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Die Corona-Krise trifft die Ärmsten

Die Ausbreitung des Corona-Virus trifft die ganze Welt. In fast allen Ländern hat sich der Alltag in wenigen Tagen drastisch verändert, Schulen sind geschlossen und die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben und sich und ihre Familien zu schützen. Doch viele Menschen haben kaum eine Chance: Obdachlose und Straßenkinder in Deutschland wie in anderen Ländern haben keinen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Arme Menschen in den großen Städten der Welt leben in drangvoller Enge in Slums. Sie haben oft kaum genug sauberes Wasser zum Trinken, geschweige denn zum häufigen Händewaschen. Tagelöhner können keine Vorräte kaufen und müssen hungern. In vielen Staaten ist das Gesundheitssystem nicht in der Lage, größere Zahlen von Kranken zu versorgen. »Wir müssen jetzt solidarisch handeln, für uns und für andere Menschen. Wir können die Pandemie nur stoppen und die Auswirkungen mildern, wenn auch die armen Menschen sich schützen können. Sie brauchen dringend unsere Hilfe«, sagte Birte Kötter, Vorstand Kommunikation von terre des hommes.

Unsere Partner helfen Kindern und ihren Familien, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu überleben. Sie informieren Kinder und Jugendliche über das Virus und erklären, wie sie sich schützen können. Sie versorgen mangelernährte und chronisch kranke Kinder mit den notwendigen Lebensmitteln und Medikamenten. Gemeinsam mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und Schutzzentren sorgen sie dafür, dass arme Menschen medizinisch versorgt werden.

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Hilfe im Irak

»Danke, dass ihr nach uns fragt! Danke!«, sagt Hameed. Er lebt mit seiner Frau, den fünf Kindern und drei Enkeln im Flüchtlingslager Berseve II in der autonomen Region Kurdistan im Irak. Hameed und seine Familie gehören der religiösen Minderheit der Yesiden an. Sie mussten 2014 vor dem Terror des Islamischen Staates (IS) fliehen. In den Städten Erbil, Dohuk und Sulaimaniya und in den 38 Flüchtlingscamps der Region leben noch rund 1,4 Millionen Binnenvertriebene und 250.000 Flüchtlinge, die vor dem Terror in Syrien geflohen sind.

Seit der Covid-19 Virus sich im Irak weiter verbreitet, ist das Leben der Geflüchteten noch schwieriger geworden. Viele Menschen, die in den Lagern leben, hatten vor der Corona-Krise zum Teil Jobs im informellen Sektor, der ihnen ein kleines Einkommen sicherte. Doch mit dem Ausbruch der Pandimie haben die meisten von ihnen ihre Arbeit verloren und sind nun wieder vollständig auf fremde Hilfe angewiesen.

Im Lager Berseve II verteilen Regierungsmitarbeiter und NGOs Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln an die Menschen. »Ein Karton, darin sind ein Kilo Reis, zwei Kilo Zucker, Öl, etwas Tee und Salz. Wir wissen nie, wann wir das nächste Mal so einen Karton bekommen«, berichtet Hameed. Er macht sich große Sorgen um die Gesundheit im Camp. »Wir haben noch keinen Corona-Fall hier, aber viele von uns sind sowieso angeschlagen. Vor allem die Kinder und die Frauen. Wir haben keinen Arzt im Camp. Was soll aus uns werden?«.

Die Menschen haben auf der Flucht Schreckliches erlebt, die wenigsten konnten ihre Erfahrungen verarbeiten. Die Ausgangssperre und die Angst vor dem Corona-Virus ängstigen sie jetzt noch zusätzlich. »Die innere Anspannung ist sehr, sehr groß«, sagt Bryar Baag, Leiter der terre des hommes-Partnerorganisation Green Desert. Er betreut mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern traumatisierte Kinder in der autonomen Region Kurdistan und den Städten Mosul und Kirkuk. Jüngst hat Green Desert ein weiteres Kindesschutzzentrum im Camp Berseve I eröffnet. Dort wird in Kleingruppen mit traumatisierten Kindern gearbeitet. Noch immer sind die Schulen geschlossen, die meisten Kinder sind seit Monaten ohne Unterricht. Aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten sind viele von ihnen auf sich selbst gestellt.

In den beiden Städten Mosul und Kirkuk versorgt Green Desert mit Hilfe von terre des hommes zurzeit 3.600 besonders bedürftige Familien mit Lebensmittelpaketen.

Hilfreich für die Fortführung der Arbeit mit traumatisierten Kindern ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Green Desert das Internet und das Fernsehen. Die terre des hommes Partnerorganisation hat 20-minütige Videos sowohl für Kinder verschiedener Altersgruppen als auch für Erwachsene angefertigt. Sie werden über YouTube, Facebook und eine wöchentliche Fernsehsendung verbreitet und klären sachlich über das Corona-Virus und die notwendige Hygiene auf. Aber auch Vorschläge zu Spielen und Beschäftigungsideen für die Kinder sind im Programm.

In Anbar (Zentral Irak) wird für Kinder außerdem ein Lernprogramm angeboten, in dem sie die Möglichkeit haben, die versäumten Unterrichtsinhalte aufzuarbeiten. Denn die Sorge ist groß, dass die Kinder nach Monaten ohne Bildungsbetreuung den schulischen Anschluss verlieren. Doch für viele wird es trotzdem schwierig werden, irgendwann wieder am normalen Schulunterricht teilnehmen zu können. Denn Kinderarbeit, Frühehen und die zunehmende häusliche Gewalt haben ihr Leben, ohnehin schon leidvoll geprägt von Krieg, Gewalt und Vertreibung, jetzt noch schwieriger gemacht.

Hilfe in Südafrika

»Ich kann nicht mit meinen Freunden spielen, ich kann meine Freunde nicht umarmen«, sagt die neunjährige Sha. Wie ihr geht es allen Kindern in Südafrika. Fünf Monate dauerte der landesweite Lockdown, mit dem die Regierung die Ausbreitung des Corona-Virus in den Griff zu bekommen versuchte. Seit Mitte August gibt es nun erste Lockerungen, doch von einer Normalität ist das Land noch weit entfernt.

Besonders schwer ist die Situation für benachteiligte Gruppen wie Flüchtlinge, Tagelöhner und arme Menschen, die bereits vor Corona am Rand der Gesellschaft standen. Viele Familien haben in den vergangenen Monaten kein Einkommen erzielt. Ohne Zugang zum formellen Arbeitsmarkt wissen sie oft nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. »Es ist sehr schwer, weil mein Mann seit dem Lockdown seine Arbeit verloren hat. Wir haben kein Geld für die Miete, manchmal geht uns das Essen aus und wir können unsere Kinder nicht ernähren«, klagt eine Mutter, die regelmäßig in das terre des hommes-Projekt »Three2Six« in Johannesburg kam. Das Projekt war eine Anlaufstelle für die zumeist kongolesischen, äthiopischen oder simbabwischen Flüchtlinge, doch es ist seit Monaten geschlossen.

Es fehlen drei Monate Unterricht

Auch für die Kinder, die normalerweise in das Projekt kommen, ist die Situation gravierend. Viele Flüchtlingskinder benötigen dringend Nachhilfe, die in dem Projekt angeboten wurde, damit sie eine Regelschule besuchen können. Diese Unterstützung leisten oft Initiativen wie »Three2Six«. Sind diese geschlossen, haben die Flüchtlingskinder kaum eine Möglichkeit, den Anschluss an das Curriculum zu schaffen. Zwar ist die Three2Six-Schule seit Juni wieder geöffnet, doch den Kindern fehlen drei Monate Unterricht. Es ist zu erwarten, dass viele in ihrer schulischen Entwicklung weit zurückgeworfen werden. Daher hat Three2Six den Unterricht auf den bisher schulfreien Samstag ausgeweitet, so dass die Kinder den verlorenen Stoff nachholen können.

Das gleiche gilt für die Ernährung: Die Kinder erhalten im Projekt neben Betreuung und Nachhilfe auch ein warmes Essen. Für viele Mädchen und Jungen ist das die einzige Mahlzeit des Tages. Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie hatte sich die Versorgung vieler Kinder und Jugendlichen dramatisch verschlechtert. Three2Six wie auch viele andere terre des hommes-Projekte setzten in den vergangenen Monaten ihre reguläre Arbeit aus und kümmerten sich vor allem darum, besonders bedürftige Familien mit Lebensmittelpaketen zu versorgen, so dass die größte Not gelindert werden konnte.

Psychische Leiden nehmen zu

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der psychologischen Betreuung von Flüchtlingsfamilien. Zum Beispiel im Johannesburger Stadtteil Sophiatown, wo viele Flüchtlinge Schutz gefunden haben. Oft haben sie Vertreibung, Krieg und Gewalt erlebt. terre des hommes unterstützt die Menschen dabei, das Erlebte zu verarbeiten und sich in der neuen Heimat eine Existenz aufzubauen. Doch die mühsam aufgebaute Stabilität ist durch die Corona-Pandemie massiv bedroht. Ein Leben in der Enge kann viele therapeutische Prozesse, die erfolgreich auf den Weg gebracht wurden, wieder zunichtemachen. Eine Sozialarbeiterin des terre des hommes-Partners SCPS (Sophiatown Community Physocological Services) berichtet, wie es ihren Klienten geht: »Eine Frau, die bei uns in der Betreuung ist, hat ihr letztes Geld für die Miete ausgegeben, so dass sie jetzt nichts mehr zu essen hat. Wenn ich sie anrufe, ist sie hilflos und weint die ganze Zeit. Eine andere Klientin hat vier Kinder. Sie haben nicht genug zu essen, nur Maniokwurzeln. Die Kinder verbringen die meiste Zeit mit Schlafen, und durch den Hunger haben sie stark abgenommen.« Insgesamt verzeichnet SCPS eine Zunahme von psychischen Problemen. Insbesondere die Fälle von Depressionen und Angstzuständen sind deutlich angestiegen, ebenso körperliche Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen. Seit der Krise konzentriert sich SCPS deswegen in seiner therapeutischen Arbeit darauf, den Familien grundlegende Strategien zu vermitteln, mit denen sie ihre Widerstandsfähigkeit stärken und die Situation überstehen können.

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Hilfe in Simbabwe

Simbabwes ohnehin extrem schwache Wirtschaft wurde durch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen bei Mobilität und Handel hart getroffen haben: Mittlerweile wird die Arbeitslosenquote auf 90 Prozent geschätzt, es gibt 7,7 Millionen Menschen, die auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, 71 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, die Inflationsrate liegt bei mehr als 900 Prozent . Die meisten Menschen haben ihre mageren Ersparnisse längst aufgebraucht.

Unsere Partner haben auf die Situation reagiert, und wir haben sie seit April intensiv bei der Umstellung oder Ausweitung ihrer Hilfsmaßnahmen unterstützt. Hunderte Haushalte erhielten Lebensmittelpakete mit Grundnahrungsmitteln wie Maismehl, Reis, Koch-Öl, Bohnen und Zucker, außerdem verteilten Partnerorganisationen überall an den Projektstandorten Hygiene-Päckchen mit Menstruationsbinden, Seife und Waschpulver und Masken sowie Schutzausrüstung für Mitarbeitende, die durchgängig einem erhöhten Risiko ausgesetzt waren. Familien, die ihr Einkommen verloren haben, erhalten Unterstützung dabei, alternative Einnahmemöglichkeiten aufzubauen oder durch Gemüseanbau die prekäre Ernährungssituation zu mildern. Bei vielen dieser Maßnahmen waren und sind simbabwische Jugendliche aus den Projekten selbst aktiv. Sie sind auch weiterhin in einer führenden Rolle, wenn es um Aufklärungs- und Sensibilisierungsaktionen zu Covid-19 in den Gemeinden geht. Dabei nutzen sie Medien wie Radiosendungen und Theater. Uch die neuen sozialen Medien spielen dabei eine große Rolle. Die großen Herausforderungen durch Corona erfordern auch weiterhin den Einsatz unserer Projektpartner. So erhielt ein Programm zur frühkindlichen Bildung und Ernährung von Kindern aktuell zusätzliche Mittel (durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit), um das Lernen und die Versorgung der Kinder trotz Covid-19 zu sichern. Die Lehrkräfte werden mit neuen Methoden der Unterrichtsgestaltung vertraut gemacht.

Mehr als 600 Kinder können nun regelmäßige mit einer zusätzlichen Mahlzeiten versorgt werden. Um die Selbstversorgungs- und Widerstandsfähigkeit der Familien zu stärken, wird ein Konzept mit dem Namen »Garten-zum-Markt« umgesetzt. Es soll den Familien die Möglichkeit geben, mehr Produkte am Markt zu verkaufen, unter anderem durch Nutzung bessere Verpackungs- und Konservierungsmethoden.

Der terre des hommes-Partner »Scripture Union« hatte nach dem ersten strengen Lockdown mehr als 30 obdachlose Straßenkinder identifiziert, die in einem Jugendzentrum untergebracht und versorgt wurden. Inzwischen erhält ein Teil dieser Jugendlichen berufspraktisch Kurse zur Vorbereitung auf ein Leben jenseits der Straße. Das Kontaktzentrum von »Scripture Union« konnte inzwischen wieder geöffnet werden, dreimal in der Woche können sich die Straßenkinder dort sich dort waschen und ihre Kleidung wechseln. Hier bekommen sie auch regelmäßig eine warme Mahlzeit. Dabei müssen die Schutzvorschriften genau eingehalten werden.

Auch die Straßensozialarbeit geht weiter. Sie wird dringend gebraucht, denn aufgrund der wirtschaftlichen Krise müssen immer mehr Jungen und Mädchen zum Familieneinkommen beitragen und ziehen als Kleinhändler durch die Straßen. Nicht alle kehren zu ihren Familien zurück, sondern schließen sich anderen Straßenkindern an.

 

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Hilfe in Brasilien

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum Corona-Hotspot. Die offiziellen Fallzahlen liegen bei 108.000 Infizierten. Flächendeckende Tests gibt es nicht. Somit dürfte die Zahl wesentlich höher liegen. Das wegen der Sparmaßnahmen der letzten Jahre ohnehin desolate Gesundheitssystem ist angesichts der Corona-Krise kollabiert. Trotz der bedrohlich steigenden Fallzahlen spricht der brasilianische Präsident lediglich von einer »kleinen Grippe«, die das Land befallen habe.

Besonders betroffen von der Corona-Krise sind die Armenviertel im Bundesstaat São Paulo. Hier leben die Menschen unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen auf engstem Raum zusammen. In Sapopemba, einer der Stadtteile, in denen terre des hommes Projekte fördert, hat landesweit die zweithöchste Corona-Sterblichkeitsrate.

Im Mittelpunkt der terre des hommes-Corona-Hilfe stehen zwei Randbezirke und zwei Städte im Großraum von São Paulo. Da es kaum Informationen über die Ansteckungsgefahren gibt, haben terre des hommes-Partnerorganisationen eine Aufklärungskampagne gestartet. Das von terre des hommes geförderte Kulturzentrum Francisco Solano (CCFST) in São Paulo verteilt Nahrungsmittelkörbe mit Bohnen, Trockenfisch und Reis an besonders bedürftige Familie. So können bereits 700 Menschen regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt werden. Von der Ration kann sich ein fünfköpfiger Haushalt etwa drei Wochen ernähren. Angesichts der mangelnden sanitären Verhältnisse und der hohen Ansteckungsgefahr werden Hygienekits mit Gesichtsmasken, Seife und Desinfektionsmittel an die Bewohner verteilt. Für die Kinder gibt es außerdem Spielzeug und Bastelmaterial.

In der knapp 300.000 Einwohner zählenden Stadt Limeira verteilt die terre des hommes-Partnerorganisation CEDECA ebenfalls Lebensmittelkörbe und Hygienkits mit Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln. Im Mittelpunkt stehen hier 60 kinderreiche Familien und besonders hilfsbedürftige alleinerziehende Frauen.

Die terre des hommes-Partnerorganisation Ação Educativa hat außerdem gerichtliche Schritte gegen ein Gesetz eingeleitet, mit dem die Regierung - trotz der alarmierenden Zustände - die Ausgaben für das öffentliche Gesundheits- und Sozialwesen für die nächsten 20 Jahre drastisch kürzen will.

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Hilfe in Indien

In kaum einem anderen Land steigen die Corona-Infektionszahlen derzeit so rasant wie in Indien: Mehr als sechs Millionen Fälle sind bestätigt, von einer hohen Dunkelziffer muss ausgegangen werden. Dennoch bleibt die Regierung bei ihrem Entschluss, die Einschränkungen im Interesse der Wirtschaft zumindest in einigen Regionen weiter zu lockern. Das Bruttoinlandsprodukt war zwischen April und Juni um fast 24 Prozent geschrumpft.

Am härtesten hat die Corona-Krise Indiens Tagelöhner-Familien getroffen: Die meisten haben keinen Job mehr und kein Geld. Tausende sind in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Unsere Partnerorganisationen warnen vor einer dramatischen Zunahme von Kinderarbeit und Schuldknechtschaft. Denn viele Menschen müssen sich nun Geld leihen, um Lebensmittel zu kaufen. Im Gegenzug bieten sie ihre oder die Arbeitskraft ihrer Kinder an – ein Zwangsverhältnis, aus dem sich viele nur schwer wieder befreien können.

Mit Unterstützung von terre des hommes werden Lebensmittel in den Dörfern und in den Slums verteilt, um die schlimmste Not zu lindern. Bedürftigen Familien wird geholfen, an staatliche Hilfsprogramme zu kommen. Damit die Familien längerfristig für sich selbst sorgen können, bekommen sie Kurse in Fertigkeiten, die sie zuhause ausüben können. Sie lernen zum Beispiel zu nähen, Schmuck herzustellen, oder Lebensmittel zu verarbeiten.

Damit das Virus sich nicht weiter verbreitet, wird über Hygiene-Maßnahmen aufgeklärt, es werden Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt und die Wasserversorung wird verbessert.

Wer die Möglichkeit einer Internet-Verbindung hat kann außerdem von den angebotenen Online-Kursen profitieren, die zumindest ein Stück weit den fehlenden Schulunterricht ersetzen.

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Hilfe in Kambodscha

Trotz dringender Aufforderung der WHO, wirksame Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu ergreifen, verlaufen die Tests in Kambodscha bisher nur schleppend.

Als besondere Risikogruppe gelten Wanderarbeiter, die ihre Arbeit verloren haben und nun in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Die Lebenslage vieler Familien ist prekär. Das betrifft sowohl die soziale Lage aufgrund der fehlenden Einkommensmöglichkeiten wie auch die Ernährungslage und die hygienischen Verhältnisse.

Die Kinder leiden zudem unter der Einschränkung der sozialen Kontakte. Viele können nicht mehr am Unterricht teilnehmen, weil viele Schulen wegen der Ansteckungsgefahr geschlossen wurden. Auch die Fälle häuslicher Gewalt haben zugenommen.

Die Gefahr einer Ausbreitung der Pandemie ist aber vor allem so groß, weil die meisten Menschen nur sehr wenig über die Gefahren der Corona-Epidemie und die notwendigen Schutzmaßnahmen wissen.

Betroffen davon sind auch zwölf Gemeinden im Distrikt Chhuk derProvinz Kampot, in der terre des hommes-Partnerorganisationen die Hilfsmaßnahmen konzentrieren. Ziel ist die Verringerung der Gefährdung insbesondere armer Kinder und ihrer Familien durch die Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung und hygienischen Verhältnisse. Hinzu kommen Informations- und Aufklärungsmaßnahmen. Zu diesem Zweck werden Multiplikatoren geschult und ausgebildet, die den Bewohnerinnen und Bewohnern die überlebenswichtigen Schutzmaßnahmen erklären.

Mehr als 900 Familien werden mit Basis-Hygiene-Sets ausgestattet. Weitere 170 besonders arme Familien werden regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Das Versorgungspaket enthält unter anderem Gemüse, Reis, Nudeln, Sojasoße und Milch.

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Hilfe in Kolumbien

In Kolumbien leben über 1,4 Millionen Flüchtlinge aus Venezuela. Die meisten erwirtschaften ihr täglich Brot im informellen Sektor - zum Beispiel im Straßenhandel, im Bauwesen oder als Haushaltshilfe. Seit Corona und der darauf folgenden Ausgangssperre haben sie kein Einkommen mehr. Da viele nicht registriert sind, bekommen sie auch keine staatliche Unterstützung.

Die Basisorganisationen Creciendo Unidos und SEDEN, die seit vielen Jahren mit terre des hommes zusammenarbeiten, haben schnell auf die Notlage reagiert und verteilen nun in der Hauptstadt Bogotá und in Cucutá, der Grenzstadt zu Venezuela, an 315 Flüchtlingsfamilien und kolumbianische Familien, die durch Corona und Ausgangssperre nun kein Einkommen mehr haben, Pakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln. Einige Familien bekommen auch Fieberthermometer und Blutdruckmessgeräte.

Außerdem wird versucht, der Gefahr von Missbrauch und häuslicher Gewalt, die durch den Mix aus wirtschaftlicher Not und Isolation auf engstem Raum stark gestiegen ist, durch psychologische Begleitung gefährdeter Familien entgegenzuwirken.

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Hilfe in Mexiko

In Mexiko breitet sich die Corona-Infektion in rasender Geschwindigkeit aus. Bisher wurden 23.500 Corona-Infektionen entdeckt, mehr als 2.000 Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben. Nach Angaben von Experten hat die Pandemie in Mexiko allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Die Regierung hat die Gefahr einer Seuche zunächst ignoriert und Präventivmaßnahmen nur langsam umgesetzt. Deshalb wird befürchtet, dass es zu spät ist, die Ausbreitung des Virus noch einzudämmen.

Die Krise verändert auch die Arbeit der terre des hommes-Partnerorganisation CARACOL. Das Projekt in Mexiko-Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Familien, die auf der Straße leben, zu unterstützen. Der Alltag dieser Menschen wird oft nur vom Drogenkonsum, der Arbeitslosigkeit und sozialen Diskriminierung bestimmt. Besonders für Kinder ist das Leben auf der Straße hart. Sie leiden häufig an Unterernährung und sind krank.

Dank der Arbeit von CARACOL konnte vielen Familien geholfen werden, ein neues Leben jenseits der Straße aufzubauen. Sie bekamen ein richtiges Zuhause. Die Eltern konnten durch ihre Arbeit und ihr Einkommen das Überleben ihrer Familien sichern. Die Kinder bekamen die Möglichkeit, regelmäßig zur Schule zu gehen. Doch diese Erfolge sind angesichts der Corona-Pandemie nun gefährdet, denn viele Eltern haben ihre Arbeit verloren. Und das bedeutet für sie, dass sie obdachlos werden und wieder mit ihren Kindern auf der Straße leben müssen.

Im Mittelpunkt der Corona-Hilfe steht für CARACOL nun die Versorgung besonders bedürftiger Familien mit Lebensmitteln. Die Organisation hilft auch bei den fälligen Mietzahlungen, damit die Familien ihre Wohnung behalten können und nicht wieder der Straße landen.

Unter dem Titel »SOS auf der Straße« wurde außerdem eine Aufklärungskampagne gestartet. Sie richtet sich an obdachlose Familien. Die Kampagne informiert über die gesundheitlichen Risiken von Corona und darüber, mit welchen Mitteln sich die Menschen davor schützen können. Der Mangel an Informationen ist ein großes Problem.

Nach Informationen des Projektpartners CARACOL kostet es 100 Euro, um die monatliche Miete für eine Familie zu bezahlen. Weitere 50 Euro kostet es, um eine Familie für einen Monat mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen.

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Hilfe in Peru

Peru ist ein Land in Trauer: Jeden Tag sterben rund 200 Menschen am Corona-Virus. Die Zahl der Todesfälle dürfte bald 30.000 überschreiten. Fast jeder zweite kennt persönlich jemanden, der an COVID-19 gestorben ist. Rund zwei Prozent der Bevölkerung sind positiv getestet, obwohl das Land früh einen strengen Lockdown verhängt hatte. Insbesondere trifft es die Armen, die in den Städten auf engstem Raum wohnen.

Wie konnte das passieren? Eine der Hauptursachen: Das Gesundheitssystem ist unterfinanziert, bürokratisch und korrupt. Viele Menschen sind gestorben, weil sie nicht rechtzeitig Sauerstoff bekamen. Mittlerweile hat sich ein regelrechter Schwarzmarkt gebildet – für das Auffüllen einer Sauerstoffflasche werden horrende Preise verlangt. Aber auch Gemeinden, Kirchen und Betriebe werden aktiv und sammeln Geld, um in ihrer Ortschaft eine Sauerstoffanlage errichten zu können. Der peruanische Gemeindeverband hat eine Luft-Trennanlage, die Sauerstoff produziert, auf einen Lastwagen montiert und verteilt in den armen Vororten von Lima jetzt kostenlos das medizinische Gas.

»Es kamen viele Verwandte aus den Städten und alle wollten essen«

Die Wirtschaft ist durch den Lockdown schwer geschädigt: Millionen Arbeitsplätze sind verloren gegangen. Aber am härtesten trifft es die vielen Menschen, die auch schon vor der Corona-Krise keine geregelte Anstellung hatten: Etwa siebzig Prozent der arbeitsfähigen Peruaner sind »Solo-Selbständige«. Sie leben von der Hand in den Mund und können es sich nicht leisten, die Quarantäne-Regeln einzuhalten – über 50.000 Menschen wurden deshalb bereits verhaftet.

Weil sie in den Städten kaum mehr Möglichkeiten haben, Geld zu verdienen, kehren viele Menschen zurück in ihre Heimatdörfer und leben zunächst bei Verwandten. Hier werden die Vorräte knapp: »Wir hatten eigentlich genug Kartoffeln gelagert«, sagt der elfjährige Jhonatan Ccallocunto Núñez aus einem Dorf bei Ayacucho. »Aber es kamen viele Verwandte aus den Städten und alle wollten essen.«

Jhonatan und seine Angehörigen haben Glück: In seinem Dorf arbeitet die terre des hommes-Partnerorganisation ABA. Sie hat von den Spendengeldern aus Deutschland nicht nur Lebensmittel, sondern auch Ackerwerkzeuge und Saatgut gekauft und verteilt. Denn die Kleinbauern und ihre Verwandten sollen so schnell wie möglich von Nahrungsmittelhilfe unabhängig sein. »Wir waren sehr froh über das Saatgut«, sagt Jhonatan. »Besonders die Frühkartoffeln sind für uns wichtig, denn wir können sie schon im Oktober ernten, wenn es sonst nicht viel zu essen gibt.«

Lebensmittel, Saatgut und Ackerwerkzeug

Um die Folgen der Corona-Krise abzufedern, sind terre des hommes und seine peruanischen Partnerorganisationen vor allem in drei Bereichen aktiv: Sie kümmern sich darum, die Ernährung der armen Bevölkerung sicherzustellen, sorgen angesichts geschlossener Schulen für interkulturelle Bildung und fördern traditionelles medizinische Wissen.

In städtischen Armenvierteln und in verschiedenen Dörfern wurden Lebensmittelpakete verteilt, um die größte Not zu lindern, aber auch Ackerwerkzeug und Saatgut für Kartoffeln, Mais, Quinoa und Bohnen. In Internet-Tutorials wurde den städtischen Familien erklärt, wie man zuhause Gemüse anbaut.

»Jetzt werde ich lernen, wie man sät und gesund isst«, bedankt sich die siebenjährige Valeska aus El Salvador, einem Armenviertel in Lima. Und auch ihr Nachbar, der achtjährige Hector, freut sich: »Es macht viel Spaß. Ich säe zusammen mit meinem Vater und meiner kleinen Schwester. Es ist einfach und überhaupt nicht langweilig. Neulich habe ich Erbsen gegessen, die ich selbst gepflanzt habe. Ich bin jetzt ein Bauer.«

»Wer viel weiß, unterrichtet die, die weniger wissen«

terre des hommes sorgt sich aber nicht nur um die Ernährung, sondern auch um die Bildung der Kinder. Denn niemand weiß, wann sie wieder in die Schule dürfen. Dabei wird vor allem auf interkulturelle Bildung gesetzt, die das indigene Wissen und die Alltagserfahrungen der Kinder und ihrer Familien wertschätzt. Unter dem Motto »Wer viel weiß unterrichtet die, die weniger wissen« werden die Kenntnisse der Gemeinschaft geteilt und an die Kinder weitergegeben.

Häufig geht es dabei um traditionelles Wissen über Pflanzen, Tiere, Wetter oder auch Heilkräuter. Denn viele alte Menschen kennen noch die medizinische Wirkung jeder Pflanze, die in ihrer Umgebung wächst. Sie ziehen Heilkräuter in ihren Gärten und wissen, wie man daraus Hausmittel für die Gesundheit herstellt. Dieses Wissen an die kommende Generation weiterzugeben ist angesichts der aktuellen Gesundheitskrise besonders wertvoll. »Die Frühkartoffel pflanzen wir, damit uns kein Essen fehlt«, weiß die 18-jährige Fenandina Ccallocunto aus einem Dorf bei Ayacucho. »Die Heilkräuter brauchen wir, um gesund zu werden.«

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