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Für eine Kindheit ohne Hunger

Indien: Gegen Hunger und Mangelernährung, für Kinder- und Frauenrechte

In Indien leben rund 104 Millionen Menschen in sogenannten »Scheduled Tribes« — indigenen Gemeinschaften, die eng mit der Natur verbunden sind und oft in abgelegenen Regionen wohnen. Für sie sind staatliche Dienste kaum erreichbar. Hunger gehört für viele Familien zum bitteren Alltag – besonders Frauen und Kinder leiden unter den Folgen. 

Betroffen sind unter anderem die Bezirke Kalahandi und Rayagada im Bundesstaat Odisha. Viele Familien haben nur neun Monate im Jahr genug zu essen. Ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren ist dort untergewichtig. Ein aktuter Eisenmangel betrifft zudem nahezu alle Mädchen und jungen Frauen. »Früher war ich ständig schwach und müde. Ich wusste nicht, warum«, erzählt die 19jährige Jayanti. Ihr Leben war von chronischem Eisenmangel geprägt: Kraftlosigkeit, Kopfschmerzen, fehlende Konzentration. Die Gründe: Auf den Feldern wächst vor allem Reis, ergänzt um das, was Natur und Wald bieten. Zwischen den Ernten beginnt für viele Familien die Hungerzeit. Gemüse und proteinreiche Lebensmittel sind selten. Hinzu kommt eine bittere Ungerechtigkeit: Frauen und Kinder essen oft zuletzt und am wenigsten.

 

 

Helfen, wo andere nicht hinkommen 

Unsere Partnerorganisationen DAPTA und Living Farms arbeiten direkt in den Dörfern, wo staatliche Hilfe nicht greift. Sie verbinden Familien mit staatlichen Lebensmittelprogrammen, bilden Netzwerke und kämpfen gegen die Ungerechtigkeit auf dem Teller. Ihr klares Ziel: Mehr als 5.000 besonders gefährdete Haushalte so zu stärken,  dass alle das ganze Jahr über genug zu essen haben. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln der »Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger« des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die seit 2014 den weltweiten Hunger bekämpft. 
 

Was wurde bisher erreicht? 

  • 4.100 Ernährungsgärten wurden bereits angelegt. Familien bauen darin selbst Blattgemüse, Hülsenfrüchte und nährstoffreiche Pflanzen an.
  • In 116 Dörfern werden akut mangelernährte Kinder überwacht.
  • Ernährungs-Workshops und Gruppen für Frauen und Jugendliche, in denen Wissen weitergegeben wird. Immer begleitet von Gesprächen über Geschlechtergerechtigkeit und Gesundheit. 

Die Schulungen der Partnerorganisationen haben Jayanti gezeigt, wie einfache Lebensmittel wie Blattgemüse, Linsen, Hirse und Eier einen Unterschied machen können. Innerhalb von sechs Monaten besserte sich ihr Zustand deutlich. Heute geht sie wieder regelmäßig zur Schule, ist Botschafterin des Programms und ein Vorbild für andere Mädchen. 

»Jetzt zeige ich anderen, wie wir auf unsere Gesundheit achten können. Wenn wir gesund sind, können wir lernen, später Arbeit finden und unsere Träume verwirklichen.« Jayantis Stimme ist ein lebendiger Beweis dafür, wie durch gezielte Unterstützung das Leben von Familien nachhaltig verändern werden kann.