Sie sind hier:

Daten und Fakten

Über 30 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind weltweit auf der Flucht. Sie leben als Flüchtling außerhalb ihrer Heimat oder als Binnenvertriebene im eigenen Land. Die Ursachen, weshalb Minderjährige vertrieben werden, sind vielfältig.

Gründe der Flucht

Kriege und bewaffnete Konflikte sind nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern ein häufiger Grund für Flucht.
Kinder werden wie erwachsene Flüchtlinge aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder zwecks Rekrutierung als Soldat oder Zwangsarbeiter verfolgt.

Eine weitere Fluchtursache ist bei manchen Minderjährigen die Familie. Drohende Zwangsheirat oder Zwangsbeschneidung führen in vielen Fällen dazu, dass Kinder ihr Zuhause verlassen.

Auch der Zwang zum Dienst an der Waffe ist für viele Minderjährige ein Grund zur Flucht. Noch immer werden mehr als 250.000 Minderjährige weltweit als Kindersoldaten missbraucht. Der Ausstieg ist oft nicht möglich. Vielen bleibt nur noch die Flucht.

Ob diesen Kindern auf ihrer Flucht internationale Hilfe zukommt, hängt oftmals davon ab, ob sie als Flüchtlinge oder Binnenvertriebenegelten.

Flüchtling oder Binnenvertriebener

Binnenvertriebene sind im eigenen Land auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Sie werden nicht als Flüchtlinge anerkannt, da laut Genfer Flüchtlingskonvention nur als Flüchtling gilt, wer eine internationale Grenze übertritt.

Um die Flüchtlinge kümmert sich das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR). Für Binnenvertriebene gibt es keine entsprechende Organisation. Sie bekommen oft weder eine Grundversorgung noch Sicherheit vor erneuter Verfolgung.

Weitere Informationen zu der Situation von Binnenvertriebenen, Flüchtlingen oder ehemaligen Kindersoldaten finden Sie unter den jeweiligen Themenschwerpunkten.

Zahlen

  • In Syrien werden Tausende von Kindern als Soldaten missbraucht, die meisten vom Islamischen Staat, aber auch von der Freien Syrischen Armee, kurdischen und Pro-Assad-Gruppen.
  • 250.000 Kindern und Jugendlichen werden weltweit in mindestens 20 Ländern als Soldaten rekrutiert, die meisten davon im Nahen Osten, Afrika und Asien.
  • In Kolumbien wurden im Jahr 2017 in Folge des Ende 2016 unterzeichneten Friedensvertrages 7000 Kämpfer der FARC entwaffnet und demobilisiert, darunter etwa 2000 Minderjährige. Davon kehrten 300 in ihre Familien zurück. Bei anderen bewaffneten Guerilla-Gruppen wie der ELN oder der EPL und bei paramilitärischen Gruppen und kriminellen Banden gibt es weiter in großem Maße minderjährige Soldaten.
  • Mehr als 8000 Kinder, darunter viele Mädchen, wurden in Nigeria seit 2009 von Boko Haram rekrutiert und zum Teil gezwungen, sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen. Auch die gegen Boko Haram kämpfenden Bürgerwehren rekrutierten hunderte Kinder.
  • In Myanmar (Burma) gibt es weiter Tausende oder möglicherweise Zehntausende von Kindersoldaten, genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Fälle von Rekrutierungen in die staatliche Armee sind nach der Unterzeichnung eines UN-Aktionsplanes in 2012 zurückgegangen. Bewaffnete Oppositionsgruppen wie die Kachin Independent Army KIA setzen in großem Maße Minderjährige als Soldaten ein.
  • In Indien rekrutieren zahlreiche bewaffnete Oppositionsgruppen Kinder, z.B. die Naxaliten und viele Gruppen in Nordostindien, und auch bei der staatlichen Armee werden immer wieder Fälle von Rekrutierungen und illegalen Inhaftierungen von Minderjährigen dokumentiert. terre des hommes hat dazu eine Studie erstellt.
  • Auch in der DR Kongo, Sudan, Südsudan, Mali, Zentralafrikanische Republik, Somalia, Libyen, Jemen, Syrien, Irak, Israel / Palästina, Libanon, Afghanistan, Pakistan, Thailand und den Philippinen werden Minderjährige als Soldaten rekrutiert und ausgebeutet.
Zum Seitenanfang