Sambia: Mandas Flucht aus der Demokratischen Republik Kongo
Manda war noch ein kleines Mädchen, als sie mit ihren Eltern und ihren fünf Geschwistern fliehen musste: Die Familie lebte in dem Dorf Pweto in der Demokratischen Republik Kongo. Der mineralreiche Osten des Landes ist seit über 30 Jahren von Konflikten geprägt. Zahlreiche bewaffnete Gruppen kämpfen dort um Macht und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen, was bis heute große politische Instabilität und immenses menschliches Leid mit sich bringt.
Manda erinnert sich noch genau an den Morgen, an dem sie gezwungen wurde, aufzubrechen: Plötzlich hörte sie Schüsse. Im nächsten Moment packte ihre Mutter sie, ihre kleine Schwester und alles, was sie greifen konnte, und sie flohen. Sie hatten kaum Zeit, darüber nachzudenken, wohin sie gehen sollten: Die Schüsse kamen immer näher, also rannten sie einfach nur in einen nahe gelegenen
Wald. Vier Tage lang wanderten sie durch unbekanntes Gelände. Sie ernährten sich von den Süßkartoffeln, die sie fanden, und tranken Wasser aus Bächen, das eigentlich nicht als Trinkwasser geeignet war. Für Manda als kleines Mädchen waren die langen Fußmärsche besonders anstrengend: Ihre Beine schwollen immer weiter an. Nach dem Grenzübertritt nach Sambia wurden sie von sambischen Soldaten empfangen, ins Kenani-Geflüchteten-Camp gebracht und schließlich in das Mantapala-Camp umgesiedelt.
»In Sambia habe ich wieder Hoffnung für meine Zukunft gewonnen: Ich bin dankbar für die Chancen, die Sicherheit und die Unterstützung. Ich lerne, ich wachse, und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann Teil von etwas Größerem sein kann.«
»Als wir dort ankamen, änderte sich plötzlich alles: Zum ersten Mal fühlten wir uns wieder sicher. Hier gibt es keinen Krieg, wir müssen keine Gewalt fürchten. Wir haben Zugang zu sauberem Wasser, es gibt genug zu essen, und ich kann zur Schule gehen«, erzählt Manda. Heute ist Manda 16 Jahre alt, lebt seit vielen Jahren im Camp und besucht die siebte Klasse der dortigen Schule. Die Terre des Hommes-Partnerorganisation Caritas Mansa bietet Kindern wie Manda und ihren Familien psychosoziale Beratung und emotionale Unterstützung an, damit sie ihre Traumata bearbeiten und mit ihnen leben können. Außerdem schafft Caritas Mansa ökonomische Perspektiven für junge Menschen auf der Flucht.
Wie Terre des Hommes Kindern auf der Flucht hilft
Mit unseren Projekten leisten wir weltweit Nothilfe, schaffen Schutzräume und ermöglichen Bildung sowie psychosoziale Unterstützung für geflüchtete Kinder und ihre Familien. Vor Ort arbeiten wir dabei mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die Kinder beim Ankommen begleiten und unterstützen. Gemeinsam mit ihnen und den jungen Menschen machen wir Druck auf die Politik, damit die Rechte und das Wohl geflüchteter Kinder geachtet werden. Die Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche in unseren Projekten weltweit machen, zeigen: Es braucht sichere Wege und Zuflucht für Kinder!
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