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JUNTAS - gemeinsam!

Kolumbien: Vereint gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

 

Historische Ungerechtigkeiten, normalisierter Sexismus und Machismo, dazu die Folgen bewaffneter Konflikte und Vertreibungen: Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind in Kolumbien ein besonders tiefgreifendes Problem. Ein Bündnis von Organisationen hilft Mädchen und jungen Frauen, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Da sind die Behörden, die wegschauen. Da sind Betroffene, denen die Schuld zugeschoben wird. Und da sind Täter, die ungestraft davonkommen. Die normalisierte Gewalt an Kindern – besonders an Mädchen – und an Frauen ist in vielen Ländern der Welt ein großes Problem. In Kolumbien wird dieses Problem allerdings noch verstärkt: durch strukturelle Armut und fehlende Bildung, durch die Nachwirkungen jahrelanger bewaffneter Konflikte und Vertreibungen, durch einen Mangel an Schutzstrukturen und Rechtsbeistand, durch tief verankerten Sexismus und Machismo in weiten Teilen der Gesellschaft. 

Drei Terre des Hommes-Partnerorganisationen gehen gemeinsam dagegen vor: Die Mädchenrechtsorganisation Amiga Juven in Medellín, der Menschenrechtsverein Antorchas in der Region um Bolívar und die Plattform Drei Stimmen für den Frieden, die wiederum ein Netzwerk von mehr als 25 Organisationen in ganz Kolumbien vereinigt, darunter viele Kinder- und Jugendbündnisse. Das gemeinsame Ziel: Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt zu beenden und Gleichberechtigung für Mädchen und Frauen zu sichern.

»Alle Mädchen wollen, dass es keine Gewalt mehr gibt… Wir wollen Freiheit.«
Alejandra, 16 Jahre

Wie das Projekt wirkt

Projektlaufzeit: 01.12.2022 bis 31.12.2025

Erreichte Zielgruppe: 720 Mädchen und junge Frauen, 105 Jungen und junge Männer 

Mikro-Ebene
Positive Veränderung auf individueller Ebene

  • Rund 150 von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Mädchen und junge Frauen in Bolívar und 200 in Medellín wurden durch geschultes Personal betreut, um erlebte sexualisierte Gewalt verarbeiten zu können.
  • Zwei Weiterbildungszentren wurden eingerichtet, die von nun an jährlich 60 Mädchen, junge Frauen und junge Männer erreichen.
     

Meso-Ebene
Gestärkte Kapazitäten und Strukturen in Projektgemeinden

  • Über die Plattform »3 Stimmen für den Frieden« haben sich Mädchen in einem Bündnis zusammengeschlossen. Rund 100 Mädchen und junge Frauen sind beigetreten, die sich nun in ihren Vierteln und Gemeinschaften gegen Gewalt und für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.

 

Makro-Ebene
Wandel in den Rahmenbedingungen; Politik und gesellschaftlichen Strukturen

  • Politische Entscheider*innen geben an, ein deutlich besseres Verständnis von geschlechtsspezifischer Gewalt und ihren Folgen zu haben.
    (Dazu wurde unter anderem ein ein Gewaltfolgenbericht erstellt, der 29 Fälle sexualisierter Gewalt genau dokumentiert.)
  • Eine Melde- und Beobachtungsstelle für sexualisierte Gewalt wurde eingerichtet.

     
»Die Kinder, die zu uns kommen, haben ihre Einstellung geändert. Und was sie vorher für normal gehalten haben – eben den Machismo und die Gewalt gegen Frauen – das finden sie jetzt nicht mehr normal.«
Micel Cabarcas, 19 Jahre, kam als 5-Jährige zum ersten Mal mit RED Antorchas in Kontakt und leitet heute selbst Kinder- und Jugendgruppen im Projekt.