Theaterkarawane von Bolivien zum Rio-Gipfel

»Genug geredet, jetzt mischen wir uns ein«

Bunt und laut zogen Jugendliche aus aller Welt mit der Theaterkarawane von Bolivien zum UN-Gipfel nach Rio. Die Karawane machte an verschiedenen Stationen auf die Verletzung ökologischer Kinderrechte aufmerksam. Mit dabei waren Jugendliche aus mehreren Ländern Lateinamerikas und aus Deutschland. Sie sind Mitglieder des internationalen Jugendnetzwerkes, das sich letztes Jahr unter dem Dach von terre des hommes in Osnabrück gegründet hat. Sie haben den Entscheidungsträgern beim Gipfel Rio+20 ihre Wünsche und Forderungen für eine gesunde Umwelt überbracht.

Die Karawane wurde von einem Theaterlaster begleitet, der von Station zu Station eine mobile Ausstellung mit Großpuppen, Installationen und den von Jugendlichen aus aller Welt gemalten Bannern mit ihren Botschaften bis nach Rio transportierte. Die bolivianische Theatergruppe Trono verstärkte die Karawane und hatte dafür ein neues Theaterstück einstudiert.

Während der Reise hat sich die bunte Gruppe mit Kindern und Jugendlichen vor Ort über Umweltprobleme und mögliche Lösungen ausgetauscht. Themen waren Klimawandel und Wassermangel, Auswirkungen des Bergbaus sowie Gesundheitsschäden durch Pestizide. Vor Ort suchte die Gruppe den Kontakt mit Politikern und Unternehmern, mit Umweltinitiativen und der Presse. Als Botschaft in ihre Heimatländer produzierte sie Texte, Radiobeiträge, Fotos und TV-Bilder – oft vor den Bannern, auf die sie ihre Botschaften skizziert haben. Begleitend gab es ein kulturelles Programm mit Vorführungen der Theatergruppe Trono, Kinofilmen, Installationen und Ausstellungen.

Stationen der Theaterkarawane
Los ging es in El Alto/Bolivien. Die erste Station lag am Titicacasee in La Paz und in der Stadt Copacabana an der Grenze zu Peru. Hier ist der Klimawandel deutlich spürbar: Wasser für die Einwohner der Städte und die Landwirtschaft sichern bislang die Gletscher der Ostkordilleren. Doch diese schmelzen als Folge von Klimawandel und Erderwärmung ab. Außerdem nehmen Sturzregen zu und die Gefahr von Überschwemmungen steigt. Verlängerte Trockenperioden minimieren die Ernteerträge, da das Gletscherwasser für die Bewässerung der Äcker immer knapper wird.

Die nächste Station der Karawane waren Oruro und Huanuni mit seinen Bergwerken. Hier vergiftet schwermetallhaltiges Wasser nicht nur die Kinder, sondern auch den Poopo-See. Die Menschen an seinem Ufer können nicht mehr vom traditionellen Fischfang leben. Die Schadstoffe erreichen auch die Bewohner der Städte, denn sie essen die Lebensmittel, die auf den mit Schwermetallen belasteten Feldern wachsen. Jugendliche aus Oruro erzählten von ihren Erfahrungen und von Alternativen, sich ein Einkommen zu sichern, ohne Natur und Gesundheit zu ruinieren.

Landwirtschaft und das Recht auf eine gesunde Ernährung waren Themen an den Stationen im Chapare und den Tälern von Cochabamba. Hier fühlen sich manche Kleinbauern vom wuchernden Unkraut und Pflanzenschädlingen überfordert. Sie setzen gefährliche Herbizide und Pestizide ein, die in Europa meist längst verboten sind. Die Folge sind vergiftete Böden, Nahrungsmittel und Flüsse. Ein großes Umweltfestival in Cochabamba legte einen besonderen Akzent auf diese Etappe. 

In Rio de Janeiro, wo die Karawane passend zum Beginn des UN-Nachhaltigkeitsgipfels am 20. Juni eintraf, kamen noch weitere Jugendliche hinzu, die das Internationale terre des hommes-Jugendnetzwerk vertreten. Auf dem sogenannten »People’s Summit«, dem Gegengipfel zur UN-Konferenz, war terre des hommes mit verschiedenen Veranstaltungen und der Präsentation hunderter Banner vertreten. Auf diesen Bannern haben junge Menschen ihre Wünsche und Forderungen nach einer ökologischen Wende kreativ zum Ausdruck gebracht.

Zum Blog der Theaterkarawane

Zum Seitenanfang

Bleiben Sie doch noch einen Moment –
und abonnieren Sie unseren Newsletter!

Jetzt anmelden!

Bleiben Sie informiert.
Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Jetzt anmelden!