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Entwicklungshilfe für das eigene Land

Deutschland erreicht das internationale 0,7-Prozent-Ziel und ist zugleich größter Empfänger seiner eigenen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit

12.04.2017 - Die Bundesregierung hat nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2016 das internationale Ziel erreicht, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Finanzierung von Entwicklungshilfemaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Das Problem: ein Viertel der vermeintlichen Entwicklungsgelder sind in Wahrheit Ausgaben im Inland.

Bei der Berechnung dieser Quote hat die Bundesregierung, wie andere Länder auch, die Kosten für die Betreuung von Flüchtlingen im ersten Jahr ihres Aufenthaltes in Deutschland einbezogen. Im Jahr 2015 hatte die Bundesregierung die Berechnung der Entwicklungsfinanzierung geändert, um mehr Ausgaben für die Kosten von Geflüchteten einzurechnen.

»Die Erreichung des 0,7-Prozent-Ziels im Wahljahr ist eine Luftnummer«, sagte Jörg Angerstein, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Über ein Viertel der Gesamtausgaben in Höhe von 24,67 Milliarden Euro sind Ausgaben für Flüchtlingskosten im Inland. Die Versorgung und Integration von Flüchtlingen in Deutschland ist wichtig, aber die Aufwendungen können nicht gegen Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut in deren Herkunftsländern aufgerechnet werden. Sie helfen den Menschen vor Ort nicht und ändern nichts an deren Lebensbedingungen. Es bleibt daher dringend notwendig, mehr Mittel in eine nachhaltige Entwicklung in den armen Ländern zu investieren.«

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