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Wir sind arbeitende Kinder – hört uns endlich zu!

Dialogue Works: Perspektiven von arbeitenden Kindern

Sie sind nicht stumm. Nicht hilflos. Nicht allein. Sie sind Akteur*innen eines globalen Wandels. Die Fotos auf diesen Seiten zeigen Kinder und Jugendliche, die arbeiten, die kämpfen und ihre Zukunft selbst gestalten. Ihre Forderung: »Wir sind arbeitende Kinder – hört uns endlich zu!«

Diese Botschaft ist das Herz der Kampagne »Dialogue Works« – eine Initiative von Terre des Hommes und der Kindernothilfe, gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seit Jahren begleitet sie Kinderkomitees weltweit dabei, ihre Erfahrungen als arbeitende Kinder auch auf politischer Ebene sichtbar zu machen. In diesem Jahr wurde das Projekt im Rahmen des »Global Network on Child Participation« erweitert und ausgebaut.

Im Fokus des Projekts stehen Kinder, die mit unfairer Behandlung, Armut, Ausbeutung oder Gewalt konfrontiert sind – und denen oft auch die Mög lichkeit fehlt, gehört zu werden. Ihre Geschichten zeigen, dass Teilhabe Wirklichkeit wird, wenn Kinder ernst genommen werden. Sie erinnern uns daran: Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz, auf Bildung, auf eine Kindheit frei von Ausbeutung.

Interview mit Loonivia aus Nepal

Looniva ist 17 Jahre alt und kommt aus Nepal. Bereits seit frühester Kindheit arbeitet sie. Sie ist Mitglied eines Children Advisory Committees (CAC), das im Namen des Global Network on Child Participation arbeitende Kinder und Jugendliche auf politischer Ebene vertritt. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen und Forderungen:

Wie läuft ein normaler Tag bei dir ab? 

An einem normalen Tag stehe ich auf, erledige Haus arbeiten. Dann gehe ich zur Schule. Wenn ich zurück komme, erledige ich weitere Hausarbeiten. Ich stehe morgens um fünf auf und arbeite dann drei bis vier Stunden am Morgen und etwa drei Stunden am Nach mittag. Wenn ich mit den Hausarbeiten fertig bin, ma che ich meine Schulaufgaben. Zur Schule gehe ich von zehn bis um 14 Uhr.

Welchen Job hast du? Und was magst du an diesem Job?

Ich bin Hausmädchen und arbeite bei meinen Ver wandten. Ich kann vieles tun, was mir wichtig ist, zum Beispiel zur Schule gehen und lernen, an den CAC Sitzungen teilnehmen und vieles mehr. Das sind die Dinge, die ich an meinem Job mag.

Wie viele Stunden arbeitest du in einer normalen Woche?

In einer normalen Woche arbeite ich ca. 42 Stunden, dazu kommt die zusätzliche Arbeit an den Samstagen.

Was denkst du über arbeitende Kinder? Was brauchen sie am meisten? 

Arbeitende Kinder können nicht in einem Wort be schrieben werden. Es können Kinder sein, die arbeiten müssen, um eine Mahlzeit am Tag zu haben, oder es sind Kinder, die einfach nur ihren Eltern helfen wollen. Oder solche, die aus Eigeninteresse arbeiten. Sie alle brauchen Unterstützung von den Erwachsenen, um ihre grundlegenden Rechte wahrnehmen zu können.

Was können Politiker*innen tun, um die Lebensum stände arbeitender Kinder zu verbessern? 

Politiker*innen sind auch Interessenvertreter*innen für arbeitende Kinder. In Nepal, aber auch in vielen anderen Ländern, gibt es eigentlich gute Gesetze gegen Kinder arbeit, und es scheint, sie könnten die Kinderarbeit insgesamt abschaffen. Aber sie werden nicht wirklich angewandt, was sehr schlimm ist. Die Politik sollte dafür sorgen, dass die Gesetze angewandt werden und den Eltern Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, damit die Kinderarbeit deutlich verringert werden kann.

Fast 138 Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten. Manche pflücken Tee, Kaffee- oder Kakaobohnen, andere knüpfen Teppiche und nähen Kleidungsstücke, brechen Steine oder schürfen nach Metallen und anderen Rohstoffen.

Wie viele Kinder sich aus Armut und Ausbeutung befreien können, hängt auch davon ab, was hier bei uns in den Einkaufswagen und (Online-)Warenkörben landet. Unsere kostenlose Broschüre »Konsum ohne Kinderarbeit« ermutigt Konsument*innen, nach Produkten Ausschau zu halten, die nicht durch Kinderhände geerntet, hergestellt oder transportiert wurden. Und sie gibt einen Überblick über Anbieter, Siegel und Produktalternativen des Fairen Handels.

Zur Broschüre