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Kindgerechte Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge

Viele Kinder kommen ohne ihre Eltern als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland - vor allem aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Irak. Die Minderjährigen fliehen vor Verfolgung und Krieg in ihrer Heimat, wegen Perspektivlosigkeit, aber auch aus Angst vor Zwangsrekrutierung als Soldat, vor Prostitution oder Zwangsverheiratung Es dauert oft Jahre, bis sie in Deutschland einen sicheren Aufenthaltsstatus erhalten, sofern ihnen dieser überhaupt gewährt wird. Viele von ihnen sind aufgrund von Erlebnissen im Herkunftsland oder während der Flucht traumatisiert, haben ihre Eltern verloren oder in lebensbedrohlicher Situation zurücklassen müssen.

Um Kindern, die allein in Deutschland einreisen, sofortigen Schutz und eine qualifizierte und kindgerechte Unterstützung zukommen zu lassen, führt terre des hommes in Kooperation mit dem Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge und dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht ein groß angelegtes bundesweites Projekt durch. Das Projekt wurde im Januar 2015 gestartet. Ziel ist, die Betreuungssituation von unbegleiteten Minderjährigen nachhaltig zu verbessern und dem stetig wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

In einem breit angelegten Schulungs- und Beratungsangebot sollen innerhalb von drei Jahren rund 2.000 Personen aus dem Bereich der Jugendhilfe und der Vormundschaften, aus Betreuungseinrichtungen und an Familiengerichten gezielte Schulungen in allen Bereichen erhalten, die für die minderjährigen Flüchtlinge und ihren weiteren Lebensweg in Deutschland entscheidend sind: rechtliche Rahmenbedingungen für Schule und Ausbildung,  Altersfestsetzung bei Minderjährigen, Umgang mit Traumatisierung, Sprachproblematik und die Arbeit mit Dolmetschern sowie umfassende Kenntnisse in den Bereichen Asylverfahren und Aufenthaltsrecht.

Darüber hinaus soll das Projekt die Vernetzung der verschiedenen beteiligten Berufsgruppen fördern, da nur ein intensiver Austausch aller Akteure zu einer Weiterentwicklung und wirklichen Verbesserung der Aufnahme und Betreuung der Minderjährigen führt.

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