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Mein Kind soll nicht auf der Straße landen
Bolivien: Geduld und Lernangebote für Straßenkinder und junge Paare
»Auf der Straße zu leben heißt Hunger zu haben, beraubt zu werden«, beschreibt der 17-jährige Oscar sein Leben in der bolivianischen Großstadt Cochabamba. »Es gibt Kämpfe untereinander, man verletzt sich.« Helfer gebe es auf der Straße viele: »Sie suchen uns auf, geben uns Kakao und Brot. Und dann vergessen sie dich«, klagt Anahi, die Mutter von Oscars Kind. Doch Edgar, Mitarbeiter der terre des hommes-Partnerorganisation PAI Tarpuy, war anders: Er kam wieder und kümmerte sich um die junge Familie.
Vertrauen aufbauen
»Wir teilen mit ihnen das Essen, spielen mit ihnen. Man muss sie erst verstehen lernen, um Alternativen anbieten zu können«, erklärt der Sozialarbeiter. Er sucht Möglichkeiten, die jungen Leute aus der Gruppe und dem Drogenkonsum herauszulösen und ihnen etwas Sinnvolles beizubringen. Am Anfang bringen Handarbeiten, Sport oder künstlerische Aktivitäten kleine Erfolgserlebnisse. Darauf aufbauend vermittelt PAI Tarpuy Plätze, wo die Straßenkinder schreinern oder Brot backen lernen – Tätigkeiten, mit denen sich auch Geld verdienen lässt.
Eine Perspektive für die junge Familie
Auf der Straße leben zunehmend ganze Familien. »Viele Jugendliche können ihren Babys keine Zuneigung geben, weil sie selbst keine erfahren haben«, sagt Edgar. »Manchmal geschieht es aber doch, weil Eltern dem Kind das ersparen wollen, was sie selbst erlebt haben.« So wie bei Anahi. »Die träumt nur davon, ihr Kind gut zu erziehen«, meint Oscar und die sonst schweigsame Mutter antwortet bestimmt: »Ja, ich will etwas arbeiten und mein Kind unterhalten. Es soll nicht auf der Straße landen.« Deshalb haben Oscar und sie sich von Streetworker Edgar überzeugen lassen, in ein staatliches Wohnheim für Straßenkinder zu ziehen.
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Doris Wächter
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