Nepal: Klimaschutz und Perspektiven für junge Menschen
Im abgelegenen Karnali in Nepal stärkt ein von Terre des Hommes Deutschland gefördertes Projekt die Widerstandsfähigkeit von Familien gegen Klimawandel und Armut. Ziel ist es, Klimaanpassungen zu ermöglichen, saisonale Migration zu verringern und jungen Menschen Perspektiven vor Ort zu geben.
Zwischen Gletscherschmelze und Ernteeinbruch
Nepal gehört zu den weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern, obwohl das Land kaum CO₂ emittiert. Steigende Temperaturen, veränderte Jahreszeiten, das Abschmelzen von Gletschern und veränderte Anbaumuster gefährden Ernten und Lebensgrundlagen. Es fehlt zunehmend Wasser. In der Provinz Karnali leiden fast 30 % der Haushalte unter mittlerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit. Diese ökologischen Belastungen treffen auf tiefe soziale Verwundbarkeiten — Diskriminierung, begrenzter Bildungszugang und die Praxis der Kinderheirat verstärken die Risiken für Kinder und Jugendliche.
Resiliente Dörfer, starke Jugend
Klimafreundliche Landwirtschaft gegen Armut und Abwanderung
In unserem Projekt mit SAHAS Nepal und KRIN setzen wir auf eine Mischung aus technischen Innovationen, klimaresilientem Saatgut und Schulungen sowie dem Empowerment junger Menschen. In lokalen Haushalten werden durch unser Projekt klimaschonende Kochherde und Wasserfilter eingeführt. Das Ergebnis ist besonders für Kinder und Frauen positiv: weniger Rauch, bessere Gesundheit und Lebensqualität.
In der Landwirtschaft fördert das Projekt klimaresiliente Anbaumethoden: Gewächshäuser, Bewässerungssysteme, biologische Pflanzenschutzmittel und Saatgut werden an tausende Kleinbäuerinnen und -bauern verteilt. Mehr als 300 Trainings zu klimaresilienter Landwirtschaft wurden bereits durchgeführt. Acht Anlagen zur Regen- und Grauwassersammlung helfen Familien in wasserarmen Gebieten.
Junge Menschen spielen eine aktive Rolle: 34 Jugendgruppen und 7 Kinderclubs setzen sich für Klimaschutz und Kinderrechte ein. Sensibilisierungskampagnen adressieren auch Themen wie Kinderheirat, geschlechterspezifische Gewalt, Menstruationstabus (chhaupadi) und Sanitärausstattung.
»Mit dem verbesserten Herd spare ich Zeit und bekomme weniger Rauch. Jetzt will ich zu Hause Gemüse anbauen, damit meine Familie besser isst. Ich ermutige auch meine Nachbarinnen, die neuen Herde zu nutzen.«
Zahlen und Wirkung
- 5.540 Landwirt*innen (davon 5.347 Frauen) erhalten Unterstützung in klimaresilienten Praktiken.
- 3.600 Bauernfamilien bekommen Saatgut; 270 Fässer mit biologischen Pflanzenschutzmitteln werden verteilt.
- 18 elektrische Reismühlen und weitere Technologien reduzieren die körperliche Belastung von Frauen.
- 34 Jugendgruppen und 7 Kinderclubs sind aktiv.
- Mehrere Gemeinden erklären sich offiziell zu Zonen ohne Kinderheirat.
Diese Maßnahmen verbessern nicht nur Erträge und Ernährungssicherheit, sondern schaffen auch Einkommensperspektiven vor Ort — ein wichtiger Faktor, um junge Menschen vom Wegzug Richtung Städte oder Ausland abzuhalten.
Dank an DACHSER
Die Fortschritte in Karnali sind möglich dank der Unterstützung von DACHSER. Das Engagement des Unternehmens ermöglicht technologische Lösungen, Trainings und die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen — und damit echte Chancen für Kinder, Jugendliche und Familien.