Deutschland: Mit Fußball für ein faires Miteinander
In Sachsen nutzt ein Terre des Hommes-Partnerprojekt die verbindende Kraft des Fußballs – mit Spielregeln, bei denen Fairness genauso viel zählt wie das Toreschießen.
Miteinander zu spielen ist besser, als gegeneinander anzukämpfen: Mit dieser einfachen Idee setzen sich Terre des Hommes-Partnerorganisationen seit Jahren für Zusammenhalt, Frieden und Demokratie ein – auf den Straßen São Paulos in Brasilien, in Chile, Kenia, Kambodscha und Kolumbien. In Deutschland hat sich das Prinzip in Hannover, Braunschweig und Ingolstadt bewährt.
2025 startete nun eine neue Projektphase rund um Zwickau, Chemnitz, Dresden und Leipzig, die Begegnung, inklusives Lernen und gemeinsames Engagement von Kindern und Jugendlichen ermöglicht. In Sachsen erfahren junge Menschen mit unterschiedlichen Biografien und Lebenswelten oft Ablehnung und kennen ein Gefühl der Perspektivlosigkeit und des ständigen Gegeneinanders.
Gemeinsam mit sechs Schulen gibt die Terre des Hommes-Partnerorganisation »KICKFAIR« mehr als 600 Kindern und Jugendliche die Möglichkeit, den Umgang mit Vielfalt zu lernen und über das gemeinsame Gestalten ein soziales Miteinander an der Schule zu entwickeln. Dadurch werden Barrieren abgebaut und Vorurteile überwunden. Jugendliche lernen wichtige Kompetenzen, entwickeln sich persönlich und werden Teil einer demokratischen Gemeinschaft, die sie selbst aktiv mitgestalten. Sie tanken Selbstvertrauen und verstehen, wie viel sie gemeinsam bewirken können.
»Ich kann mich super beim Organisieren einbringen. Fußball ist eigentlich gar nicht so meins. Aber ich bin ganz gut darin, Sachen für Kleinere zu planen, und hier habe ich gemerkt, dass mir das echt Spaß macht.«
Drei Halbzeiten für ein faires Miteinander
Türöffner ist der Fußball: Es gibt Straßenfußball-Treffs, Turniere und ein Liga-System für die Schulpausen. Gespielt wird stets in drei Halbzeiten, gemischten Teams und ohne Unparteiische. In der ersten Halbzeit verhandeln die Teams ihre Fairnessregeln. In der zweiten spielen sie nach diesen Regeln. In der dritten Halbzeit besprechen sie, wie gut die Regeln eingehalten wurden – und vergeben dafür Punkte, die ebenso viel zählen wie geschossene Tore.
Dieser Prozess wird von Teamer*innen, selbst Jugendliche mit vielfältigen Biografien, begleitet. Sie spielen eine wichtige Rolle: Die Teamer*innen sorgen dafür, dass alle Spaß am Spiel haben. Sie moderieren Konflikte und werden mit der Zeit zu Mentor*innen für die Jüngeren.
Viele, die sich im Projekt engagieren, wollen dies danach auch weiter tun: Als »Youth Leader« nehmen sie die nächste Stufe und tragen Respekt und Teamgedanken über das Spielfeld hinaus weiter – in die Schule, den Freundeskreis, die Gemeinde.
10.06.2025