Wir unterstützen Kinder in El Salvador

Auch wenn der Bürgerkrieg in El Salvador nominell seit den 1990er Jahren beendet ist, herrscht in dem mittelamerikanischen Kleinstaat nach wie vor eine Kultur der Gewalt. Die Mordraten übersteigen mittlerweile sogar die des Bürgerkrieges; gemessen daran ist El Salvador eines der gewalttätigsten Länder der Welt.

Ein Großteil der Gewalt geht von kriminellen Gruppen, den sogenannten »Maras«, aus. Diese Banden haben mittlerweile mafiöse Strukturen aufgebaut und sind sogar international vernetzt. 2012 schlossen die Maras »Salvatrucha« und »Barrio 18« vorübergehend einen Waffenstillstand, was zu einer Verminderung der landesweiten Mordrate um 50 Prozent führte. Nach dem Bruch dieses Waffenstillstandes nahm die Gewalt wieder zu. Jugendliche werden in diesem Zusammenhang häufig als Gewalttäter stigmatisiert, sind in Wahrheit aber meist sowohl Täter als auch Opfer der Gewalt. Vertreibung und Flucht vieler Menschen aus ihrer angestammten Heimat, aber auch Verschleppungen zwecks Erpressung von Lösegeld sind die Folgen dieser Gewalt.

Programmschwerpunkte

Räume frei von Gewalt für Kinder und Jugendliche

Die Arbeit von terre des hommes in El Salvador konzentriert sich auf Präventionsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Es geht darum, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und die Familien und Gemeinschaften zu stärken. terre des hommes-Partnerorganisationen begleiten deshalb junge Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, und bieten ihnen und ihren Familien psychosoziale Betreuung und Unterstützung bei der Suche nach Gerechtigkeit. Präventiv finden im Rahmen jugendgerechter Aktivitäten wie Theater und Sport sowie im Schulunterricht Schulungs- und Aufklärungsprogramme statt, in denen Praktiken friedlicher Konfliktlösung vermittelt werden. Auch den Eltern werden gewaltfreie Erziehungsmethoden aufgezeigt. Zudem unterstützen die Partnerorganisationen die jungen Menschen bei der Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten und alternativen Lebenswegen zur Kriminalität. Wichtig ist hierfür eine gute Schulbildung. Deshalb werden zum Beispiel After-School-Programme durchgeführt, die insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Stadtteilen durch Nachhilfe und sinnvolle Freizeitaktivitäten unterstützen.

Ausblick

Die Begleitung von Gewaltopfern sowie Gewaltprävention, aber auch Lobbyarbeit für die Rechte von Kindern und Jugendlichen werden auch in den kommenden Jahren in der Länderstrategie für El Salvador eine wichtige Rolle spielen müssen. Ein besonderes Augenmerk wird auf den gewaltsamen Verschleppungen und Vertreibungen liegen, die es einzudämmen und zu stoppen gilt.

Kinder lernen in der Schule unter freiem Himmel in San Salvador (c) terre des hommes

Schule unter freiem Himmel

Die »Colonia 22 de Abril« ist ein grauer Vorort San Salvadors. Wellblechhütten wechseln sich mit heruntergekommenen Häusern ab, Abwasser rinnt entlang der steilen Straßen ins Tal. Gewalt und Kriminalität sind an der Tagesordnung. mehr

Schutz für die indigene Bvölkerung in El Salvador (c) terre des hommes

Die Rechte der indigenen Bevölkerung

In der Region Sonsonate im Südwesten El Salvadors wird hochwertiger Export-Kaffee produziert. Trotzdem lebt die Mehrheit der hier lebenden Nahtua-Pipil-Indianer in extremer Armut. mehr

Hilfe für Kinder in El Salvador (c) terre des hommes

Verschleppte Kinder

Auch Jahrzehnte nach Ende des Bürgerkriegs sind in El Salvador Verschleppungen an der Tagesordnung. Die Organisation Pro Búsqueda hilft den Angehörigen von Verschleppungsopfern und übt politischen Druck aus, dass die Täter ermittelt und bestraft werden. mehr