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Forderungen und Ziele

terre des hommes setzt sich in Deutschland und international mit Anwaltschaftsarbeit für den Schutz und die Rechte von Flüchtlings- und Migrantenkindern ein.

Forderungen an die deutsche Politik

Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen verbessern: Kinder, die allein nach Deutschland einreisen, brauchen sofortigen Schutz und eine kindgerechte Unterstützung. Immer wieder wird Minderjährigen eine altersentsprechende Behandlung verweigert, weil die Behörden ihr Alter willkürlich festlegen. Ein geregeltes Verfahren, das für alle Behörden bindend ist und internationalen Standards entspricht, muss etabliert werden.

Flüchtlingskinder nicht in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen: Die Wohnsituation in Sammelunterkünften kann bei Kindern zu chronischen Krankheiten und psychischen Dauerschäden führen. Beengte Wohnverhältnisse, keine Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre, ein oft schlechter psychischer Zustand der Eltern und schlechte hygienische Zustände führen dazu, dass die elementaren Bedürfnisse von Kindern nicht erfüllt werden können.

Kindspezifische Fluchtgründe anerkennen: Kindspezifische Fluchtgründe, wie zum Beispiel die Rekrutierung als Kindersoldat, Zwangsverheiratung oder die Beschneidung von Mädchen, müssen gemäß den UNHCR-Richtlinien beim Asylverfahren erkannt und berücksichtigt werden.

Den Zugang zu Schule und Ausbildung verbessern: Flüchtlingskinder brauchen besondere Unterstützung bei der Integration in das deutsche Schulsystem. Flüchtlingsfamilien müssen so untergebracht werden, dass Schulen mit den entsprechenden Angeboten erreichbar sind.

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben sich für asylsuchende und »geduldete« Jugendliche verbessert. Sie können nun nach drei Monaten bzw. ohne Wartezeit eine Ausbildung beginnen. Doch Rechtsanspruch und –wirklichkeit klaffen häufig weit auseinander. Weiterhin sind die Jugendlichen von beruflichen Bildungsmaßnahmen ausgeschlossen und stark benachteiligt in Bezug auf Berufsbildungsbeihilfe und BAföG.

Die Aufnahme einer Arbeit ist erst nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland möglich. Bis dahin wird mit der sogenannten Vorrangprüfung geklärt, ob ein Deutscher oder Ausländer mit einem besseren Status für den Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Noch immer erschweren einschränkende Regelungen, einen bestimmten Landkreis oder Regierungsbezirk zu verlassen, die Entwicklung beruflicher Perspektiven.

Keine Diskriminierung bei der medizinischen Versorgung: Der Anspruch auf medizinische Versorgung ist entsprechend dem Asylbewerberleitungsgesetz nach wie vor auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände beschränkt. Es besteht für Kinder und Jugendliche kein Zugang zu Angeboten der Prävention oder Rehabilitation. Psychotherapeutische Behandlungen sind im Einzelfall möglich, doch zeigt die Praxis, dass Kostenübernahmen, auch für Dolmetscher, nicht oder nur schwer zu erreichen sind.

Abschiebungshaft für Kinder abschaffen: Noch immer können Flüchtlingskinder in Deutschland – mit oder ohne Familie – aufgrund von aufenthalts- und asylrechtlichen Bestimmungen in Abschiebungshaft geraten. Gerade Kinder leiden besonders unter der Haftsituation. Nach oftmals traumatisierenden Fluchtumständen stellt die Haft eine weitere große psychische Belastung dar.

Keine Rückführung ohne Kindeswohlprüfung: Bei Abschiebungen von Kindern muss zwingend das Kindeswohl geprüft werden. Dies ist oft nicht der Fall, beispielsweise bei der Rückführungen von Roma aus dem Kosovo: Zwei Drittel der betroffenen Kinder sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Dennoch spielt das Kindeswohl bei dem Rückführungsabkommen keine Rolle.   

Forderungen an die internationale Politik

Gemeinsam mit terre des hommes-Schwesterorganisationen u.a. aus der Schweiz, den Niederlanden und Italien hat terre des hommes Deutschland 2012 die Kampagne Destination Unknown – Protect Children on the Movegestartet. Mittlerweile gehören dieser Kampagne 40 Organisationen an, die zusammen rund 400.000 Flüchtlings- und Migrantenkindern mit Schutz, Hilfe und Bildungsangeboten zur Seite stehen, die aber auch über deren Realität informieren und politische Entscheidungen in ihrem Interesse beeinflussen.

Informationen über die Kampagne und ihre Forderungen (auf deutsch) finden Sie hier.

Weitere Informationen (englisch):

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