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Was ist Kinderarbeit, was ist Ausbeutung?

Kinderarbeit ist nicht grundsätzlich ausbeuterisch: Mädchen und Jungen arbeiten mit und lernen dabei zum Beispiel durch Mithilfe im elterlichen Haushalt, auf dem Hof oder im Handwerksbetrieb. Durch Mithilfe und Arbeit werden wichtige gesellschaftliche Werte vermittelt wie zum Beispiel Zusammenarbeit und Einsatz für die Gemeinschaft.

»Arbeit hilft mir, Mensch zu sein«, so lautet das Zitat eines arbeitenden Kindes in Lateinamerika. Es besagt: Arbeit kann ein Mittel zur Selbstverwirklichung sein und kann materielle und soziale Bedürfnisse befriedigen.

Ausbeuterische Kinderarbeit hingegen verletzt die Rechte eines Kindes. Viele Kinder verlieren sogar ihr Leben durch Arbeit: Nach Angaben der IAO sterben jedes Jahr etwa 22.000 Kinder und Jugendliche bei Arbeitsunfällen. Nach der Erfahrung von terre des hommes gilt: Je weniger Rechte ein einzelnes Kind in seiner Familie oder Bevölkerungsgruppe hat, desto größer ist die Gefahr, dass es ausgebeutet wird.

Eine international anerkannte Definition von ausbeuterischer Kinderarbeit liegt seit 1999 mit der IAO-Konvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit vor. terre des hommes geht bei seiner Arbeit von dieser Definition und von der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen aus. Wichtige Gesichtspunkte sind die Verfassung und Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes und die Frage, ob Arbeit die Bildungschancen beeinträchtigt.

 

Ausbeuterische Kinderarbeit laut IAO-Konvention 182:

  • Sklaverei und Schuldknechtschaft und alle Formen der Zwangsarbeit
  • Arbeit von Kindern unter 13 Jahren
  • Kinderprostitution und -pornografie
  • Der Einsatz von Kindern als Soldaten
  • Illegale Tätigkeiten, wie zum Beispiel Drogenschmuggel
  • Arbeit, die die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit gefährdet, also zum Beispiel Arbeit in Steinbrüchen, das Tragen schwerer Lasten oder sehr lange Arbeitszeiten und Nachtarbeit.
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