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Hilfe für Flüchtlingskinder im Irak

Im Irak sind rund drei Millionen Menschen auf der Flucht. 2017 setzte die Rückeroberung der vom IS besetzten Stadt Mosul durch die Koalition aus kurdischen Peshmerga und irakischen Soldaten eine weitere Flüchtlingswelle in Gang, vor allem in die Gebiete der Autonomen Republik Kurdistan. Nach dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum ist die Koalition zerbrochen, es finden wieder Kämpfe in den umstrittenen Gebieten statt. Erneut müssen Menschen fliehen, eine Rückkehr ist für viele Familien unmöglich. terre des hommes leistet mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit Hilfe für die Flüchtlingsfamilien, insbesondere für die Kinder. Mit dem Projekt in Erbil und Dohuk werden insgesamt 5.000 Kinder in vier Flüchtlingscamps und fünf Gemeinden mit über 4,2 Millionen Euro unterstützt.

Damit Kinder aus den Flüchtlingsfamilien wieder lernen, ihren Alltag zu meistern, werden psychosoziale Lern- und Freizeitangebote geschaffen. Da ein großer Teil der Flüchtlinge in den Städten lebt, hat terre des hommes seine Hilfszentren in benachteiligten Stadtgebieten errichtet, in denen ebenso die Flüchtlinge wie auch andere Bedürftige von den Angeboten profitieren. Die gerechte Verteilung hilft, das angespannte Verhältnis der verschiedenen Gruppen zu überwinden.

Sichere Räume für Kinder

Dafür werden im terre des hommes-Projekt Sozialarbeiter und Lehrer in Themen wie Kindesschutz und Kinderrechten weitergebildet. Durch dieses gezielte Training wird sichergestellt, dass die Kinder vor Missbrauch geschützt sind und altersgerechte Angebote erhalten. Darüber hinaus werden die Kinder identifiziert, die schwere Symptome psychischer Belastungsstörungen zeigen – sie werden an psychologische Fachkräfte und spezialisierte Organisationen weitervermittelt. Zudem werden im Rahmen des Projektes Kinder- und Jugend-Traumatherapeuten ausgebildet, die es im Nordirak bisher nicht gab. Eltern und Erziehungsberechtigten erreicht das Projekt mit regelmäßigen Aufklärungskampagnen zu Kindesschutz, Menschenrechten und Gesundheitsthemen.

Das Ziel des Projekts ist es, ein Therapie-Angebot für traumatisierte Kinder und ihre Familien zu schaffen. Vor allem Patienten mit schwerwiegenden Gewalterfahrungen erhalten eine adäquate und zeitnahe Behandlung. Die Patienten sollen lernen, mit ihren traumatischen Erfahrungen umzugehen und den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen. Viele Kinder mussten mitten im Schuljahr fliehen und haben mehrere Jahre keinen Unterricht besucht. In Kooperation mit dem Bildungsministerium hat terre des hommes gemeinsam mit anderen Organisationen das Projekt »back to school« gestartet. Es ermöglicht Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft wieder die reguläre Schule zu besuchen, wenn sie einen Aufnahmetest bestehen. Für die Vorbereitung bietet terre des hommes an allen Standorten informelle Unterrichtseinheiten in arabischer, englischer und kurdischer Sprache an.

Bitte spenden Sie für die Kinder im Krieg und auf der Flucht! 

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