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Giftige Erde: Im bleiverseuchten Kabwe setzt sich terre des hommes für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt ein

Ausgangssituation

Kabwe, die zweitgrößte Stadt in Sambia, ist mit Blei verseucht. Denn hier wurden über hundert Jahre lang Eisenerze ohne Rücksicht auf die Umwelt abgebaut und Staubpartikel mit Schwermetallen ließen sich auf dem Boden nieder. Heute wird in dem Bergwerk und dem Schmelzwerk nicht mehr gearbeitet, aber zurückgeblieben ist eine Stadt, die vergiftet ist von Bleikonzentrationen in Boden und Wasser. Blutuntersuchungen haben ergeben, dass die Bevölkerung mindestens doppelt so viel von dem Gift in ihren Adern hat als normal wäre. Der toxische Nachlass hat besonders auf die Kinder schwerwiegende Auswirkungen: Bleivergiftung kann zu Erinnerungsverlust, Sprachstörungen, Magenproblemen und Entwicklungsverzögerungen führen.  

Die terre des hommes-Partnerorganisation

Im Projekt arbeiten zwei Organisationen zusammen: Pure Earth (früher bekannt als Blacksmith Institute) ist eine Non-Profit-Organisation, die die Lösung von Umweltproblemen in armen Ländern zum Ziel hat. Dabei wird auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso Wert gelegt wie auf die Teilhabe und Zustimmung der betroffenen Bevölkerung. Environment Africa ist eine Umwelt- und Entwicklungsorganisation, die seit acht Jahren mit terre des hommes zusammenarbeitet.

Maßnahmen und Wirkungen

Besonders belastete Grundstücke von rund 200 Familien sind von den Schwermetallen befreit worden: Vergiftete Erde wurde abgetragen und durch neue ersetzt. Gleichzeitig wird mit Flyern und Postern darüber aufgeklärt, welche Auswirkungen zu hohe Bleiwerte auf den Körper haben und wie man vorbeugen kann – zum Beispiel durch regelmäßiges Staubwischen mit einem feuchten Lappen oder getrenntes Waschen der Kleidung, wenn man sich in der Nähe der alten Halden aufgehalten hat. Auch Lehrer und Schüler werden ausgebildet und als Multiplikatoren eingesetzt, die in Öko-Clubs an 30 Schulen der Umgebung aktiv sind.

Herausforderungen und Planungen

Die Ergebnisse des Projekts sowie auch eine begleitende Studie sollen der sambischen Regierung und der Weltbank vorgelegt werden, die ein neues Programm zur Überwindung der Bergbau-Umweltfolgen in Kabwe planen.  Was getan werden muss und kann, ist durch das Pilotprojekt verdeutlicht worden. Zu klären ist jedoch, wer letztlich die Verantwortung für die Gesundheit der Menschen und die damit verbundenen Kosten übernimmt.

Eine Reportage über die Situation in Kabwe finden Sie hier

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