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Beirut: Hilfe nach der Katastrophe

»In Beirut stehen die Menschen unter Schock. Wir denken vor allem an die Kinder: Wir müssen einen Weg finden, ihnen zu erklären, was passiert ist, und den traumatisierten Kindern zu helfen«, erzählt Diana Abou Naccoul, die für terre des hommes im Libanon tätig ist. Sie selbst war noch zehn Minuten vor der Explosion dort, wo jetzt alles zerstört ist. »Zum Glück bin ich rechtzeitig gegangen«, sagt sie. »Nach der Explosion, als noch viele Menschen in Panik waren, habe ich viele Freunde und Bekannte ins Krankenhaus gebracht.«

Die Explosion, die sich am Dienstag, den 4. August, im Hafen von Beirut ereignete, hat ein unfassbares Ausmaß an Zerstörung hinterlassen: 300.000 Menschen sind obdachlos, ihre Wohnungen und Häuser wurden zum Teil komplett zerstört. Mindestens 150 Menschen starben und Tausende wurden durch die Wucht der Detonation verletzt. Der Hafen liegt in Trümmern. Auch die Getreidereserven des Landes sind vernichtet. »Die Folgen für Kinder sind unkalkulierbar«, ergänzt Ilaria Masieri, Projektleiterin von terre des hommes im Libanon. »Wir setzen uns dafür ein, für Familien mit Kindern in den am stärksten betroffenen Gebieten Unterstützung zu leisten.«

An mehreren Stellen in der Stadt werden Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt. Dort hat terre des hommes geschützte Räume für Kinder eingerichtet, in denen Mädchen und Jungen Spiel- und Lernangebote wahrnehmen können. Sozialarbeiter und Psychologinnen begleiten diese Aktivitäten und unterstützen die Kinder dabei, das traumatische Ereignis zu verarbeiten. Zudem bietet das terre des hommes-Kinderschutzteam psychische Unterstützung für Kinder und Familien in den drei am stärksten betroffenen Stadtteilen Gemmayzeh, Mar Mikhail und Sassine an.

Derzeit versuchen die terre des hommes-Kolleg*innen vor Ort herauszufinden, wie viele Kinder von ihren Angehörigen getrennt wurden und wo sich ihre obdachlos gewordenen Familien aufhalten. Da viele Familien alles verloren haben und akut von Armut bedroht sind, spielt die Betreuung von Kindern derzeit eine zentrale Rolle. Die psychosozialen Angebote von terre des hommes werden als langfristige Maßnahme geplant.

Die Katastrophe trifft das Land während einer massiven Wirtschaftskrise und hat eine große Wunde gerissen. Fast alle haben Angehörige oder Freunde, die betroffen sind. Ganze Nachbarschaften sind zerstört. Drei Krankenhäuser liegen in Schutt und Asche, zwei weitere sind schwer beschädigt, ebenso der Flughafen. Wie viele Schulen von der Explosion wenige Wochen vor Beginn des Schuljahres getroffen wurden, ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass sich die ohnehin angespannte Situation im libanesischen Schulsystem weiter verschärfen wird.

terre des hommes hat für Sofortmaßnahmen in Beirut in einem ersten Schritt 30.000 Euro bereitgestellt. Der Bedarf für die Katastrophenhilfe und den Wiederaufbau ist aber wesentlich höher.

Bitte spenden Sie, damit wir den Opfern der Katastrophe von Beirut helfen können.

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10.08.2020

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