
Mädchen stärken

terre des hommes engagiert sich weltweit auch für Mädchen, denn gerade sie haben es in zweierlei Hinsicht schwerer als Jungen: Sie werden schlechter ernährt und seltener zur Schule geschickt und müssen häufig von klein auf für die Familie sorgen. Ohne Bildung und Wissen um ihre Rechte sind sie der Willkür von Familienoberhäuptern und Arbeitgebern ausgeliefert. Diese Mädchen haben kaum eine Chance, über ihr Leben selbst zu bestimmen.
Doch unsere Erfahrungen zeigen: Dort, wo es gelingt, Mädchen durch Bildung und Ausbildung zu stärken, entfalten sich neue hoffnungsvolle Perspektiven für jedes einzelne Kind und häufig für die ganze Gesellschaft.
terre des hommes fördert rund 50 Projekte, in denen Mädchen gezielt geholfen wird.
Projekte für Mädchen

Thailand: Fürs Leben gerüstet
Auch in Thailand ist terre des hommes mit dem Partner ACED
vor Ort. Dort herrscht vor allem auf dem Land so große Armut, dass viele Mädchen in der Prostitution die einzige Einnahmequelle sehen.
Die Zerstörung der Umwelt hat entscheidend zu dieser Not beigetragen. Wo der Wald zerstört wurde, schwemmt der Regen den fruchtbaren Boden davon und Ernteerträge bleiben aus. Die Menschen wissen häufig nicht mehr, wovon sie leben sollen.
Die Internatsschule des ACED-Zentrums nennen die Mädchen den Hügel der Hoffnung
. Hier entwickeln sie Selbstbewusstsein und Selbständigkeit. Sie erwerben einen Schulabschluss und Techniken des ökologischen Landbaus sowie die alte Tradition der Terrassenfelder. Nach der Ausbildung gehen viele Mädchen zurück in ihre Heimatdörfer und schaffen dort grüne Oasen: Ein Neuanfang für die bedrohte Natur und eine neue Lebensperspektive für die Mädchen.

Philippinen: Nakamata heißt aufgewacht
In der philippinischen Stadt Davao City leben 1,4 Millionen Menschen, davon sind fast die Hälfte Kinder. Niemand zählt die Mädchen, die gezwungen sind, auf der Straße zu überleben. Man schätzt, dass weit mehr als Zehntausend auf der Straße gelandet sind. Sie sind geflüchtet vor der Prügel betrunkener Väter, vor sexuellem Missbrauch, vor Armut und der Enge ihrer Behausungen. Doch auch auf der Straße müssen sie Stärke zeigen, um sich zu behaupten. Straßenkinder gelten häufig als gefährlich. Passanten beschimpfen die Mädchen als moralische Plage
, weil viele von ihnen Aids haben. Sie werden verachtet, stören das Straßenbild und landen daher häufig im Gefängnis.
Die Gewalt ist allgegenwärtig: Die Straßen sind voller Gefahren. Für Zuhälter und Mädchenhändler sind Kinder nur eine Ware, die hohe Gewinne verspricht. Zudem bekämpfen sich Mädchengangs gegenseitig, weil sie nur so ihre Interessen durchzusetzen gelernt haben. Ihr Leben wirkt hoffnungslos. Doch das ist es nicht.

Mutige, engagierte Mädchen
Eine Gruppe von Mädchen hat sich das Ziel gesetzt, die Gewalt zwischen den Banden zu beenden. Gemeinsam gründen sie das Selbsthilfeprojekt Nakamata. Im Zentrum unseres Projektpartners Tambayan
finden diese Mädchen Schutz und bekommen Rat zu Gesundheitsfragen und Ausbildungsmöglichkeiten. An diesem Ort werden sie respektiert und bauen neues Selbstvertrauen auf. Die Mädchen geben sich klare Regeln für einen menschlichen Umgang und gestalten ihre Freizeit sinnvoll, anstatt sich zu bekämpfen. Die Gewalt im Stadtviertel hat deutlich nachgelassen.
Unser Partner Tambayan unterstützt schon die zweite Generation von Kindern bei Nakamata. Die Mädchen organisieren Jugendcamps für Frieden und Gerechtigkeit, nehmen an einer Anti-Aids-Kampagne teil und beteiligen sich an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf den Philippinen.
Machen Sie Mädchen stark!
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