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Indonesien und der Plastik-Alptraum

Die Flut ist kaum zu stoppen: Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Kunststoff in unsere Meere. Auch an Land ist Plastik vielerorts zur Bedrohung für Mensch und Natur geworden. Zu den größten Verursachern von Plastikmüll gehört Indonesien. »Oft erzählen uns die Fischer, dass sie mehr Plastik als Fisch fangen«, sagt Leo Marbun, Mitarbeiter einer von terre des hommes unterstützten Umweltorganisation. Die nicht endende Flut von Plastikmüll ist mittlerweile zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit der Kinder geworden, denn immer mehr Mikropartikel von Plastik finden sich im Fisch, einem Hauptnahrungsmittel in Indonesien.

Um etwas gegen die Plastik-Müllberge zu unternehmen, haben fünf indonesische Partnerorganisationen Nusantara (SMN) die landesweite Kampagne »#NoPlastic!« ins Leben gerufen. Mit dabei ist auch die indonesische Jugendorganisation Suara Muda, in der sich junge Menschen engagieren, die mithelfen wollen, die Umwelt zu schützen. Durch Aufklärungsarbeit, Müllentsorgungskonzepte und Recyclingprogramme wollen sie den Plastikverbrauch bis zum Jahr 2023 um 50 Prozent zu reduzieren. Ein hoch gestecktes Ziel, denn ein Großteil des Plastikmülls besteht aus den im Land beliebten Einwegverpackungen, und eine funktionierende Müllentsorgung gibt es in Indonesien nicht.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf den Regionen Sumatra, Java, Sulavesi und dem Urlaubsparadies Bali, wo die Plastiklawine mittlerweile auch für die Tourismusbranche zum echten Problem geworden ist.

Der tägliche Kampf gegen den Müll

Dort entwerfen Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Lehrkräften in den Schulen Unterrichts- und Informationsmaterialien mit Anleitungen, wie der Plastikverbrauch eingedämmt und der Müll recycelt werden könnte. Um das ökologische Bewusstsein der Menschen zu wecken und sie über die Gesundheitsgefahren von Plastikrückständen in Wasser und Nahrungsmitteln aufzuklären, sprechen sie mit den örtliche Behörden und mit aufgeschlossenen Unternehmen, um mit ihnen Lösungen für ein besseres Müllmanagement mit Abfall-Sammelstellen zu finden. In Workshops und bei kommunalen Veranstaltungen wird für den Kampf gegen die Müllberge geworben, dabei erhalten die Teilnehmer praktische Hilfen und lernen Alternativen zur Nutzung von Plastik kennen.

Inzwischen beteiligen sich mehr als 2.300 Kinder, 130 Lehrkräfte und 150 Haushalte aktiv an der Kampagne »#NoPlastic!«

Für viele Kinder und Jugendliche, die sich an den Müllsammelaktionen beteiligten, hat die Arbeit auch noch einen lohnenden Nebeneffekt. Stolz erzählt die 16-jährige Revan H. Siregar: »Jeden Tag laufe ich nach der Schule meine fünf Kilometer lange Strecke ab, um den Müll einzusammeln. Anschließend sortiere ich ihn und bringe ihn zu einer Sammelstelle. Das Geld, was ich dafür kriege, darf ich dann für mich behalten.«

 

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