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Mit indigenem Wissen dem Klimawandel trotzen

Judith aus Peru

Peru beheimatet eine enorme kulturelle und biologische Vielfalt. Der Andenstaat gehört zu den zehn artenreichsten Ländern der Welt, die zusammen 70 Prozent der gesamten biologischen Vielfalt der Erde ausmachen. Unter der peruanischen Bevölkerung sind fast 45 Prozent der etwa 32 Millionen Einwohner*innen Indigene.

Die kulturelle und biologische Vielfalt ist jedoch durch die Folgen der Klimakrise und Umweltzerstörung bedroht. Es sind vor allem die Kinder und Jugendlichen aus ländlichen und indigenen Gemeinschaften, die am stärksten betroffen sind. Doch viele von ihnen wollen einen langsamen Niedergang, der zugleich den Verlust ihres kulturellen Erbes bedeuten könnte, nicht hinnehmen.

Eine von ihnen ist die 16-jährige Judith. Sie lebt in Quispillacta, einer Quechua-Gemeinde in der Region Ayacucho, auf 2.500 bis 4.500 Metern Höhe. Dort machen sich Klima- und Umweltveränderungen immer mehr bemerkbar: Dürren werden häufiger, Regen rarer. Viele Familien fürchten um ihre traditionelle Lebensweise und ihr kulturelles Zusammenleben als indigene Gemeinschaften. Ihr Recht und ihre Chance darauf, ihr kulturelles Wissen zu bewahren und an künftige Generationen weiterzugeben, ist einer schleichenden Bedrohung ausgesetzt.

Menschen in Ayacucho wappnen sich gemeinsam gegen den Klimawandel 

»Ich möchte eine Botschafterin für die reiche Kultur der Anden werden. Ich möchte die Weisheit der Vorfahren dieser Gemeinschaften weitergeben und den Respekt und die Wertschätzung für ihr Erbe in einer globalisierten Welt fördern« , sagt Judith.

Gemeinsam mit anderen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen engagiert und vernetzt sie sich im Projekt »Asociación Bartolomé Aripaylla«, kurz »ABA“. Seit Jahrzehnten setzt sich die Organisation dafür ein, dass traditionelles indigenes Wissen weitergegeben wird. Wie »qucha ruway“ – eine besonders effektive Methode, Regenwasser zu speichern. Wie das Wissen über die Nützlichkeit der Putaqa-Pflanze: Die Putaqa hat besonders lange Wurzeln, die selbst metertief an Grundwasser gelangen und es gewissermaßen an die Oberfläche »ziehen“ können. Oder über die mehr als 100 Kartoffelsorten, die allein in Quispillacta unterschiedlichen Umweltbedingungen trotzen.

Weil sie sich mehr und mehr untereinander vernetzen und ihr Wissen teilen, sind die Menschen in Ayacucho inzwischen ein ganzes Stück besser vor dem Klimawandel gewappnet. Der wichtigste Schlüssel dafür lag nicht in Technologien von außen, sondern im Wiederentdecken des traditionellen Wissens der Quechua. Und darin, dass junge Menschen wie Judith dieses Wissen auch weiterhin bewahren.

 

8.8.23

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