Ein Wechselbad von Gefühlen lösten die Berichte von Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung aus. Erschrecken, Empörung und Hoffnung fanden an dem Abend Raum. Zum Auftakt verlas Markus Bollen einen erschütternden Brief zweier junger Mädchen aus Ghana, die auf ihrer Flucht ums Leben kamen. Anna Weber von der Terre des Hommes-Geschäftsstelle berichtete von der Situation in den Unterkünften für Geflüchtete: lagerähnliche Unterkünfte, fehlende psychologische Betreuung sowie unzureichende Spiel- und Bildungsangebote. Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen: Viele Kinder werden innerhalb von zwei Monaten eingeschult und nach Möglichkeit gemeinsam mit ihren Familien in Wohnungen untergebracht.
Der stellvertretende Bürgermeister Corvin Kochan würdigte das Engagement der zahlreichen Organisationen in Bergisch Gladbach. Konkrete Einblicke in ihre Arbeit gaben Imam Adnan Ljura von den islamischen Gemeinden, Khazar Bagheri vom JugendMigrationsdienst und Margret Grunwald-Nonte von christlichen und kommunalen Initiativen. Maesam Taee aus Afghanistan schilderte zudem eindrucksvoll die Herausforderungen und Chancen, denen sich junge Migrant*innen stellen.
Im Anschluss vertieften die Gäste die vorgestellten Themen gemeinsam mit den Referent*innen in kleinen Gruppen. Die Veranstaltung prägten bewegende Berichte, zugleich aber auch ermutigende Beispiele engagierter Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung in der Stadt Bergisch Gladbach.
Veranstalter: Terre des Hommes-Gruppe Bergisch Gladbach in Kooperation mit Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln, Bündnis gegen Rassismus und für Vielfalt, DAIK e.V. (Deutsch-Albanisch-Islamisches Kulturzentrum Bergisch Gladbach e.V.), JugendMigrationsdienst Rhein-Berg, Stadtbücherei Bergisch Gladbach
Kontakt: Dr. Renate Vorwerk, Terre des Hommes-Gruppe Bergisch Gladbach, bergisch.gladbach@tdh-ag.de