Daten und Fakten

Definition

Kindersoldaten sind:
 
»... alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden (…), darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt wurden.«
Definition nach den Pariser Prinzipien (2007), unterzeichnet von 105 Staaten, darunter Deutschland

In mindestens 20 Ländern wurden im Jahr 2015 Kinder als Soldaten eingesetzt. In Lateinamerika in Kolumbien (1), in Afrika in Mali, Nigeria, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia (8), in Asien im Jemen, Syrien, Israel/Palästina, Libanon, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar (Burma), Thailand, Philippinen (11) - Quelle: Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten
In mindestens 20 Ländern wurden im Jahr 2015 Kinder als Soldaten eingesetzt. In Lateinamerika in Kolumbien (1), in Afrika in Mali, Nigeria, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia (8), in Asien im Jemen, Syrien, Israel/Palästina, Libanon, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar (Burma), Thailand, Philippinen (11) - Quelle: Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten

Machen Sie mit: Unter 18 nie!
Auch in Deutschland werden jedes Jahr unter 18-jährige Jungen und Mädchen für die Bundeswehr rekrutiert, 2015 waren es 1515, ein neuer Höchstwert. Setzen Sie sich mit uns dafür ein, dass auch die Bundeswehr den internationalen 18-Jahres-Standard einhält und die Rekrutierung und Werbung von Minderjährigen stoppt. Unterzeichnen Sie unsere Petition an Ministerin von der Leyen.

Ursachen und Hintergründe der Rekrutierung von Kindersoldaten
Nach wie vor werden weltweit rund 250.000 Kinder in mindestens 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika von bewaffneten Gruppen und Armeen als Soldaten rekrutiert und im Kampf eingesetzt (siehe Weltkarte). Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt und militärisch gedrillt. Kinder sind leichter manipulierbar, gehorsamer und furchtloser als Erwachsene. Leichte und billige Kleinwaffen auch aus Europa und Deutschland ermöglichen es den Kriegsherren, auch junge Kinder an die Front zu schicken.

Lebenssituation der Kindersoldaten
Kindersoldaten werden von den Vorgesetzten als weniger wertvoll angesehen wie erwachsene Soldaten und an besonders gefährlichen Stellen an der Front eingesetzt, zum Beispiel als Spione, Vorhut oder Minensucher. Entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden. Oft werden sie durch Misshandlungen, Drogen oder Geld gefügig gemacht. Mädchen und Jungen werden häufig sexuell missbraucht.

Die langfristigen Folgen für das psychische und körperliche Wohl der Kinder sind katastrophal: Sie werden zu absolutem Gehorsam gezwungen, das Selbstbewusstsein schwindet, sie stumpfen gegenüber Grausamkeiten ab, werden traumatisiert und seelisch schwer verletzt.

Internationale Vereinbarungen

Neben der UN-Kinderrechtskonvention und dem Zusatzprotokoll Kinder in bewaffneten Konflikten wurden in den letzten Jahren wichtige Maßstäbe gegen die Rekrutierung von Kindern durchgesetzt. Dazu zählen:

  • die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, der unter anderem die Rekrutierung von Kindern als Kriegsverbrechen verfolgt
  • die Benennung eines Sonderbeauftragten der UN für Kinder in bewaffneten Konflikten und die Einrichtung eines Monitoring- und Berichtsverfahrens
  • eine Diskussion der Situation der Kinder bei Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates, bei Friedensmissionen und Friedensvereinbarungen.

Doch dies reicht bei weitem nicht aus, denn viele Regelungen werden in der Praxis nicht umgesetzt. Selbst schwerste Kinderrechtsverletzungen haben meist keine Konsequenzen, weder strafrechtlich noch auf internationaler oder diplomatischer Ebene. Dies gipfelte im Juni 2016 darin, dass Saudi-Arabien dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon drohte, es werde sämtliche Zahlungen an die UN einstellen, wenn es nicht von der sogenannten Liste der Schande der UN gestrichen würde. Dort war Saudi-Arabien nach massiven Bombardierungen von Krankenhäusern und Schulen im Yemen mit vielen zivilen Todesopfern, darunter vielen Kindern, gelistet worden. Ban Ki Moon stimmte zähneknirschend zu, machte diese Erpressung aber öffentlich. terre des hommes und viele andere NGOs protestierten, aber internationaler Druck blieb weitgehend aus, auch von wichtigen Partnerländern Saudi-Arabiens wie Deutschland. Stattdessen ist das Land weiter einer der größten Waffenimporteure der Welt und wird vor allem von den USA, Großbritannien und Deutschland massiv aufgerüstet – trotz schlimmster Menschenrechtsverletzungen auch im eigenen Land.

Generell war das Ausmaß an Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten im Jahr 2015 schockierend. Der UN-Sicherheitsrat und einflussreiche Länder wie Deutschland müssen dringend aktiv werden und dem Schutz von Kindern in Kriegsgebieten höchste Priorität geben.