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»Girls Wanna Have Fun-damental Rights«

Deutschland: Kreative Bildungsangebote für geflüchtete Mädchen


Geflüchtete Mädchen stehen in Deutschland vor großen Herausforderungen: Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung prägen für viele den Start im neuen Land. Sie müssen – aufgrund des Wohnungsmangels, aber auch aufgrund bürokratischer Auflagen – oft jahrelang in engen Unterkünften leben. Grundlegende Kinderrechte wie das Recht auf Privatsphäre und auf angemessene Bildung sind dort kaum umsetzbar. Oft fehlt schon ein passender Ort zum Spielen.

»Kein Kind ist rassistisch geboren.«


Über starke Mädchen und das Projekt »United Actions«: Statement der Projektgründerin Fatuma Musa Afrah Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2026.

Hinzu kommt der Rucksack der traumatischen Fluchterfahrung: Viele Mädchen aus Ländern wie Somalia, dem Iran, Syrien und Tschetschenien hatten schon in ihrer Heimat und auf der Flucht kaum die Freiheit, zu lernen und sich altersgerecht zu entwickeln. Die meisten haben Bildungsrückstände, manche sind traumatisiert. Nun, angekommen in einem neuen, fremden Land, bekommen sie zu wenig Hilfe, um die Fluchterfahrung zu überwinden, den Lernrückstand aufzuholen, sich zu entfalten. Selbst der Kontakt zu Gleichaltrigen wird durch die Wohnsituation erschwert. Eine Chance, frei zu spielen und die Freizeit zu gestalten, wie es für andere Kinder normal ist, haben viele schlichtweg nicht.


Die Aktivistin Fatuma Musa Afrah kennt diese Hürden: Mit ihrer Organisation »United Actions – Women & Girls e.V.« stärkt sie geflüchtete Mädchen und Frauen darin, diese zu überwinden: »Das Ziel unserer Arbeit ist es, zusammen mit den neu angekommenen Mädchen im ländlichen Raum in Brandenburg eine bessere, gerechtere Welt für alle zu schaffen.« 

Schritt für Schritt mehr Freiheit, Spaß und Selbstvertrauen

United Actions leistet zunächst Vertrauensarbeit, um die Eltern davon zu überzeugen, ihren Töchtern die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen. Unter dem Motto »Chai, Kreativität und Bewegung« wird den Mädchen dann einmal im Monat ein geschützter Raum geboten, in der Regel direkt im Aufenthaltsraum der Unterkunft. Hier können sie kreativ werden: Armbänder basteln, Malen, Collagen gestalten, aber auch tanzen und sich bei Bewegungsspielen austoben. 

An einem weiteren Nachmittag pro Monat stehen Ausflüge auf dem Programm, bei denen die Kinder die Umgebung erkunden. Sie werden dabei in die Planung und Gestaltung der Aktivitäten miteinbezogen und lernen, in der Gruppe mitzureden und mitzuentscheiden.

Die Mädchen bekommen so eine Abwechslung vom oftmals tristen Alltag – und Rückzugsorte, an denen sie sich wohlfühlen, Freundschaften knüpfen, ihr Selbstwertgefühl stärken und sich ausdrücken können. 

»Wir leisten Empowerment und Bildungsarbeit. Die Mädchen haben Spaß, fühlen sich sicherer. Und sie lernen, dass Frauen- und Kinderrechte verteidigt werden müssen.«
Fatuma Musa Afrah | Gründerin und Projektleiterin, United Actions – Women & Girls e.V.