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Ein Kinderrechte auf eine gesunde Umwelt

Wer sich auf politischer Ebene mit Anwaltschaftsarbeit für Kinderrechte einsetzt, dass sich Verhalten und Einstellungen ändern, dass strukturelle Reformen ergriffen oder politische Vereinbarungen umgesetzt werden, braucht Geduld, Weitsicht und tiefere Kenntnis des Politikfelds. Ebenso ist die Fähigkeit gefragt, auf neue Situationen flexibel reagieren zu können, denn im Einsatz für die Kinderrechte entwickeln sich immer wieder neue Herausforderungen, denen sich terre des hommes stellen muss. Dies sind in zunehmendem Maße Umweltkrisen, die nicht nur einzelne Staaten betreffen, sondern zu einer globalen Problematik geworden sind. Klimawandel, Luftverschmutzung, Zerstörung von Ökosystemen – immer sind die Kinder von den Folgen besonders betroffen.

Mit dem »Internationalen Jugendnetzwerk« unterstützt terre des hommes seit langem Jugendliche in aller Welt, die sich für die Umwelt einsetzen. terre des hommes hat sich als eine der ersten Organisationen auf politischer Ebene für eine Stärkung des Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt stark gemacht. Die Kinderrechtskonvention von 1989 ist dafür ein wesentlicher Bezugspunkt. Doch das inzwischen 30 Jahre alte Dokument bietet nicht alle Antworten auf die drängenden gegenwärtigen Umweltherausforderungen. Darum setzen wir uns für die Erarbeitung neuer kinderrechtlicher Standards ein, die das Recht auf eine gesunde Umwelt klar formulieren und fordern. Im Jahre 2016 haben wir es geschafft, das Thema auf die Agenda der Vereinten Nationen zu setzen. Gemeinsam mit dem Kinderrechtsausschuss, dem Überwachungsorgan für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention, organisierte terre des hommes eine globale Konferenz und diskutierte die Umweltrechte von Kindern mit relevanten Akteuren.

Seither arbeiten wir daran, das Verhältnis von Kinderrechts- und Umweltschutz herauszuarbeiten und damit die Grundlagen für neue Standards zu setzen. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist, dass mehrere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen mittlerweile das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt in ihren Berichten an den Menschenrechtsrat aufgenommen haben.

Im März 2018 stellte UN-Sonderberichterstatter John Knox seinen Bericht zur Stärkung des Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt vor, dessen Erstellung terre des hommes aktiv durch inhaltliche Beiträge und die Durchführung einer Expertentagung unterstützt hat. Zusammen mit dem offiziellen Bericht ist auch eine kinderfreundliche Version erschienen, die terre des hommes in Kooperation mit UN Environment und der Queen’s University auf den Weg gebracht hat In ihr erfahren Kinder anschaulich, wie sie ihre Rechte in der Umweltpolitik einfordern können.

Ein weiteres Anliegen von terre des hommes ist es, die Bedeutung eines Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck haben wir im November 2018 ein mehrjähriges Projekt gestartet, in dessen Rahmen terre des hommes-Partnerorganisationen bis zum Jahr 2021 Diskussionsforen zu diesem Thema in allen Weltregionen ausrichten. Sie sollen einen Austausch und gemeinsames Lernen ermöglichen aber auch lokales Wissen zu praktischen Erfahrungen im Umgang mit Umweltproblemen zusammentragen. Die aus diesem Prozess gewonnenen Erkenntnisse sollen in eine globale Erklärung für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt münden, die terre des hommes in Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie allen Interessierten erstellen wird. Sie ist die Grundlage für die gemeinsamen Anstrengungen aller Regierungen zum Schutz gegenwärtiger und künftiger Generationen von Kindern. An der Initiative von terre des hommes sind unter anderem UNICEF, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, der World Wildlife Fund for Nature (WWF) sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit beteiligt.

Die Glaubwürdigkeit der Anwaltschaftsarbeit von terre des hommes für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt fußt ganz wesentlich auf Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unseren Projekten. Die terre des hommes-Partnerorganisationen, die die Projekte durchführen, setzen sich mit einer großen Bandbreite von Umweltfragen auseinander. Je nach lokalem Kontext reicht dies von Wasserknappheit über den Kampf gegen den allgegenwärtigen Plastikmüll bis hin zum Schutz von Wäldern und anderen lebenswichtigen Ökosystemen. Neben der Bewusstseinsbildung und einer kritischen Reflektion des menschlichen Umgangs mit seiner natürlichen Umwelt steht dabei vor allem praktisches Engagement für Kinder und Jugendliche im Vordergrund. Ob in Öko-Klubs, in der Schule oder landesweiten Jugendnetzwerken: Kinder machen sich auf vielerlei kreative Weise für ihre Umwelt stark.

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