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Wir unterstützen Kinder in Namibia

Namibia, das bis zu seiner Unabhängigkeit 1990 »Südwestafrika« hieß, ist mit seinen 2,2 Millionen Einwohnern auf ca. 825.000 Quadratkilometern Fläche eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im fruchtbaren Norden oder in Städten wie Windhuk und Swakopmund.

1,5 Prozent der namibischen Bevölkerung gehören zum Volk der San – häufig auch abwertend »Buschmänner« genannt. Die San sind die älteste Bevölkerungsgruppe Namibias und traditionell ein Volk der Jäger und Sammler. Sie leben mehrheitlich im Norden des Landes, viele sind heute auf Farmen als Arbeiter angestellt. In der namibischen Gesellschaft sind sie benachteiligt, vernachlässigt und marginalisiert, oft leben sie in extremer Armut. In Namibia gilt das Prinzip der kostenlosen Grundschulbildung für alle. Doch zur Schule zu gehen bedeutet für viele San-Kinder, manchmal bis zu 20 Kilometer zurücklegen zu müssen. Die vom Staat angebotene internatsähnliche Unterbringung ist für viele jedoch eine große Hürde. Auch die Vorschrift, eine Schuluniform zu tragen und in Englisch, Afrikaans oder einer der lokalen Mehrheitssprachen dem Unterricht folgen zu müssen, erschwert ihnen den Schulbesuch und sorgt für hohe Abbruchquoten.

Ihre Ansprechpartnerin

Claudia Berker
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-166
c.berker@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Bildung und Stärkung der Kinder und Jugendlichen der San

terre des hommes fördert eine Vielzahl von Initiativen im Rahmen des Programmes für die San: die Übersetzung von Materialien in ihre Muttersprachen (!Kung und Khwedam), Jugendclubs zum stärkeren sozialen Zusammenhalt zwischen den San und anderen Gemeinschaften sowie politische Einflussnahme auf die namibischen Behörden zur Anerkennung der San als wichtigen Akteur in der Entwicklungskommission des südlichen Afrikas (SADC).

Die Arbeit unserer Partnerorganisationen erreicht mehr als 10.000 San-Kinder und junge Erwachsene im Alter zwischen einem und 27 Jahren. In den drei Regionen Namibias, in denen wir heute tätig sind, erhielten mehr als 3.000 Familien Frühförderungsangeboten; den Jugendlichen, die bisher nie die Chance hatten, eine Schule zu besuchen, wurde eine Ausbildung ermöglicht. In vorschulischen Einrichtungen und Grundschulen sank die Abbruchquote von 45 Prozent auf null, wie eine stichprobenartige Untersuchung unter San-Kindern 2014 bis 2015 ergab. Erfolgsfaktoren hierfür war ein Mentor-Programm für die Kinder durch Mitglieder der San-Gemeinde, die Übernahme der Schulgebühren sowie die Organisation eines Transportes nach Hause an Wochenenden und in den Ferien. Zudem ist die Schule ist ein wichtiger, wenn nicht gar der einzige Ort, an dem die Kinder eine vollwertige Mahlzeit erhalten. Zusätzlich werden in der Schule auch Spielstunden angeboten. Sie locken die Kinder an und machen die Schule attraktiv, fördern aber auch ihre Persönlichkeitsentwicklung: Durch Spiel verbessern Kinder ihre Lernfähigkeit und bauen Stress ab.

Ausblick

Zukünftig möchte terre des hommes die Qualität der Bildungsangebote für San-Kinder und -Jugendliche verbessern, um ihre effektive und inklusive Teilhabe in der namibischen Gesellschaft zu fördern. Auch bleibt es unser Anliegen, bessere Zugänge zu Bildung zu schaffen, um ihre zukünftigen Entwicklungschancen zu erhöhen.


Projektbeispiele

Ausweg aus dem Teufelskreis

SAN-Familien in Namibia leben noch immer in einem Teufelskreis aus Armut und Ausgrenzung. Dem können sie nur entkommen, wenn ihre Kinder zur Schule gehen und die Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Dabei hilft WIMSA. mehr

Ein Recht auf Spielen

Spielen ist wichtig für die körperliche und seelische Entwicklung – und ist ein Menschenrecht für jedes Kind. In Namibia leben viele Familien in armen und sehr beengten Verhältnissen. Die neuen Spielzeug-Bibliotheken bieten Orte, um für ein paar Stunden einfach Kind zu sein.  mehr

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