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Zahlreiche Reaktionen auf ZDF-Reportage

Herzkrankes Mädchen erfolgreich operiert

Die Betroffenheit war groß, als im März 2012 eine Dokumentation über Lohnsklaven in der indischen Textilindustrie im ZDF lief. Darin wurde auch die Arbeit von terre des hommes gegen solche ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse vorgestellt. Viele Anfragen zu dem sogenannten Sumangali-Schema erreichten uns. Eine besonders erschütternde Geschichte in der TV-Dokumentation handelte von Lakshmi, einer jungen Frau, die in einer Spinnerei für ihren Brautpreis gearbeitet hatte. Aufgrund eines Herzfehlers wurde sie arbeitsunfähig - und um ihren Lohn betrogen. Die junge Frau, mittellos und schwer krank, konnte sich die lebensnotwendige Herzoperation nicht leisten. Nach der Ausstrahlung des Films konnte terre des hommes dank eines anonymen Spenders die Herzoperation ermöglichen. Im Mai wurde Lakshmi operiert. Wenige Monate später besuchte Barbara Küppers, Expertin für das Thema Sumangali und Kinderarbeit bei terre des hommes, Lakshmi und konnte sich von der Situation der jungen Frau ein Bild machen. Lakshmi hat die sechsstündige Operation gut überstanden, ist aber noch geschwächt.

»Wir sind sehr froh, dass wir Lakshmi helfen konnten. Sie nimmt jetzt halbtags an einem Berufsbildungskurs in einem unserer Programme teil, denn sie kann nicht den ganzen Tag aktiv sein. Auch konnten wir ihr eine Kuh samt Kälbchen kaufen. Mit dem Verkauf der Milch können Lakshmi und ihre Mutter ihren Lebensunterhalt bestreiten. Solche Schicksale zeigen, wie wichtig existenz-sichernde Löhne und Sozialleistungen sind. Mit einer Krankenversicherung hätte Lakshmi schon viel früher Hilfe bekommen«, erklärt Barbara Küppers.

Lakshmi ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Als sie 15 Jahre alt war, starb ihr Vater. Bis dahin ging sie zur Schule. Doch mit dem Tod ihres Vaters änderte sich alles. Ihre Mutter konnte nicht genug Geld aufbringen, um die Familie zu ernähren. Lakshmis ältere Schwester heiratete und zog weg. Lakshmi selber arbeitete als »Cooli« auf den Feldern, hatte aber nur zur Erntezeit Arbeit. Sie wurde auf die Werbung der Textilindustrien mit dem Sumangali-Schema aufmerksam und entschied zusammen mit ihrer Mutter, den Sumangali-Vertrag zu unterschreiben. Sie und ihre Mutter hofften, der Lohn und die anschließende Zahlung würden ausreichen, um die kleine Familie zu ernähren und die Schulden abzubauen. Mitte 2009 fing Lakshmi in einer Spinnerei in Coimbatore an. Die harte Arbeit mit vielen Überstunden, in Lärm und dem Staub der Baumwollfasern führten zur rapiden Verschlechterung von Lakshmis Gesundheit. Sie bekam kaum noch Luft. Als sie sich bei einem Aufseher meldete, wurde sie einfach zurück zur Arbeit geschickt. Im Jahre 2011 war Lakshmi gesundheitlich so angeschlagen, dass sie ihre Arbeit in der Spinnerei abbrechen musste. Die Spinnerei behielt ihren Lohn und die bis dahin angesammelte Prämienzahlung einfach ein. Die Mutter schickte Lakshmi ins Krankenhaus, wo ein schwerwiegendes Herzproblem diagnostiziert wurde. Das nahegelegene staatliche Krankenhaus ist für eine Operation am offenen Herzen nicht ausgestattet. Für eine OP im Privatkrankenhaus sollte die Familie rund 2.800 Euro bezahlen - eine unvorstellbare hohe Summe. Denn Lakshmis Mutter bezieht eine Witwenrente von umgerechnet 14 Euro im Monat. Dank eines anonymen Spenders konnte Lakshmi dann doch operiert und ihr Leben gerettet werden.

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die gespendet und Hilfe angeboten haben. Bitte unterstützen Sie unsere weitere Projektarbeit, um die jungen Frauen aus der Lohnsklaverei zu befreien. Wir werden über die Entwicklung in Tirupur und über das Wohlergehen des Mädchens berichten.

 

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