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Kinder schützen ihre Flüsse

Sie sind Freibad an heißen Sommertagen, Transportweg, Lebensader und Ernährungsgrundlage für Kinder und ihre Familien. Doch Staudämme, Flussbegradigungen und Industrieansiedlungen verändern die Fließgeschwindigkeit, den Wasserstand und die Qualität des Wassers. Alt-Öl und Abwässer verunreinigen die Wasserläufe. Aus Großplantagen sickern Pestizide in Gewässer und Böden, vergiften die Ökosysteme und gefährden die Existenz von Bauern und Fischern. Die Lebensgrundlage von 60 Millionen Menschen hängt vom Mekong und seinen Nebenflüssen ab. Allein an diesem großen Fluss, der sechs Länder in Südostasien durchfließt, sind elf Staudammprojekte geplant oder schon in Bau. Zum Schutz des Mekong, aber auch weiterer Flüsse wie Salween, Agusan, Cisadane und Mae Kok, setzen sich in Vietnam, Laos, Kambodscha, Burma, Philippinen, Indonesien und Thailand terre des hommes-Projektpartner gegen die Verschmutzung der Flüsse und die Zerstörung der natürlichen Flussläufe ein. Denn die Menschen, die von den Erträgen der Flüsse leben, gehören zu den Ärmsten in ihren Ländern und sind überwiegend indigener Herkunft. Die Auswirkungen dieser Umweltzerstörung bekommen die Anwohner direkt zu spüren: Die Vielfalt der Fische, Vögel und Pflanzen sinkt. Die Landwirtschaft leidet, wenn die Überschwemmungen der Ufer ausbleiben, nicht mehr vorhersehbar sind oder Bewässerung gänzlich unmöglich wird. Hinzu kommt, dass Umweltbildung und Umweltstandards in vielen Ländern noch wenig ausgeprägt sind.

Ausbildung zu engagierten Umweltschützern

Die Kampagne »Our Rivers – Our Life« der terre des hommes-Partner eröffnet vor allem Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu diesen zukunftswichtigen Fragen. Die jungen Menschen werden in Fragen des Umweltschutzes weitergebildet, vernetzen sich mit anderen Umweltaktivisten, und werden mit Materialien und Kontakten unterstützt für ihre eigenständigen Kampagnen-Aktionen an ihren Wohnorten und gegenüber der Öffentlichkeit. Beispielsweise wurden in Kambodscha sogenannte »River Watch Gruppen« gegründet. Bis zu zwölf Kinder pro Gruppe lernen, wie wichtig gesundes Wasser und pestizidfreie Ernährung für Tiere und Menschen sind und welche Schutzmaßnahmen das erfordert. Dieses Wissen geben sie an ihre Mitschüler weiter. Die Jugendlichen kümmern sich auch um den Schutz ausgewählter Wassergebiete. Mit selbst gemachten Schildern fordern sie dazu auf, nicht zu überfischen, und den Gebrauch von Pestiziden und von Dynamit beim Fischen zu unterlassen. Sie schließen sich mit Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Gemeinden zusammen, um auf »ihr« Wasserschutzgebiet aufzupassen und melden Missbrauch an die Behörden vor Ort.

Schutzzonen am Mekong

Eine thailändische River Watch Gruppe hat am Fluss Kok eine 200 Meter lange Schutzzone gegen Überfischung eingerichtet. Die Mädchen in der Gruppe wissen inzwischen, dass manche Fischarten nur unter ganz besonderen Bäumen am Uferrand laichen. Fehlt die passende Uferbewachsung, sterben die Fische aus. Deshalb pflanzen die Kinder in der Schutzzone solche Bäume und verhindern das Abholzen des traditionellen Bestands. Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere Initiativen der Kampagne »Our Rivers – Our Life«. Mehr als 20.000 Kinder haben bereits bei Umweltcamps und Aktionen mitgemacht. Die Erfolge können sich sehen lassen: Mehrere offizielle Schutzzonen an Flüssen wurden inzwischen eingerichtet, und einer der geplanten Dammbauten am Fluss Salween im thai-burmesischen Grenzgebiet konnte verhindert werden.

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