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»...von der Sonne versengt, vom Regen ertränkt...«

Kinderrechte: Kolumbianische Jugendliche aus terre des hommes-Projekt spricht vor UN-Gremium

Überall auf der Welt setzen sich Kinder für ihr Recht auf eine gesunde Umwelt ein. Denn sie sind es, die unter der Umweltzerstörung und den Folgen des Klimawandels leiden müssen. Neun von zehn Kindern atmen in Metropolen wie Neu-Delhi, Schanghai oder Karatschi Luft, die schädlich für ihre Gesundheit ist. Jedes Jahr sterben 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren aufgrund widriger Umweltbedingungen, 1,5 Millionen Kinder sterben, weil sie kein sauberes Trinkwasser haben. Rund 115 Millionen Kinder sind den Folgen tropischer Wirbelstürme ausgesetzt und fast 160 Millionen Kinder leben in Regionen, die von Dürre bedroht sind.

Der Kampf gegen die Umweltzerstörung und den Klimawandel ist deshalb auch ein entschiedenes Engagement für die Zukunft unserer Kinder.

Aufforderung zum Handeln

Die Forderung nach einem Recht auf eine gesunde Umwelt ist mittlerweile auch für Regierungen und internationale Gremien zur Herausforderung geworden. Zum Beispiel bei den Vereinten Nationen. Im Jahr 1989 wurde die Kinderrechtskonvention verabschiedet, in der die grundlegenden Rechte von Kindern festgeschrieben sind. Damals waren allerdings die schwerwiegenden Folgen der Umweltzerstörung noch nicht abzusehen. Mit dieser Thematik befasste sich auch der UN-Menschenrechtsrat am 1. Juni in Genf. Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Frage, wie Kinder besser vor den Folgen der Umweltverschmutzung und den Folgen des Klimawandels geschützt werden können. Erstmals kamen auch zwei Kinder zu Wort, die sich für eine Anerkennung des Rechts auf gesunde Umwelt engagieren. Eine von ihnen war Carmen Juliana, eine 15-jährige kolumbianische Kinderrechtsaktivistin aus dem von terre des hommes geförderten Umweltprojekt CENSAT. In ihrem Plädoyer machte sie auf die Forderungen von Kindern aus dem lateinamerikanischen und karibischen Raum aufmerksam, die auf einem gemeinsamen Treffen zum Thema Umweltrechte 2019 beschlossen wurden. Ein zentrales Anliegen: Kinder und Jugendliche müssten als Akteure wahrgenommen und aktiv an politischen Entscheidungsfragen beteiligt werden. Vor allem dann, wenn es um Fragen zu ihrer Zukunft gehe. Außerdem müssten alle internationalen Vereinbarungen zum Schutz der natürlichen Ressourcen umgesetzt und eingehalten werden. »Der UN-Menschenrechtsrat«, so ihre Forderung, »sollte eine Resolution verabschieden, in der anerkannt wird, dass alle Menschen, insbesondere Kinder, das Recht auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt haben.«

Unterstützung zugesagt

Viele Regierungsvertreter*innen unterstützten bei der Versammlung in Genf die Forderung von Carmen Juliana und stellten nationale Initiativen für die Durchsetzung der Kinderrechte in Aussicht. Zustimmung kam auch von den UN-Vertretern. Dr. David Boyd, UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Umwelt, sagte: »Wir glauben, dass die weltweite Anerkennung des Rechts auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt zahlreiche positive Auswirkungen hätte.« Als Beispiel nannte er die Stärkung von Umweltgesetzen. Dazu sei die Beteiligung von Kindern an Gesetzesmaßnahmen ein wichtiger Schritt.

Während sich zahlreiche Regierungsvertreter*innen für die Umsetzung der Rechte stark machten, gab es auch Stimmen, die die bestehende Kinderrechtskonvention für ausreichend hielten und sich gegen ein Zusatzprotokoll aussprachen.

Weitere Schritte

Im vergangenen Jahr trafen sich Kinder und Jugendliche aus Afrika, der Karibik und Asien, um ihre Forderungen an die Vereinten Nationen zu beraten. Weitere dieser Konsultationstreffen sind im Herbst in Nordamerika und Afrika geplant. Nun richten sich die weiteren Aktivitäten darauf, das Thema Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt auf die Tagesordnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu setzen. Ziel ist es, die Kinderrechtskonvention um ein Zusatzprotokoll zu erweitern.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wird terre des hommes im Herbst eine weltweite Kampagne für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt starten. Es wird dringend Zeit, Kinder wirksam vor der Zerstörung der Umwelt und den Folgen des Klimawandels zu schützen. Das machte auch Carmen Juliana in ihrem Schlussappell an den UN-Menschenrechtsrat noch einmal deutlich: »Wenn nichts unternommen wird, um die Umwelt zu schützen, werden all Ihre Bemühungen um die Verwirklichung unserer Rechte von der Sonne versengt und vom Regen ertränkt werden.«

Entschlossene Worte fand Carmen Juliana auch auf die Frage, wie es ihr bei ihrem Auftritt vor den Augen der Weltöffentlichkeit ging: »Ich bin froh, dass ich unseren lateinamerikanischen Traum von einer gesunden Umwelt sichtbar und hörbar machen konnte. Und dass ich der Welt sagen konnte, wie wichtig es ist, dass wir alle zusammen dafür einstehen, unsere Erde als lebenswerten Ort zu erhalten.«

Weitere Informationen

»Das Recht der Kinder auf eine gesunde Umwelt verwirklichen: Ein gemeinsamer Aufruf zum Handeln anlässlich der Tagung des UN-Menschenrechtsrates«

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