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Ungarn: FabLab – Kompetent in eine selbstbestimmte Zukunft

Ausgangssituation

Győr gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Ungarns. Aber nicht alle profitieren davon. Die Jugendarbeitslosigkeit ist drei Mal so hoch wie die allgemeine. Vor allem Roma-Jugendliche werden häufig benachteiligt. Und während der Arbeitsmarkt immer mehr technologisches Wissen verlangt, haben sich die Lehrpläne der öffentlichen Schulen kaum verändert. Wer zu Hause keinen Zugang zu technischen Geräten hat, hat keine Chance, diese Kompetenzen zu entwickeln. Der »Digital Divide«, die digitale Kluft, wächst – und damit bestehende Ungleichheiten.

Die terre des hommes-Partnerorganisationen

Die Pressley Ridge Stiftung bietet Kindern und Familien in schwierigen Situationen psychosoziale Hilfe und unterstützt Schulen dabei, besser auf die Bedürfnisse ihrer Schüler*innen einzugehen.

Die terre des hommes-Schwesterorganisation terre des hommes Europe schützt und unterstützt Minderjährige in fragilen sozialen und politischen Kontexten in Europa.

Maßnahmen und Wirkungen

Kinder und Jugendliche, die in Heimen leben, aus armen Familien kommen oder der Roma-Minderheit angehören, erhalten im FabLab Győr Zugang zu Technologien und neuen Perspektiven. FabLabs (abgeleitet von »Fabrication Laboratory«) sind offene Werkstätten.

In Győr können die Jungen und Mädchen mit professionellen Geräten wie 3D-Druckern oder Arduino-Boards technische Fähigkeiten erlernen. Sie entwickeln eigene Produkte – und Selbstbewusstsein. Denn das FabLab ist mehr als ein Ort der Technik: Die Teilnehmer*innen erfahren, was sie selbst bewirken können, lernen, im Team zu arbeiten und auch dann nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren, wenn es mal schwierig ist.

Immer wieder arbeiten Studierende und externe Fachkräfte im FabLab mit. Auch eine psychosoziale Fachkraft unterstützt die Kinder und Jugendlichen, reflektiert mit ihnen gemeinsam den Lernprozess und bespricht bei Bedarf persönliche Probleme.

Pressley Ridge und terre des hommes Europe organisieren zudem zwei Feriencamps. So erhalten Kinder und Jugendliche aus anderen Regionen Ungarns ebenfalls die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten auszuprobieren.

Herausforderungen und Planung

In Ungarn stehen Nichtregierungsorganisationen (NRO) zunehmend unter staatlicher Beobachtung. In den vergangenen Jahren verabschiedete die Regierung mehrere NRO-Gesetze, die die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteur*innen deutlich erschweren. Um Projekte dennoch erfolgreich umsetzen zu können, arbeiten terre des hommes und die Partnerorganisationen eng mit Gemeindezentren und Organisationen der Jugendhilfe zusammen. Die breite Verankerung in der lokalen Zivilgesellschaft spielt eine wichtige Rolle für Erfolg und Nachhaltigkeit der Projekte.

Das Projekt wird von der Volkswagen-Belegschaftsstiftung unterstützt.

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