Protest vor dem Kanzleramt
Bündnis warnt vor Kürzungen bei Entwicklung und humanitärer Hilfe
Als Teil eines breiten Bündnisses von Entwicklungs- und Hilfsorganisationen hat Terre des Hommes heute bei einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt auf die dramatischen Folgen der geplanten Kürzungen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe hingewiesen.
Anlass ist die Verabschiedung des Kabinettsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027: Denn seit 2023 ist das Budget des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bereits um fast 20 Prozent gesenkt worden – auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Die Mittel für humanitäre Hilfe wurden gegenüber 2024 sogar halbiert. Damit machen Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe nur noch rund zwei Prozent des Bundeshaushalts aus. Dennoch soll weiter gekürzt werden.
Die Organisationen legen in einem gemeinsam erstellten Dossier dar, wie dramatisch die Folgen sind – wie etwa der Rückgang deutscher und internationaler Hilfsgelder in vielen Ländern der Welt die Gesundheitsversorgung verschlechtert, Hungerkrisen verschärft und so Millionen Menschenleben kostet. Das Dossier mit dem Titel »Der Preis der Kürzungen« macht unter anderem klar, dass die Finanzierungslücken bis 2030 zu schätzungsweise 9,4 bis 22,6 Millionen vermeidbaren Todesfällen führen werden – darunter etwa fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren.
Unter dem Motto »Menschenwürde im Ausverkauf« forderten die Organisationen bei ihrer Aktion eine grundlegende Kurskorrektur im Bundeshaushalt 2027 sowie die Einhaltung internationaler Finanzierungszusagen.