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Die Corona-Krise trifft die Ärmsten

Die Ausbreitung des Corona-Virus trifft die ganze Welt. In fast allen Ländern hat sich der Alltag in wenigen Tagen drastisch verändert, Schulen sind geschlossen und die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben und sich und ihre Familien zu schützen. Doch viele Menschen haben kaum eine Chance: Obdachlose und Straßenkinder in Deutschland wie in anderen Ländern haben keinen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Arme Menschen in den großen Städten der Welt leben in drangvoller Enge in Slums. Sie haben oft kaum genug sauberes Wasser zum Trinken, geschweige denn zum häufigen Händewaschen. Tagelöhner können keine Vorräte kaufen und müssen hungern. In vielen Staaten ist das Gesundheitssystem nicht in der Lage, größere Zahlen von Kranken zu versorgen. »Wir müssen jetzt solidarisch handeln, für uns und für andere Menschen. Wir können die Pandemie nur stoppen und die Auswirkungen mildern, wenn auch die armen Menschen sich schützen können. Sie brauchen dringend unsere Hilfe«, sagte Birte Kötter, Vorstand Kommunikation von terre des hommes.

Unsere Partner helfen Kindern und ihren Familien, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu überleben. Sie informieren Kinder und Jugendliche über das Virus und erklären, wie sie sich schützen können. Sie versorgen mangelernährte und chronisch kranke Kinder mit den notwendigen Lebensmitteln und Medikamenten. Gemeinsam mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und Schutzzentren sorgen sie dafür, dass arme Menschen medizinisch versorgt werden.

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Hilfe in Afghanistan

In Afghanistan sind Schulen geschlossen und Versammlungen verboten. Viel mehr Schutz kann die Regierung den Menschen hier kaum bieten. Denn in dem kriegsgeplagten Land ist das Gesundheitssystem marode, es gibt viel zu wenig Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitsstationen. Für das ganze Land stehen lediglich vier Beatmungsgeräte in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kabul zur Verfügung. Besonders schwierig ist die Situation in der Provinz Herat an der Grenze zum Iran: In den letzten Monaten sind 64.000 Afghaninnen und Afghanen aus dem Exil im Iran zurückgekehrt – niemand weiß, wie viele von ihnen mit dem Corona-Virus infiziert waren. Der Iran ist weltweit eines der am stärksten betroffenen Länder. »An den Grenzen wurde nicht getestet«, berichtet der terre des hommes-Projektpartner Pater Stan. Die Rückkehrinnen und Rückkehrer aus dem Iran leben in Flüchtlingscamps und den Armenvierteln der Stadt Herat, in drangvoller Enge, häufig ohne Wasseranschlüsse und Strom.

terre des hommes sorgt jetzt in Herat dafür, dass Familien informiert werden und sich schützen können: Pater Stan und seine Hilfsorganisation, der Jesuit Refugee Service, schult 3.500 Jugendliche und informiert sie darüber, wie sie sich selbst und andere schützen können. »Wir fahren mit Lautsprechern durch die Orte und erklären den Menschen, wie gefährlich die Corona-Pandemie ist. Die Jugendlichen helfen uns und erklären den Leuten in ihren Stadtvierteln, dass wir alle Abstand halten und die Hände waschen müssen«, berichtet Pater Stan.

Die Frauenorganisation WASSA (Women Activities and Social Services) ist in den drei Provinzen Herat, Badghis und Ghor aktiv: Die Mitarbeiterinnen verteilen Hygiene-Kits, vor allem an Frauen, die mit ihren Kindern auf sich allein gestellt sind, weil die Männer im Krieg gefallen sind. Weil die meisten Frauen nicht lesen können, gehen die Mitarbeiterinnen ebenfalls mit Megafonen durch die Stadtviertel.

Beide Projektpartner stimmen sich mit den örtlichen Gesundheitsbehörden ab und planen gemeinsam weitere Hilfsmaßnahmen. Inzwischen hat die afghanische Regierung die Grenzen zum Iran und zu Pakistan geschlossen. »Das könnte gegen die Verbreitung des Virus helfen«, sagt Pater Stan. Allerdings verschärft die Grenzschließung die Versorgung mit Lebensmitteln: »In wenigen Tagen werden die Menschen hier Hunger leiden. Denn die Lebensmittelpreise steigen. Hier sind fast alle arm. Niemand kann sich Vorräte anlegen, viele Tagelöhner verdienen schon jetzt kein Geld mehr.«

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Hilfe in Südafrika

In der südafrikanischen Stadt Port Elizabeth hat der terre des hommes-Projektpartner Ubuntu seine alltägliche Arbeit stark umstellen müssen, denn auch in Südafrika herrschen Ausgangsbeschränkungen. Normalerweise empfängt Ubuntu in seinem Stadtteilzentrum zahlreiche Kinder aus armen oder mit Problemen beladenen Familen: Es gibt Gruppen für Kleinkinder, aber auch Hausaufgabenhilfe für die Älteren. Außerdem gibt es im Zentrum eine Gesundheitsstation, in der zum Beispiel HIV-Positive oder Schwangere behandelt und beraten werden.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Stadtteilzentrum zu einer Hilfe-Station für Betroffene geworden: Kinder und ihre Familien werden durch Aufklärung und die Verteilung von Masken und Hygiene-Artikeln vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt. 15.000 Menschen werden mit Lebensmitteln versorgt, denn viele Familien haben durch die Ausgangsbeschränkungen kein Einkommen mehr. Den Kindern macht insbesondere der Ausfall des Schulunterrrichts zu schaffen. Ubuntu sorgt deshalb für Online-Unterricht.
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Hilfe im Irak

»Danke, dass ihr nach uns fragt! Danke!«, sagt Hameed. Er lebt mit seiner Frau, fünf Kindern und drei Enkeln im Flüchtlingslager Berseve II in der autonomen Region Kurdistan im Irak. Zehn Menschen in einem Zelt, zurzeit ohne die Möglichkeit, das Camp zu verlassen. Denn seit Mitte März herrscht Ausgangssperre und die Camps sind abgeriegelt. Hameed und seine Familie gehören der religiösen Minderheit der Yesiden an und mussten 2014 vor dem Terror des Islamischen Staates (IS) fliehen. In den Städten Erbil, Dohuk und Sulaimaniya und in den 38 Flüchtlingscamps der Region leben noch rund 1,4 Millionen Binnenvertriebene und 250.000 Flüchtlinge, die vor dem IS oder dem Krieg in Syrien geflohen sind.

Seit der Ausgangssperre ist ihr Leben noch schwieriger geworden: In Berseve II haben Regierungsmitarbeiter für jede Familie ein Paket mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln gebracht: »Ein Karton, darin sind ein Kilo Reis, zwei Kilo Zucker, Öl, etwas Tee und Salz. Wir wissen nie, wann wir das nächste Mal so einen Karton bekommen«, berichtet Hameed. Er macht sich große Sorgen um die Gesundheit im Camp. »Wir haben noch keinen Corona-Fall hier, aber viele von uns sind sowieso angeschlagen. Vor allem die Kinder und die Frauen. Wir haben keinen Arzt und dürfen das Camp nicht verlassen. Was soll aus uns werden?«

»Die Menschen haben auf der Flucht Schreckliches erlebt, die wenigsten konnten ihre Erfahrungen verarbeiten. Die Ausgangssperre und die Angst vor dem Corona-Virus ängstigen sie jetzt noch zusätzlich, die innere Anspannung ist sehr, sehr groß«, sagt Bryar Baag, der Leiter der terre des hommes-Partnerorganisation Green Desert. Er betreut mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern traumatisierte Kinder in der autonomen Region Kurdistan und den Städten Mosul und Kirkuk. In den beiden Städten versorgt Green Desert mit Hilfe von terre des hommes zurzeit 1.400 besonders bedürftige Familien mit Lebensmittelpaketen. In den abgeriegelten Flüchtlingslagern ist das momentan nicht möglich. Mit aller Kraft halten die Mitarbeiterinnen von Green Desert dennoch den Kontakt aufrecht: Sie telefonieren mit ihren kleinen Patienten. »Das ist sehr wichtig für die Kinder und für die Familien, so haben sie wenigstens eine vertraute Ansprechperson.«

Hilfreich für die Fortführung der Traumaarbeit sind dabei auch das Internet und das Fernsehen: Green Desert hat 20-minütige Videos sowohl für Kinder verschiedener Altersgruppen als auch für Erwachsene angefertigt. Sie werden über YouTube, Facebook und eine wöchentliche Fernsehsendung verbreitet und klären sachlich über das Corona-Virus und die notwendige Hygiene auf. Aber auch Vorschläge zu Spielen und Beschäftigungsideen für die Kinder und Entspannungsübungen für alle sind im Programm.

Hilfe in Simbabwe

Trotz geringer Corona-Fallzahlen wurden in Simbabwe drastische Lockdown-Maßnahmen angeordnet und durchgesetzt, die die ohnehin extrem schwache Wirtschaft hart getroffen haben: Mittlerweile wird die Arbeitslosenquote auf 90 Prozent geschätzt, es gibt 7,7 Millionen Menschen, die auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, 71 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, die Inflationsrate liegt im Moment bei 900 Prozent.

Der informelle Sektor, der mindestens 60 Prozent der gesamten wirtschaftlichen Aktivitäten in Simbabwe ausmacht und die Ökonomie in den letzten Jahren getragen hat, ist aufgrund des Lockdowns in eine schwere Krise geraten. So wurden zum Beispiel viele öffentliche Märkte geschlossen, nur Lebensmittel dürfen weiter verkauft werden. Aber die meisten Menschen haben ihre mageren Ersparnisse längst aufgebraucht.

Unsere Partner haben auf die Situation reagiert, und wir unterstützen sie bei der Umstellung oder Ausweitung ihrer Hilfsmaßnahmen. So ist zum Beispiel das Community Arts Projekt (CAP), das sich normalerweise in den armen Vororten der simbabwischen Hauptstadt Harare mit Theaterpädagogik und Sport gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen engagiert, aktuell dabei, die größte akute Not zu lindern: In drei Armenvierteln werden 400 Haushalte mit Lebensmittelpaketen versorgt. Das heißt, dass etwa 1.200 Kinder, die auf sich allein gestellt sind, die bei den Großeltern aufwachsen, die keinen Vater mehr haben oder deren Eltern HIV-positiv und krank sind, Maismehl, Reis, Koch-Öl, Bohnen und Zucker bekommen.

200 Mädchen erhalten Hygiene-Päckchen mit Menstruationsbinden, Seife und Waschpulver. 40 Müttern oder Vätern, die durch die Anti-Corona-Maßnahmen keinerlei Einkommen mehr erwirtschaften können, wird gezeigt, wie sie mit der Herstellung von Masken oder Putzmitteln Geld verdienen können. Und last but not least: Die jugendlichen Freiwilligen, mit denen unsere Partnerorganisation seit vielen Jahren Theaterstücke gestaltet, verteilen nun Informationsmaterial für Kinder und Erwachsene, in dem erklärt wird, wie man sich vor Corona schützen kann.

Vor großen Herausforderungen steht auch unsere Partnerorganisation »Scripture Union« aus Bulawayo. Sie kümmert sich um Kinder, die auf der Straße leben. Im Drop-In-Centre konnten Mädchen und Jungen sich bislang waschen, bekamen eine warme Mahlzeit, Rat und Zuspruch. Doch nun musste das Drop-In-Centre wegen der Ausgangssperre schließen.

»Wir hatten bis Anfang April 31 Straßenkinder identifiziert, die nirgendwo hinkonnten. In Zusammenarbeit mit den Behörden wurden sie inzwischen in einem Jugendzentrum untergebracht, wo sie die Nächte verbringen. Dort versorgen wir sie so gut es geht mit dem Nötigsten, denn es tut sonst niemand«, berichtet Mitarbeiterin Sikholiwe Ncube.

»Scripture Union« ist inzwischen auch autorisiert, sich weiter in der Stadt zu bewegen, um die Straßenkinder zu betreuen und darüber zu informieren, wie sie sich vor einer Infektion schützen können.  Natürlich befolgen auch die Projektmitarbeiterinnen die Regeln und teilen Essen nur mit Sicherheitsabstand aus.

Für die Straßenkinder ist diese Hilfe lebensnotwendig, denn an Nahrung zu kommen, ist für sie derzeit sehr schwer. Die Menschen bleiben in ihren Häusern, und wo sonst zum Beispiel durch das Bewachen und Waschen parkender Autos etwas Geld oder Essensreste abfielen, sind die Straßen nun leer.

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Hilfe in Brasilien

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum Corona-Hotspot. Die offiziellen Fallzahlen liegen bei 108.000 Infizierten. Flächendeckende Tests gibt es nicht. Somit dürfte die Zahl wesentlich höher liegen. Das wegen der Sparmaßnahmen der letzten Jahre ohnehin desolate Gesundheitssystem ist angesichts der Corona-Krise kollabiert. Trotz der bedrohlich steigenden Fallzahlen spricht der brasilianische Präsident lediglich von einer »kleinen Grippe«, die das Land befallen habe.

Besonders betroffen von der Corona-Krise sind die Armenviertel im Bundesstaat São Paulo. Hier leben die Menschen unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen auf engstem Raum zusammen. In Sapopemba, einer der Stadtteile, in denen terre des hommes Projekte fördert, hat landesweit die zweithöchste Corona-Sterblichkeitsrate.

Im Mittelpunkt der terre des hommes-Corona-Hilfe stehen zwei Randbezirke und zwei Städte im Großraum von São Paulo. Da es kaum Informationen über die Ansteckungsgefahren gibt, haben terre des hommes-Partnerorganisationen eine Aufklärungskampagne gestartet. Das von terre des hommes geförderte Kulturzentrum Francisco Solano (CCFST) in São Paulo verteilt Nahrungsmittelkörbe mit Bohnen, Trockenfisch und Reis an besonders bedürftige Familie. So können bereits 700 Menschen regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt werden. Von der Ration kann sich ein fünfköpfiger Haushalt etwa drei Wochen ernähren. Angesichts der mangelnden sanitären Verhältnisse und der hohen Ansteckungsgefahr werden Hygienekits mit Gesichtsmasken, Seife und Desinfektionsmittel an die Bewohner verteilt. Für die Kinder gibt es außerdem Spielzeug und Bastelmaterial.

In der knapp 300.000 Einwohner zählenden Stadt Limeira verteilt die terre des hommes-Partnerorganisation CEDECA ebenfalls Lebensmittelkörbe und Hygienkits mit Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln. Im Mittelpunkt stehen hier 60 kinderreiche Familien und besonders hilfsbedürftige alleinerziehende Frauen.

Die terre des hommes-Partnerorganisation Ação Educativa hat außerdem gerichtliche Schritte gegen ein Gesetz eingeleitet, mit dem die Regierung - trotz der alarmierenden Zustände - die Ausgaben für das öffentliche Gesundheits- und Sozialwesen für die nächsten 20 Jahre drastisch kürzen will.

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Hilfe in Mexiko

In Mexiko breitet sich die Corona-Infektion in rasender Geschwindigkeit aus. Bisher wurden 23.500 Corona-Infektionen entdeckt, mehr als 2.000 Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben. Nach Angaben von Experten hat die Pandemie in Mexiko allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Die Regierung hat die Gefahr einer Seuche zunächst ignoriert und Präventivmaßnahmen nur langsam umgesetzt. Deshalb wird befürchtet, dass es zu spät ist, die Ausbreitung des Virus noch einzudämmen.

Die Krise verändert auch die Arbeit der terre des hommes-Partnerorganisation CARACOL. Das Projekt in Mexiko-Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Familien, die auf der Straße leben, zu unterstützen. Der Alltag dieser Menschen wird oft nur vom Drogenkonsum, der Arbeitslosigkeit und sozialen Diskriminierung bestimmt. Besonders für Kinder ist das Leben auf der Straße hart. Sie leiden häufig an Unterernährung und sind krank.

Dank der Arbeit von CARACOL konnte vielen Familien geholfen werden, ein neues Leben jenseits der Straße aufzubauen. Sie bekamen ein richtiges Zuhause. Die Eltern konnten durch ihre Arbeit und ihr Einkommen das Überleben ihrer Familien sichern. Die Kinder bekamen die Möglichkeit, regelmäßig zur Schule zu gehen. Doch diese Erfolge sind angesichts der Corona-Pandemie nun gefährdet, denn viele Eltern haben ihre Arbeit verloren. Und das bedeutet für sie, dass sie obdachlos werden und wieder mit ihren Kindern auf der Straße leben müssen.

Im Mittelpunkt der Corona-Hilfe steht für CARACOL nun die Versorgung besonders bedürftiger Familien mit Lebensmitteln. Die Organisation hilft auch bei den fälligen Mietzahlungen, damit die Familien ihre Wohnung behalten können und nicht wieder der Straße landen.

Unter dem Titel »SOS auf der Straße« wurde außerdem eine Aufklärungskampagne gestartet. Sie richtet sich an obdachlose Familien. Die Kampagne informiert über die gesundheitlichen Risiken von Corona und darüber, mit welchen Mitteln sich die Menschen davor schützen können. Der Mangel an Informationen ist ein großes Problem.

Nach Informationen des Projektpartners CARACOL kostet es 100 Euro, um die monatliche Miete für eine Familie zu bezahlen. Weitere 50 Euro kostet es, um eine Familie für einen Monat mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen.

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Hilfe in Indien

terre des hommes-Partner in ganz Indien versorgen bedürftige Familien mit Lebensmitteln: Die Organisation YUVA verteilt in Mumbai Reis, Mehl, Öl und Linsen an 3.214 Haushalte mit insgesamt 13.800 Kindern und Erwachsenen. Mit 30 Euro finanzieren Sie einer Familie ein Lebensmittelpaket.

Indiens Tagelöhner-Familien sind verzweifelt, seit im Land die Corona-Ausgangssperre verhängt wurde. Ihre Lage ist verzweifelt: Sie haben keinen Job mehr, kein Geld, keine Bleibe, kein Essen. Die kostenlose Mahlzeit, die bedürftige Kinder bisher in Schulen und Kindergärten bekommen haben, entfällt. Die Einrichtungen sind geschlossen. »Wir sind hungrig. Unsere Kinder sind hungrig. Wir sind sehr besorgt«, so einer von ihnen. Tausende Tagelöhner haben sich auf den Weg in ihre Heimatdörfer gemacht, andere sind in den Slums der Städte geblieben. Mit Unterstützung von terre des hommes werden Lebensmitteln in den Dörfern und Slums verteilt, um die schlimmste Not zu lindern.

Unsere Partnerorganisationen warnen vor einer dramatischen Zunahme der Schuldknechtschaft. Denn viele Menschen müssen sich nun Geld leihen, um Lebensmittel zu kaufen. Im Gegenzug bieten sie ihre oder die Arbeitskraft ihrer Kinder an – ein Zwangsverhältnis, aus dem sich viele nur schwer wieder befreien können.

Dringend appelliert der terre des hommes-Partner in der indischen Textilhochburg Tamil Nadu an die lokalen Unternehmen und die Regierung: Hunderttausende Textilarbeiterinnen haben dort aufgrund der Corona-Pandemie nicht nur ihren Job verloren, sondern auch ihre Unterkünfte in fabrikeigenen Hostels. Da Zug- und Busverkehr eingestellt sind, können sie nicht in ihre oft weit entfernten Heimatorte fahren. Viele sitzen buchstäblich auf der Straße, andere versuchen, zu Fuß nach Hause zu kommen, oft über viele hundert Kilometer. Das Tirupur Peoples Forum, das Netzwerk der örtlichen Menschenrechtsorganisationen, fordert, dass ausstehende Löhne ausgezahlt sowie Unterkünfte und Busse bereitgestellt werden. 

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Hilfe in Deutschland

In Deutschland engagiert sich terre des hommes für obdachlose Jugendliche und für geflüchtete Kinder. In Berlin versorgen die terre des hommes-Projektpartner Fixpunkt und Karuna obdachlose Jugendliche: Die Streetworker suchen die Jugendlichen an ihren Treffpunkten auf und informieren über das Virus und Möglichkeiten, sich und andere zu schützen. Die Streetworker von Fixpunkt haben im Görlitzer Park mobile Händewaschstationen aufgebaut – einfache 30 Liter Plastikkanister mit Wasser, dazu Seife und Papierhandtücher. Am »Beratungsmobil« kleben Informationen über Schutzmaßnahmen und Hygiene in mehreren Sprachen. Das Team verteilt Getränke und Lunchpakete und betreut per Handy Jugendliche, die ärztliche Hilfe brauchen. Während sonst die Spaziergänger Abstand halten, werden die Streetworker jetzt auch von ihnen nach Masken und Desinfektionsmitteln gefragt. »Haben wir nicht. Aber Hände waschen darf sich bei uns jeder«, sagt Ralf Köhnlein von Fixpunkt.

Auch terre des hommes-Projektpartner Karuna gibt Essen aus, täglich für fast 250 Menschen am Boxhagener Platz. Beide Organisationen versuchen, obdachlose und drogenabhängige Jugendliche in Einrichtungen und Hotels unterzubringen. »Alles sehr schwierig gerade«, sagt Jörg Richert, Geschäftsführer von Karuna. »Tausende Menschen sind ohne Versorgung auf der Straße, darunter viele Jugendliche. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen.« Karuna fordert, obdachlose Jugendliche und Erwachsene jetzt in Hotels unterzubringen, damit sie geschützt sind.

In Hamburg betreut der terre des hommes-Projektpartner Ankerland schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche zurzeit per Telefon. Vor der Corona-Krise suchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ankerland Kinder und Jugendliche zu Hause auf: Da dieses Zuhause für die meisten Kinder Heime oder Pflegeeinrichtungen sind, sind Besuche zurzeit nicht möglich. »Kinder, die unter Traumata leiden, sind häufig sehr verängstigt. Umso wichtiger ist es, dass sie mit ihren Betreuerinnen sprechen können, die sie gut kennen«, sagte Birgit Dittrich, die das Deutschlandprogramm von terre des hommes leitet.

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Hilfe in Kolumbien

In Kolumbien leben über 1,4 Millionen Flüchtlinge aus Venezuela. Die meisten erwirtschaften ihr täglich Brot im informellen Sektor - zum Beispiel im Straßenhandel, im Bauwesen oder als Haushaltshilfe. Seit Corona und der darauf folgenden Ausgangssperre haben sie kein Einkommen mehr. Da viele nicht registriert sind, bekommen sie auch keine staatliche Unterstützung.

Die Basisorganisationen Creciendo Unidos und SEDEN, die seit vielen Jahren mit terre des hommes zusammenarbeiten, haben schnell auf die Notlage reagiert und verteilen nun in der Hauptstadt Bogotá und in Cucutá, der Grenzstadt zu Venezuela, an 315 Flüchtlingsfamilien und kolumbianische Familien, die durch Corona und Ausgangssperre nun kein Einkommen mehr haben, Pakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln. Einige Familien bekommen auch Fieberthermometer und Blutdruckmessgeräte.

Außerdem wird versucht, der Gefahr von Missbrauch und häuslicher Gewalt, die durch den Mix aus wirtschaftlicher Not und Isolation auf engstem Raum stark gestiegen ist, durch psychologische Begleitung gefährdeter Familien entgegenzuwirken.

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Hilfe in Peru

Die Mehrheit der Peruaner verdient ihren Lebensunterhalt durch informelle Beschäftigung, zum Beispiel im Straßenhandel oder auf den Märkten. Die Ausgangssperre, die aufgrund des Corona-Virus verhängt wurde, trifft viele von ihnen hart: Sie haben oft keine Ersparnisse und wissen nicht, wovon sie jetzt leben sollen.

In einem Armenviertel von Lima und in der Urwaldstadt Iquitos unterstützt die »Bewegung arbeitender Kinder«, MANTHOC, mit Hilfe von terre des hommes 133 besonders hart betroffene Familien. Es werden Pakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln verteilt und in den Dschungelgebieten auch Moskitonetze, denn zusätzlich zum Corona-Virus grassiert zurzeit Dengue-Fieber.

Dass berechtigte Familien Zugang zu staatlichen Hilfsprogrammen erhalten, ist ein weiteres Anliegen, für das sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MANTHOC stark machen.

Drittens wird mit Kampagnen, die vor allem über Radiosender lanciert werden, auf den bereits jetzt festzustellenden Anstieg häuslicher Gewalt reagiert, indem die Telefonnummern und Adressen von Hilfszentren verbreitet werden. Natürlich wird auch darüber informiert, wie man sich gegen das Corona-Virus schützen kann.

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Hilfe in Kambodscha

Trotz dringender Aufforderung der WHO, wirksame Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu ergreifen, verlaufen die Tests in Kambodscha bisher nur schleppend.

Als besondere Risikogruppe gelten Wanderarbeiter, die ihre Arbeit verloren haben und nun in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Die Lebenslage vieler Familien ist prekär. Das betrifft sowohl die soziale Lage aufgrund der fehlenden Einkommensmöglichkeiten wie auch die Ernährungslage und die hygienischen Verhältnisse.

Die Kinder leiden zudem unter der Einschränkung der sozialen Kontakte. Viele können nicht mehr am Unterricht teilnehmen, weil viele Schulen wegen der Ansteckungsgefahr geschlossen wurden. Auch die Fälle häuslicher Gewalt haben zugenommen.

Die Gefahr einer Ausbreitung der Pandemie ist aber vor allem so groß, weil die meisten Menschen nur sehr wenig über die Gefahren der Corona-Epidemie und die notwendigen Schutzmaßnahmen wissen.

Betroffen davon sind auch zwölf Gemeinden im Distrikt Chhuk derProvinz Kampot, in der terre des hommes-Partnerorganisationen die Hilfsmaßnahmen konzentrieren. Ziel ist die Verringerung der Gefährdung insbesondere armer Kinder und ihrer Familien durch die Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung und hygienischen Verhältnisse. Hinzu kommen Informations- und Aufklärungsmaßnahmen. Zu diesem Zweck werden Multiplikatoren geschult und ausgebildet, die den Bewohnerinnen und Bewohnern die überlebenswichtigen Schutzmaßnahmen erklären.

Mehr als 900 Familien werden mit Basis-Hygiene-Sets ausgestattet. Weitere 170 besonders arme Familien werden regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Das Versorgungspaket enthält unter anderem Gemüse, Reis, Nudeln, Sojasoße und Milch.

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Hilfe in Thailand

Normalerweise setzt sich unsere Partnerorganisation RBB (Rights Beyond Borders) für die Rechte von muslimischen Kindern und Jugendlichen aus Myanmar ein. Sie kommen teilweise allein zu Fuß oder in Booten über die Grenze nach Thailand, um Schutz zu suchen und ein besseres Leben zu finden. Viele werden ausgebeutet und müssen arbeiten. Vor allem Mädchen berichten von sexueller Belästigung und häuslicher Gewalt.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat RBB eine sogenannte »Türklopfaktion« gestartet, um den Kindern mit Migrationshintergrund zu helfen: Regelmäßig klopfen sie an die Türen von 1.100 Familien. Manche leben zu acht auf weniger als 20 Quadratmetern. »Social Distancing« ist kaum möglich. Aber das größte Problem: Viele Eltern haben jetzt ihre Arbeit verloren und kein Einkommen mehr.

Umso wichtiger sind die Hygienesets und Gesichtsmasken, die das RBB-Team verteilt. Im Gepäck haben sie auch Zeichenpapier und Stifte für die Kinder, die unter der extrem belastenden Situation des Lockdowns besonders leiden.

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