Südafrika: Bildung sichert Zukunft der Kinder
Jedes Kind hat das Recht auf Bildung – es ist einer der Grundpfeiler der UN-Kinderrechtskonvention. Doch noch heute können Millionen Kinder weltweit keine Schule besuchen. Der häufigste Grund ist Armut in der Familie: Es fehlt Geld für Schulbücher und Schuluniformen. Mit unter müssen Kinder arbeiten und mitverdienen, damit die Familie überhaupt über die Runden kommt.
Die Zukunftschancen eines Kindes hängen maßgeblich vom Bildungsniveau ab: Wo Bildung ein unerreichbarer Luxus ist, bleibt vielen Mädchen und Jungen der Weg zu einem selbst bestimmten Leben in Würde verbaut.
Themenfonds für Entwicklung und Entfaltung
Mit dem Themenfonds »Bildung sichert Zukunft« investiert die Gemeinschaftsstiftung Terre des Hommes in Bildungsprojekte. Mit den Fondserträgen werden gezielt benachteiligte Kinder gefördert: Sie erhalten Bücher und Schuluniformen, besuchen Vorschule und Kindergarten oder werden bei der Wiedereingliederung in Regelschulen unterstützt. Unsere Förderprogramme beginnen schon im Kindergartenalter und begleiten viele Mädchen und Jungen bis zu ihrem Schul- oder Berufsabschluss.
Mehr zu den Themenfonds und weitere Infos zur Gemeinschaftsstiftung Terre des Hommes in dem Jahresbericht 2025.
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Zum BerichtIn Südafrika wecken die Mathe-Clubs der Organisation »OLICO« spielerisch das Interesse am Rechnen – und eröffnen Kindern neue Perspektiven.
Diepsloot gehört zu den ärmsten Gemeinden Johannesburgs. Mehr als die Hälfte der Menschen im erwerbsfähigen Alter ist hier arbeitslos. Es ist ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt: Armut führt zu schlechter Bildung und schlechte Bildung zementiert die Armut. Eltern, die sich keine Privatschule leisten können, müssen ihre Kinder auf eine staatliche Schule schicken – doch dort ist die Unterrichtsqualität mangelhaft. Besonders drastisch zeigt sich das im Fach Mathematik: Von 1.000 Schulkindern in Diepsloot erreichen nur rund 70 eine Note, die sie für einen natur- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang oder eine entsprechende Ausbildung qualifiziert. Für die Kinder bleiben damit viele Türen in den Arbeitsmarkt von vornherein verschlossen.
Die Organisation OLICO setzt dem etwas entgegen: In sieben Grundschulen sind Mathe-Clubs entstanden, um Wissenslücken zu schließen, die Freude am Lernen zu wecken und Talente zu fördern. Und die Ergebnisse sprechen für sich.
Vutivi ist elf Jahre alt und besucht die fünfte Klasse. Mathe ist heute ihr Lieblingsfach – das war nicht immer so. Seit sie den Mathe-Club ihrer Schule besucht, liebt sie es, mit Zahlen zu jonglieren und knifflige Rätsel zu lösen. Es gibt immer neue unterhaltsame Spiele und Aktivitäten, die Vutivi fesseln. Zweimal in der Woche kommt sie direkt nach dem Unterricht hierher und lernt mit den anderen Kindern. Zuhause kann sie weitermachen: OLICO hat eine Mathe-App entwickelt, mit der die Grundrechenarten jederzeit, auch offline, spielerisch geübt werden können.
Lehrkräfte und Eltern lernen mit
Aktuell profitieren 1.800 Kinder im Alter von bis zu 12 Jahren von den Mathe-Clubs, die in den Räumen der Schule oder im OLICO-Gemeindezentrum stattfinden. Die Kinder sind über das ganze Jahr hinweg hochmotiviert dabei; die regelmäßige Teilnahme liegt bei über 80 Prozent. Doch nicht nur die Kinder profitieren von dem Programm: Junge Menschen werden geschult und als Betreuer*innen der Mathe-Clubs eingestellt. Die Mehrheit dieser jungen Erwachsenen studiert nebenbei, wobei einige eine Lehrer ausbildung absolvieren. Die Arbeit in den Clubs vermittelt ihnen dafür wichtige pädagogische Fähigkeiten.
»Ich mag das Mathelernen und die Wettbewerbe, die wir haben. Sie machen Spaß und machen das Lernen viel leichter.«
Ergänzend werden Familientage rund um das Thema Mathematik organisiert: Mehr als 1.000 Teilnehmende entdecken dabei durch interaktive Spiele und Experimente, wie spannend Zahlen und Formeln sein können. Und hier erfahren die Eltern auch, wie das spielerische Lernen im Alltag weitergeführt werden kann. Eine bestmögliche Unterstützung der Kinder ist damit sichergestellt.
Für das Programm mit dem Ansatz »Lernen durch Spielen« wurde OLICO im Jahr 2024 mit einem Preis beim »National Science and Technology Forum« ausgezeichnet. Die Ehrungen dieses Forums gelten als Südafrikas Wissenschafts- Oscar.