Gewalt – auch gegen Kinder. Frustrierte Väter und Lehrer, aggressive Polizisten oder Nachbarn, schlagen häufig zu. Und immer wieder kommt es auch zu sexuellen Übergriffen und gezieltem Missbrauch.
Das Schweigen brechen
terre des hommes unterstützt die Arbeit des einheimischen »Community Arts Project« (CAP). Die Organisation hat mit Kindern und Jugendlichen Szenen eingeübt, die davon erzählen, wie Mädchen von Lehrern oder Onkeln, Jungen von weiblichen Verwandten missbraucht werden. Das Motto des Theaterfestivals: »Breaking the Silence« (Das Schweigen brechen).
»Die Stücke reflektieren authentisch, was die Kinder durchmachen müssen. Sie stellen ihre eigenen Erfahrungen dar, zeigen aber auch, was die Kinder von uns Erwachsenen erwarten – von der Polizei, den Gerichten und von ihrem sozialen Umfeld«, betont Fortune Rego, Direktor von CAP und selbst Regisseur und Schauspieler.
Die Botschaft aller Stücke ist eindeutig: Sexuelle Gewalt an Kindern verdient null Toleranz. Und so lernt auch das Publikum: Um Kinder vor zukünftigem sexueller Gewalt zu schützen, muss jede Tat angezeigt werden.
Sie möchten Projekte zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt unterstützen und haben Fragen dazu? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Ihre Ansprechpartnerin

Doris Wächter
Spenderbetreuung
Telefon: 05 41 / 71 01-128
eMail: spenden@tdh.de



