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Erinnerungen entführter ukrainischer Kinder

Artem, 15 Jahre


Artem stammt aus Kupjansk in der Region Charkiw. Nachdem russische Truppen die Stadt eingenommen hatten, wurde er – gemeinsam mit zwölf weiteren Kindern – in ein Militärfahrzeug gezwungen und verschleppt. 

Die Besatzer brachten die Kinder in ein Waisenhaus in Swatowe – auf dem Gebiet der von Russland besetzten, sogenannten »Volksrepublik Luhansk«. Zwei Monate lang wusste Artems Mutter nicht einmal, wo sich ihr Sohn befand.

Im Waisenhaus musste Artem in einem Keller auf schmutziger Bettwäsche schlafen. Einen besseren Schlafplatz sollte er sich »verdienen«: Er wurde gezwungen, zu arbeiten. 

Man gab Artem eine russische Militäruniform und zwang ihn zu militärischen Übungen. Er wurde unter Druck gesetzt, der russischen Armee beizutreten. Artem weigerte sich. 

Als seine Mutter endlich herausfand, wo man Artem festhielt, und zum Camp vordringen konnte, weigerte sich die Heimleitung zunächst, ihn freizugeben: Nach russischem Recht sei ihr das Sorgerecht entzogen worden. 

Zwar hatte die Ukraine Kupjansk inzwischen befreit, doch Luhansk war noch immer in russischer Hand. Erst durch die Rettungsmission einer Hilfsorganisation konnte Artem schließlich nach Hause und zu seiner Familie zurückkehren.