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»Jugendlawine« diskutiert mit Kinderkommission

Zwei Vertreter des deutschen Jugendnetzwerks von terre des hommes, der »Jugendlawine«, debattierten am 27. April 2016 mit Mitgliedern der Kinderkommission des Bundestages über die aktuelle Situation von geflüchteten Kindern in Deutschland. In einem offenen Gespräch mit den Abgeordneten drückten Joshua Hofert und Friederike Kalb ihre Sorge darüber aus, dass die schwere Situation von geflüchteten Kindern nicht zusätzlich durch Gesetzgebung und Überlastung der Kommunen und Behörden erschwert wird: „Es kann keine Frage der Kosten sein, ob Flüchtlingskinder eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung erhalten, einen Platz in der Kita oder Schule bekommen“, so Hofert, zugleich Mitglied der Jugendlawine und des Präsidiums von terre des hommes. „Die Kinderrechtskonvention sagt eindeutig, dass alle Kinder, egal welcher Herkunft, die gleichen Rechte haben.“  

Friederike Kalb, Sprecherin des Jugendnetzwerkes von terre des hommes, betonte, dass es auch die Familien entlastet, wenn Flüchtlingskinder einen Kindergarten oder eine Schule besuchen: „Kinder sind grundsätzlich offen und neugierig. Sie freuen sich, andere Kinder kennenzulernen und am Leben in Deutschland teilzunehmen.“

Die anwesenden Abgeordneten der Kinderkommission hoben hervor, dass sie kontinuierlich Stellung für die Kinderrechte und das Kindeswohl beziehen – auch innerhalb der Fraktionen. In einer weiteren Sitzung soll der Schwerpunkt auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelegt werden. Zudem wird es Ende Juni ein öffentliches Fachgespräch zu der aktuell zur Debatte stehenden Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG/SGB VIII) geben. Sie unterstrichen, dass das Gesetz nicht ausgehöhlt werden darf und Jugendhilfestandards für Flüchtlingskinder nicht abgesenkt werden dürfen.

Es gab Einigkeit darüber, dass die Situation von Flüchtlingskindern immer wieder in die öffentliche Diskussion eingebracht werden muss, um das Bewusstsein für die Lage und die Rechte geflüchteter Kinder zu schärfen. terre des hommes und die Kinderkommission werden darüber im Austausch bleiben.

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