Empowerment durch Sport
Das Projekt unterstützt junge Menschen dabei, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die Kinder und Jugendlichen bringen ihre eigene Perspektive in das Spiel ein, legen selbst Regeln fest und entwickeln diese gemeinsam weiter. Durch Kommunikation werden die Kinder dabei unterstützt, sich zu organisieren und schaffen eine Fußballkultur, die sich klar gegen Diskriminierung und Aggression richtet. Dabei wird der Sport auch zum Türöffner für soziale Arbeit und schafft Raum, über Themen wie Gleichberechtigung und häusliche Gewalt zu sprechen.
In unserem Straßenfußball-Projekt in São Paulo wird diese Kultur der Gewaltlosigkeit und Geschlechtergerechtigkeit gelebt. Rund 1.500 Kinder und Jugendliche nehmen teil. Gespielt wird nach einem besonderen Drei-Halbzeiten-Prinzip:
1. Halbzeit: Vor dem Spiel besprechen die Kinder und Jugendlichen die Regeln und legen gemeinsam fest, was als faires Verhalten gilt.
2. Halbzeit: Es wird in gemischten Teams Straßenfußball gespielt.
3. Halbzeit: Nach dem Spiel sprechen die Teams über den Verlauf, besprechen Konflikte und vergeben bis zu neun Extrapunkte für Solidarität, Kooperation und Respekt, deshalb gewinnt nicht immer das Team mit den meisten Toren.
Eleison Leite, Koordinator bei unserem Partner Ação Educativa, schildert, dass die Kinder zu Beginn manchmal noch ungewöhnliche Regeln vorschlagen – etwa, dass man nicht in bestimmte Bereiche schießen dürfe oder nur dreimal passen könne. Mit der Zeit würden die Absprachen jedoch immer reflektierter: Dann gehören auch klare Grundsätze dazu, wie keine homophoben Sprüche und keine Gewalt. Weil die Kinder viel miteinander ins Gespräch kommen, entstehe so eine Spielkultur, die von Respekt geprägt ist – und mit spürbar weniger Aggression, Gewalt und Konkurrenz auskommt.
»Vieles hat sich für mich geändert, seit ich ins Projekt gekommen bin. Ich fühlte mich ein bisschen verloren und war oft traurig. Fußball wurde zu meiner Ablenkung. Straßenfußball ist mein Happy Place.«
Das Projekt wird durch ein Netzwerk mehrerer Partnerorganisationen umgesetzt, darunter Ação Educativa und „Meninas e Meninos de Rua“ im Großraum São Paulo. Dieses Projekt ist außerdem Teil des Programms „A Chance to Play“, mit dem die Belegschaft von Volkswagen gemeinsam mit dem Volkswagen Konzernbetriebsrat seit 25 Jahren Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt. In Kooperation mit Terre des Hommes werden so nachhaltige Angebote für junge Menschen weltweit gefördert.
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