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Verbesserter Schutz und Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die Küstenbewohner in Kanyakumaris, Bundesstaat Tamil Nadu, Indien

Das Projekt wurde im Juni 2013 begonnen und endet im Februar 2016. Die Zwischenevaluierung beurteilt die Ergebnisse der ersten 18 Monate der Projektlaufzeit. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und wird mit einer Gesamtsumme von 515.624 Euro gefördert. Projektpartner ist die Organisation HEAL.

Ziel

Dank eines gesteigerten Schutzes und der verbesserten Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die Fischergemeinden und Muschelkalksammler im Bezirk Kanyakumari des Bundesstaates Tamil Nadu/Indien verbessern sich auch deren Lebensbedingungen. Das Projekt umfasst  Maßnahmen zur Erosionsbekämpfung, Aufforstungsvorhaben zum Erhalt der Ökosysteme sowie die Instandsetzung von Trinkwasserbrunnen und Teichen. Zum Ressourcenschutz dient insbesondere die Wiederherstellung von Sanddünen, die für die Versorgung der küstennahen Brunnen mit Trinkwasser sorgen. Im Bereich der Armutsbekämpfung geht es um die materielle und organisatorische Förderung von Frauen mit dem Ziel höherer Einkommensmöglichkeiten, die sich positiv auf die Gesundheits- und Ernährungslage der Familien auswirken. Kinder sollen dazu zum Beispiel als Protagonistinnen und Multiplikatoren eines umfassenden Ressourcenschutzes speziell gefördert werden.

Was erreicht wurde

Die Instandsetzung von Brunnen und Teichen hat die beabsichtigten Wirkungen erzielt. Die reparierten Brunnen liefern ausreichend Wasser in Trinkwasserqualität für die Zielgemeinden. Durch die regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität konnte festgestellt werden, dass Ende 2014 insgesamt 32 der restaurierten Tiefbrunnen Trinkwasserqualität hatten. Der Salzgehalt des Wassers ist nachweislich zurückgegangen. Durch die Freilegung der natürlichen Zuflüsse ist mehr sauberes Wasser für einen längeren Zeitraum verfügbar. Dies hat zu Verbesserungen bei der Gesundheit, der Hygiene und dem allgemeinen Wohlbefinden von Kindern und Erwachsenen geführt. Die regelmäßige und ortsnahe Verfügbarkeit von Wasser entlastet Frauen und Mädchen, die traditionell für die Wasserversorgung zuständig sind. Positive Wirkungen auf die Einkommenssituation sind durch Einsparungen bei den Haushaltsbudgets entstanden, da Wasser nicht mehr gekauft werden muss. Die Wasserqualität der Teiche hat sich deutlich verbessert; insbesondere ist die biologische Belastung mit Kolibakterien zurückgegangen, so dass das Wasser als Brauchwasser nutzbar ist. Bei der Renaturierung von Sanddünen und Flussmündungen zeigte sich nach eineinhalb Jahren eine Verbesserung der Quantität und Qualität der Wasserquellen im Einzugsgebiet der Sanddünen. Ihre volle Filter- und Schutzfunktion werden die Sanddünen erst ausüben können, wenn die zur Befestigung unternommenen Anpflanzungen gut angewachsen sind und das komplette Ökosystem der Düne sich wieder entwickelt hat. Für einen umfassenden Schutz der Dünen entlang der Küste ist jedoch ein stärkeres Engagement von staatlichen Autoritäten und insbesondere der Polizei erforderlich. Auch die Trainings für Fischergemeinden haben dazu geführt, das Leben der Menschen zu erleichtern. Die Einkommen der Fischverkäuferinnen sind durch die Möglichkeiten der Kühlung der Fische gestiegen, so dass die Frauen mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt halten, die Ernährung der Familien verbessern und den Kindern den Schulbesuch ermöglichen können.

Empfehlungen und Perspektiven

In den vergangenen 18 Monaten hat sich der Projekterfolg in der Region verbreitet. In dem Maße, wie die Trinkwasserversorgung sich in den Zieldörfern verbessert, wird auch aus Nachbargemeinden der Bedarf für Instandsetzungen der Brunnen gemeldet. Es ist unvermeidbar, dass das Projekt nur einen Teil des gesamten Bedarfs in der Region abdecken kann. HEAL hat bereits mehr als die ursprünglich geplante Anzahl von Brunnen und Teichen instandgesetzt. Es wird empfohlen, diese Aktivitäten nicht noch auszuweiten, sondern ihren bisherigen Erfolg abzusichern, beispielsweise durch die Stärkung örtlicher Wasserkomitees, die dafür sorgen, dass die Brunnen gewartet werden und sauber und funktionstüchtig bleiben.

Der Dialog und Austausch mit den lokalen Behörden ist bereits wichtiger Bestandteil der Arbeit der Partnerorganisation in der Region. Bisher liegt der Fokus der Lobbyarbeit auf der Durchsetzung der Rechte von Fischern und Fischerfrauen. Die Partner haben bisher keine gemeinsamen Ansätze zur Formulierung von konsistenten Strategien im Sinne der Interessen der Küstenbevölkerung und gegen den Ausverkauf der natürlichen Ressourcen entwickelt. Langfristige Lösungen für einen umfassenden Ressourcenschutz erfordern ein stärkeres Engagement der kommunalen und bundesstaatlichen Behörden. Es wird empfohlen, dass die Partnerorganisationen in der nächsten Projektphase der politischen Dimension des Programms mehr Bedeutung beimessen und die Kapazitäten der lokalen Strukturen zur politischen Einflussnahme stärken und bündeln, um die Nachhaltigkeit der Projekterfolge zu sichern.

Technische Daten

Die Zwischenevaluierung wurde im Februar 2015 mit partizipativen Evaluierungsmethoden durchgeführt. Die Evaluierung wurde von der externen Gutachterin Frau Elke Rusteberg auf der Grundlage von Dokumentenanalyse, Fragebögen, Interviews mit Schlüsselpersonen und Gruppengesprächen durchgeführt. Die technische Beurteilung zur Wasserqualität beruht auf den Ergebnissen des  staatlichen Tamil Nadu Water and Drainage Boards, die die Wasserqualität der Projektanlagen anhand der gültigen Standards regelmäßig auf chemische und bakteriologische Kontamination überprüfen.

 

Zum Evaluierungsbericht (PDF-Dokument)

 

 

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