Nostalgia de la Luz / Nostalgie des Lichts
Ein Film von Patricio Guzmán
Chile/Frankreich/Deutschland 2010

Astronomen aus vielen Ländern sehen von den Observatorien in der Atacamawüste ins Weltall. Was sie sehen, ist vergangen, und doch sagen diese vergangenen Sterne und Galaxien etwas über die Gegenwart und Zukunft aus.

Nicht weit davon entfernt graben Frauen mit bloßen Händen nach den Gebeinen ihrer Angehörigen, die in den Straflagern der Pinochet-Diktatur in der Atacamawüste umgebracht wurden. Sie können nicht an eine Zukunft für ihre Kinder denken, wenn das Geschehene ungeklärt und die Körper unauffindbar bleiben.

Die dritte Ebene des Films beschreibt die Suche der heutigen Regierung Chiles nach wirtschaftlichem Erfolg. Diese Suche findet weitgehend blind für die Vergangenheit statt. Blind für die Vergangenheit heißt nichts Gutes für die Zukunft.

Patricio Guzmán verknüpft in einem sehr ruhigen, poetischen Film diese drei Ebenen. Nicht aufdringlich analysierend, sondern tastend und suchend geht er der Frage nach, wie wichtig das Bewusstsein über die Vergangenheit für das Heute und für eine menschliche Zukunft ist. Der Zuschauer darf staunen über Gegensätze und verblüffende Verbindungen und Bilder atemberaubender Schönheit.


Patricio Guzmán wurde 1941 geboren und ist als Dokumentarfilmer bekannt geworden. Da er neben der chilenischen auch die spanische Staatsbürgerschaft hat, konnte er nach dem Putsch gegen Allende 1973 ausreisen und seinen dreiteiligen berühmtesten Film »Die Schlacht um Chile«  in Spanien fertigstellen. »Nostalgia de la Luz« ist zugleich Dokumentarfilm und poetische Lebensbilanz. Der Film hat Preise in Lateinamerika und Europa bekommen.


Rezension: Monika Huber

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