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Stimmen aus der Praxis

Fachtagung zur GEAS-Reform

Vertreter*innen unserer Partnerorganisationen aus Griechenland, Polen und Spanien sowie Kolleg*innen von Center for Legal Aid – Voice in Bulgaria und Terre des Hommes Italia waren zu Gast in Berlin. Gemeinsam mit Brot für die Welt haben wir bei der Fachkonferenz »Kinderrechte an den EU-Außengrenzen und die GEAS-Reform« diskutiert, wie die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) umgesetzt wird und was das konkret für geflüchtete Kinder bedeutet.

Die Berichte aus den Partnerländern zeigen: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. Kinderrechte werden an den EU-Außengrenzen noch viel zu oft übergangen.

  • In Polen setzt die Regierung vor allem die restriktivsten Elemente aus dem Migrationspakt um – eine „Rosinenpickerei“, die den Schutz von Kindern schwächt und ihre Rechte einschränkt.
  • In Griechenland werden Kinder systematisch in Lagern inhaftiert. Besonders erschütternd: Ein neunjähriges Kind wurde dort von anderen Jugendlichen misshandelt und erst nach dem Eingreifen unserer Partnerorganisation aus der Haft entlassen.
  • In Bulgarien fehlen angemessene, kinderrechtskonforme Verfahren zur Altersfeststellung. Dadurch werden Kindern von Beginn an grundlegende Schutz- und Teilhaberechte verwehrt.

Gemeinsame Verantwortung – konkrete Strategien

Mit renommierten Expert*innen haben wir darüber beraten, wie die EU ihrer Verantwortung für Kinder an ihren Grenzen gerecht werden kann. Im Fokus standen:

  • politische Lösungen, die Kinderrechte an die erste Stelle setzen,
  • rechtliche Schritte, um Schutzlücken zu schließen,
  • und praktische Solidarität vor Ort – von psychosozialer Unterstützung bis zu Rechtsberatung.

Zum dreitägigen Programm gehörten neben der Konferenz auch Projektbesuche sowie Gespräche mit Bundestagsabgeordneten. So haben wir Expertise aus der Praxis direkt in die politische Debatte eingebracht.

Fazit

Zivilgesellschaftliche Organisationen müssen sich noch stärker vernetzen, einander unterstützen und gemeinsame Strategien entwickeln, um geflüchtete Kinder in Europa wirksam zu schützen. Kinderrechte dürfen an keiner Grenze Halt machen.