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Respekt vor Mutter Erde: Ceprosi bringt indianisches Wissen an die Schulen

Ausgangssituation

Traditionelles indianisches Wissen wird in den Landgemeinden der Provinz Canchis in der Region Cuzco nur noch von wenigen genutzt. Gleichzeitig ist die Achtung vor der Natur zurückgegangen, mit Wasser und Müll wird oft sorglos umgegangen. Dabei hält indianisches Wissen vieles bereit, was Folgen des Klimawandels – wie extreme Wetterlagen – und damit Nahrungsmittelunsicherheit abfedern kann: zum Beispiel die Nutzung der vorhandenen Vielfalt an angepasstem Saatgut.

Die terre des hommes-Partnerorganisation

Ceprosi (Centro de Promoción y Salud Integral) ist eine Nichtregierungsorganisation, die seit ihrer Gründung 1998 in der interkulturellen Bildungsarbeit tätig ist. Fachkräfte für zweisprachige Erziehung, andine Landwirtschaft und Gemeindesozialarbeit sind bei Ceprosi tätig. Die Rechte der Quechua-Kinder stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten, an denen Jungen wie Mädchen aktiv beteiligt werden. Seit einigen Jahren gibt es einen intensiven Austausch mit dem Erziehungs- und dem Kulturministerium und mit der Regionalbehörde für natürliche Ressourcen. Ceprosi kann auf einen Fundus didaktischer Materialien, Unterrichtseinheiten und Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer zurückgreifen, die in Pilotschulen in acht Jahren kontinuierlicher Arbeit erprobt wurden.

Maßnahmen und Wirkungen

Ceprosi hat in sechs Schulen der Provinz Canchis ein Lernmodell entwickelt, das das in den staatlichen Schulen von Cusco etablierte Curriculum um interkulturelle handwerkliche und landwirtschaftliche Lerninhalte sowie den sorgsamen Umgang mit der Natur ergänzt. An den Pilotschulen sind 80 Lehrerinnen und Lehrer in lokal angepasster Umwelterziehung fortgebildet worden, wobei an das traditionelle ökologische Wissen der andinen Bevölkerung angeknüpft und entsprechendes didaktisches Material erstellt wurde. Nach wie vor gibt es an den Pilotschulen Kurse über traditionelles Handwerk, Musik und Heilpflanzen, auf gesundes Schulessen wird großer Wert gelegt. Schulgärten sind angelegt, werden von Schülern und Eltern gemeinsam bewirtschaftet und machen anschaulich, welche Vielfalt an gesunden Nahrungsmitteln in den Anden wachsen kann.

Dieses erfolgreiche Unterrichtsmodell soll nun auf die ganze Region Cusco ausgeweitet werden, indem die 80 Lehrerinnen und Lehrer aus den Pilotschulen an der Fortbildung von 870 weiteren Lehrern aus der Region Cuzco beteiligt und später in staatlich organisierten Fortbildungen eingesetzt werden. Die Zahl der Schulgärten soll auf 80 wachsen. Zur Verankerung des Modells werden Tagungen sowie Eltern-, Jugend- und Lehrergruppen organisiert, die auf die Schulbehörde und kommunale Autoritäten Einfluss nehmen. Hinzu kommen organisierter Erfahrungsaustausch, Praktika in den Pilotschulen und ein jährliches Treffen mit Kindern, Eltern, Lehrpersonal, Fachleuten von Nichtregierungsorganisationen und Behörden aus dem In- und Ausland.

Herausforderungen und Planung

Eine Herausforderung ist die Nachhaltigkeit des Projektes nach Ende der Förderung: Die fortgebildeten Lehrerinnen und Lehrer sollen den interkulturellen Unterricht nach Projektende auch ohne Unterstützung weiterführen. Auf den Schuläckern sollen Ergebnisse sichtbar sein, die zur Weiterarbeit motivieren. Über Seminare und Austauschtreffen wird das institutionelle Umfeld, insbesondere die Schulbehörde angesprochen, damit diese sukzessive die Kosten für die Umsetzung des Curriculums und künftige Lehrerfortbildungen übernimmt. Schon während des Projektes sollen Eigenbeiträge in Form von Arbeit oder Kostenübernahme eingebracht werden.

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