Sie sind hier:

Hilfe für Dürreopfer in Maharashtra/ Indien

Indien leidet zurzeit unter einer der schlimmsten Dürreperioden der letzten Jahrzehnte, Millionen Menschen sind vom Wassermangel betroffen. Zwar sind Dürrephasen in bestimmten Monaten nicht ungewöhnlich, da der Monsunregion genügend Wasser bringt, um die Menschen auch in Trockenphasen zu versorgen. Doch blieben die notwendigen Niederschläge bisher aus. Experten führen dieses Phänomen auch auf den globalen Klimawandel zurück.

Ausgetrocknete Brunnen und sinkende Grundwasserspiegel zwingen viele Bauern dazu, sich für den Kauf von Saatgut, Dünger, Wasser oder Lebensmitteln hoch zu verschulden.

Besonders betroffen von der Dürreperiode ist im Moment die indische Region Maharashtra. Im Distrikt Marathwada starben bereits 300 Menschen an den Folgen der Dürre. In anderen Regionen steigt die Zahl der Opfer ebenfalls. Der größte Stausee der Region ist ausgetrocknet.

terre des hommes hilft
terre des hommes ist seit vielen Jahren in der von der Dürre betroffenen Region Maharashtra tätig. Unsere Partner engagieren sich dort für die Rechte von Frauen und die Förderung von marginalisierten Kindern und Jugendlichen durch die Schaffung von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die seit Monaten herrschende Dürre bestimmt nun aber den Lebensalltag der Menschen.

Um die Überlebensmöglichkeiten der Familien zu verbessern, hilft terre des hommes durch folgende Maßnahmen:

  • Sicherung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser        
  • Errichtung von Wasserspeichermöglichkeiten
  • Gesundheitsversorgung    
  • Schutzzentren für Kinder
  • Verteilung von Saatgut zur Ernährungssicherung  

In einer Analyse wurden 40 besonders bedürftige Dörfer in den Distrikten Latur, Sholapur und Hingoli identifiziert, die über terre des hommes Unterstützung erhalten. Die Unterstützung von 30 Dörfern ist bereits angelaufen und finanziell gesichert. Nun soll mit Hilfe von terre des hommes ein Unterstützungsprogramm für weitere zehn Dörfer starten. Mit der geplanten Maßnahme soll sichergestellt werden, dass zusätzlich mehr als 1.800 Familien ihren täglichen Wasserbedarf decken können.  

Wasserversorgung
Mit dem Beginn des Monsunregens wird Ende Juni gerechnet. Bis dahin sind die Familien auf die Verteilung von zusätzlichem Trinkwasser angewiesen. Dafür werden Wassertanker zur Versorgung der Regionen eingesetzt. Bis zum Beginn des Monsunregens können die Dörfer so täglich mit 7.000 Liter Wasser versorgt werden. Allein durch diese Maßnahme kann erreicht werden, dass jedes Familienmitglied  mindestens drei Liter Trinkwasser pro Tag erhält. Bis Ende Juni sollen in der Projektregion zehn Wasserspeichertanks funktionsfähig sein, in denen das Wasser des kommenden Monsunregens gespeichert werden kann.  

Darüber hinaus werden in den kommenden Wochen zehn bereits bestehende Wasserauffangbecken gereinigt und funktionsfähig gemacht. Sie werden dann als zusätzliche Reserve für das Auffangen des Regenwassers dienen. Wasser wird nicht nur für die Versorgung der Dorfbewohner benötigt, sondern auch für die Bewässerung der Äcker und zur Versorgung des Viehs.

Medizinische Versorgung
Viele Menschen leiden an den Folgen des Flüssigkeitsentzugs. Der Flüssigkeitsmangel führt häufig zu Infektionserkrankungen. Mehr als 5.000 Menschen soll nun der Zugang zu Gesundheitsdiensten und zur medizinischen Versorgung ermöglicht werden.

Auch die indische Regierung beteiligt sich mit Unterstützungsprogramm, um die Folgen der Dürre zu lindern. Doch leider kennen viele der marginalisierten Menschen diese Programmen nicht. terre des hommes bietet deshalb Workshops an, in denen über die Programme und die Möglichkeiten der Beantragung informiert wird.

Schutzzentren
Schwierig ist die Situation vor allem für Kinder. Sie sind besonders auf ausreichendes Trinkwasser angewiesen. Nur so können Folgeschäden der Austrocknung verhindert werden. Vor allem Mädchen müssen häufig in den Familien bei der Wasserbeschaffung aus entlegenen Quellen helfen. Die Folge: Sie können nicht mehr regelmäßig am Schulunterricht teilnehmen.
Für Kinder werden nun zehn Schutzzentren (safe spaces) eingerichtet. Hier finden sie nicht nur Schutz vor der Hitze. Ihnen werden in den Zentren auch Möglichkeiten der Freizeitgestaltung angeboten, die eine Abwechslung vom beschwerlichen  Alltag bieten. In Kursen erfahren sie auf spielerische Weise mehr über die Ursachen und Folgen der Dürre. Sie erhalten aber auch praktische Hinweise, wie sie bei der Speicherung von Wasser helfen können und welche wassersparenden Anbaumethoden es in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft gibt.

Ernährungssicherung  
Viele Farmer in der Projektregion bauen Monokulturen an, die große Mengen Wasser verbrauchen. Vor der nächsten Aussaat sollen die Betroffenen bei Informationsveranstaltungen mehr über die Risiken der bisherigen Bewirtschaftung und über traditionelle, ökologische und wassersparende Anbaumethoden erfahren. Viele haben bereits aufgrund der Dürre ihre Ernten und das Saatgut zur Kultivierung für die nächste Saison verloren. Ihnen droht nun die Gefahr, dass sie nicht mehr für die ausreichende Ernährung ihrer Familien sorgen können. Um dem entgegenzuwirken,  stellt terre des hommes besonders bedürftigen Farmern kostenloses Saatgut zur Verfügung. 

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von terre des hommes mit Ihrer Spende.

19-05-2016

Zum Seitenanfang