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Gefährliche Schatzsuche: Kinderarbeit in Goldminen

Seit der Weltmarktpreis von Gold drastisch gestiegen ist, hat das Edelmetall die Baumwolle als führendes Exportprodukt in Burkina Faso abgelöst – und einen wahren Rausch entfacht. Auch Zehntausende Kinder arbeiten in den Minen: Schon die Kleinsten zerschlagen schwere Steine, schleppen Wasser oder graben in hundert Meter tiefen ungesicherten Schächten nach dem Edelmetall.

Das westafrikanische Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Immer längere Dürreperioden erschweren den Menschen die Selbstversorgung durch Landwirtschaft. Gleichzeitig ist das Bildungsniveau niedrig und die Bevölkerung wächst rasant. Jobs, die eine Familie ernähren können, sind rar.

In der Hoffnung auf ein besseres Leben und um der extremen Armut zu entkommen, schuften die Kinder 12 bis 14 Stunden am Tag in den Goldminen, statt in die Schule zu gehen. Die Arbeit ist hart, schmutzig und gefährlich. Es gibt wenig Luft und Einsturzgefahr - in den Stollen kommt es regelmäßig zu Unglücken.

Kinder, die sich schon von klein auf dort aufhalten, laufen Gefahr, nie eine Schulbildung zu erhalten. Das mangelnde Vertrauen in das Bildungssystem bewegt außerdem viele Jugendliche dazu, die Schule zu verlassen und eine vermeintlich aussichtsreichere Arbeit in den Goldminen aufzunehmen.

Bildung statt harter Arbeit: ehemalige Kinderarbeiter gehen zur Schule

terre des hommes will zur Abschaffung der Kinderarbeit in den Minen Burkina Fasos beitragen und hat dafür gemeinsam mit einer Partnerorganisation ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen: Es richtet sich an mehr als 1.200 Kinder und Jugendliche in der Region Centre-Nord – und an ihre Familien. Denn nur wenn Erwachsene in der Lage sind, die Existenz zu sichern, können Kinder zur Schule gehen. Diese erhalten Trainings zu Themen wie Viehzucht und Saatgut. Außerdem werden gezielt Frauen in der Verarbeitung lokaler Produkte geschult und mit Mikrokrediten unterstützt.

Den ehemaligen Kinderarbeitern soll der Übergang in den neuen Alltag möglichst leicht gemacht werden: Sie bekommen eine Starthilfe in Lernzentren, bevor sie in das staatliche Schulsystem integriert werden. Für Jugendliche bietet das Projekt unterschiedliche Ausbildungsprogramme an. In den Gemeinden wird zudem umfassend über die Gefahren der Kinderarbeit in den Goldminen aufgeklärt. Denn früher oder später wird der Traum vom goldenen Glück zum Albtraum. Die Chance, der Armut zu entkommen, haben Burkina Fasos Kinder und Jugendliche nur mit einem Schulabschluss.

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