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Menschen schützen statt Asylverfahren auslagern!

Zu Weltflüchtlingstag und Ministerpräsident*innenkonferenz am 20. Juni
Trauriger Höchststand: 47 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit auf der Flucht!

19.06.2024 – Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind aktuell 120 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, darunter 47 Millionen Kinder und Jugendliche. »Das ist ein trauriger Höchststand«, erklärt Joshua Hofert, Vorstandssprecher der Kinderrechtsorganisation terre des hommes. »Geflüchtete Kinder brauchen Schutz, erfahren stattdessen jedoch an vielen Außengrenzen der Europäischen Union Abschottung und Misshandlung. Dabei fliehen sie vor Krieg, Gewalt, Umweltzerstörung und Perspektivlosigkeit. Wir dürfen niemals vergessen: Jedes dieser Kinder hat einen Namen, ein Schicksal und vor allem das Recht, Schutz zu finden. Es ist unsere humanitäre Verantwortung, diesen Kindern eine Zukunft zu bieten.«

Anlässlich der ausgerechnet am Weltflüchtlingstag stattfindenden Konferenz der Ministerpräsident*innen (MPK) mit Bundeskanzler Olaf Scholz warnt terre des hommes vor den aktuellen Überlegungen, Asylverfahren in Drittstaaten auszulagern. »Die Idee der Auslagerung von Asylverfahren, die auch auf der MPK beraten wird, ist aus kinderrechtlicher Perspektive höchst problematisch«, so Joshua Hofert. »Diese Kinder fliehen oft aufgrund von schlimmen Kinderrechtsverletzungen wie Zwangsrekrutierung, Kinderheirat oder Verfolgung. Nach einer oftmals sehr belastenden Flucht müssen sie Schutz finden, anstatt in einen anderen Staat weitergeschoben zu werden, wo ihnen neue Kinderrechtsverletzungen drohen.« In einem gemeinsamen offenen Brief fordert terre des hommes deshalb mit über 300 weiteren Organisationen anlässlich der MPK Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsident*innen auf, den Plänen zur Auslagerung von Asylverfahren eine klare Absage zu erteilen und sich stattdessen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft für eine zukunftsfähige Aufnahme von Schutzsuchenden in Deutschland stark zu machen.

»Wir sehen in unseren Projekten an den EU-Außengrenzen seit Jahren eine schreckliche humanitäre Situation für geflüchtete Kinder und Jugendliche«, so Joshua Hofert. »Das ist auch ein Ergebnis bisheriger Versuche zur Auslagerung des Flüchtlingsschutzes, zum Beispiel als Folge der EU-Türkei-Erklärung. Geflüchtete junge Menschen in unseren Projekten erzählen uns, wie sie oder ihre Begleitpersonen schwer misshandelt oder in Haft genommen werden. Es darf nicht sein, dass der ohnehin kaum existierende Flüchtlingsschutz auch noch an Länder ausgelagert wird, in denen womöglich menschenrechtliche Standards überhaupt keine Rolle spielen. Bisherige Versuche zeigen, dass sie zu mehr Leid bei den Betroffenen und Menschenrechtsverletzungen führen, nicht funktionieren und extrem teuer sind.  Wir appellieren deshalb an den Bundeskanzler und die Ministerpräsident*innen, echte Lösungen zu finden, die die Rechte schutzsuchender Kinder in Deutschland und an den EU-Außengrenzen wahren. Eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht Vielfalt, Offenheit und ein konsequentes Einstehen für die Menschenrechte für alle«, so Hofert. 

Die Kinderrechtsorganisation terre des hommes setzt sich weltweit für die Rechte geflüchteter Kinder und Jugendlicher ein. terre des hommes unterstützt Projekte von Partnerorganisationen zur Selbstorganisation geflüchteter Minderjähriger, zur psychosozialen Versorgung oder zur Verbesserung ihrer Unterbringungssituation. Daneben setzt sich terre des hommes auf politischer Ebene für die Durchsetzung der Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention gegenüber Bundesregierung, Europäischer Union und Vereinten Nationen ein.

Weitere Informationen:

  • Aktionsseite Kinderrechte an den EU-Außengrenze inklusive Studie „Vor Mauern und hinter Gittern“ zur Situation an den europäischen Außengrenzen, Video Statements mit Geschichten von jungen Geflüchteten und Aktionsleitfäden zur Organisation von Veranstaltungen zum Thema: Kinder auf der Flucht: Kinderrechte an den EU-Außengrenzen (tdh.de)
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