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Hitzesommer machen krank, doch Kinder werden ignoriert

Klima-Anpassungskonzepte vernachlässigen Kinder


Neue Studie von Terre des Hommes und dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen


Hitzewellen schaden Kindern nachweislich – auch in Deutschland. Sie führen zu mehr Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und psychischen Belastungen. Dennoch bleiben Kinder und Jugendliche in der deutschen Klimaanpassung weitgehend unsichtbar. 

Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen im Auftrag von Terre des Hommes, für die Klimaanpassungskonzepte von Bund, Ländern und den zehn größten deutschen Städten ausgewertet wurden.

Kinderrechte fehlen als Maßstab, Beteiligung als Ausnahme

Die Auswertung zeigt: Deutsche Klimaanpassungskonzepte erkennen Kinder und Jugendliche zwar als verletzliche Gruppe gegenüber Hitze und UV-Strahlung an, vernachlässigen aber weitere klimabedingte Gesundheitsrisiken wie Starkregen, allergene Belastungen und psychische Erkrankungen. Kinderrechte - etwa das 2023 vom UN-Kinderrechtsausschuss bekräftigte Recht auf eine gesunde Umwelt - werden nicht als verbindlicher Maßstab genannt.

Direkt zur Studie (PDF)

Forderung: Von Schutzobjekten zu Akteur*innen

Vor dem Hintergrund, dass das Deutsche Klimaanpassungsgesetz die Bundesländer bis zum 31. Januar 2027 zur Vorlage von Klimaanpassungskonzepten verpflichtet, fordern Terre des Hommes und das Unabhängige Institut für Umweltfragen:

  • Zielgruppengerechte Beteiligung: Kinder und Jugendliche müssen bei der Erarbeitung, und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepte systematisch und altersgerecht eingebunden werden.
  • Alltagsräume als Beteiligungsorte: Kitas, Schulen, Spielplätze und Quartiere sollten nicht nur als kritische Infrastrukturen, sondern aktiv als Orte der Mitbestimmung und des Empowerments genutzt werden.
  • Bildung verankern: Lehrpläne müssen zielgruppengerechte Materialien zu Klimafolgen und Anpassungsmöglichkeiten enthalten - orientiert an der Allgemeinen Bemerkung Nr. 26 der Vereinten Nationen.
  • Umfassender Schutz: Kinder und Jugendliche müssen vor allen gesundheitlichen Risiken und sozialer Benachteiligung durch die Folgen des Klimawandels geschützt werden

Ihr Ansprechpartner

Jonas Schubert

Referent Advocacy