Daten und Fakten

Definition

Kindersoldaten sind:
 
»... alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden (…), darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt wurden.«
Definition nach den Pariser Prinzipien (2007), unterzeichnet von 105 Staaten, darunter Deutschland

In mindestens 19 Ländern wurden im Jahr 2014 Kinder als Soldaten eingesetzt. In Lateinamerika in Kolumbien (1), in Afrika in Mali, Nigeria, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia (8), in Asien im Jemen, Syrien, Israel/Palästina, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar (Burma), Thailand, Philippinen (10) - Quelle: Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten
In mindestens 19 Ländern wurden im Jahr 2014 Kinder als Soldaten eingesetzt. In Lateinamerika in Kolumbien (1), in Afrika in Mali, Nigeria, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia (8), in Asien im Jemen, Syrien, Israel/Palästina, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar (Burma), Thailand, Philippinen (10) - Quelle: Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten

Ursachen und Hintergründe der Rekrutierung
Nach wie vor werden weltweit rund 250.000 Kinder in mindestens 19 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika von bewaffneten Gruppen als Soldaten rekrutiert (siehe Weltkarte). Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt, um dann zu Tätern gedrillt zu werden. Kinder sind leichter manipulierbar, gehorsamer und furchtloser als Erwachsene. Leichte und billige Kleinwaffen auch aus Europa und Deutschland ermöglichen es den Kriegsherren, auch junge Kinder an die Front zu schicken.

Lebenssituation der Kindersoldaten
Kindersoldaten werden von den Vorgesetzten als weniger wertvoll angesehen wie erwachsene Soldaten und an besonders gefährlichen Stellen an der Front eingesetzt, zum Beispiel als Spione, Vorhut oder Minensucher. Entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden. Oft werden sie durch Misshandlungen, Drogen oder Geld gefügig gemacht.

Die langfristigen Folgen für das psychische und körperliche Wohl der Kinder sind katastrophal: Sie werden zu absolutem Gehorsam gezwungen, das Selbstbewusstsein schwindet, sie stumpfen gegenüber Grausamkeiten ab und werden traumatisiert und sind emotional verwahrlost.

Internationale Vereinbarungen

Neben der UN-Kinderrechtskonvention und dem Zusatzprotokoll Kinder in bewaffneten Konflikten konnten in den letzten Jahren wichtige Maßstäbe gegen die Rekrutierung von Kindern durchgesetzt werden. Dazu zählen:

  • Die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, der unter anderem die Rekrutierung von Kindern als Kriegsverbrechen verfolgt
  • Die Benennung eines Sonderbeauftragten der UN für Kinder in bewaffneten Konflikten 
  • Eine deutlich stärkere Beachtung der Situation der Kinder bei Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates, bei Friedensmissionen und Friedensvereinbarungen.

Doch dies reicht bei weitem nicht aus, denn viele Regelungen werden in der Praxis nicht umgesetzt.