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Lebensmittel und Medikamente, Schutz und Heilung

Ukraine: Nothilfe für Kinder und Familien


Genug zu essen. Ein Dach über dem Kopf und ein sicherer Ort zum Spielen. Medikamente und ärztliche Versorgung, wenn man krank oder verletzt ist. Es sind Grundbedürfnisse, die für Millionen Kinder in der Ukraine Woche für Woche nicht sicher und selbstverständlich sind. Nach nun vier Jahren unausgesetzter Angriffe brauchen die Menschen im Land weiter dringend Nothilfe und Unterstützung.
 

Russland zerstört gezielt zivile Infrastruktur, schneidet den Menschen immer wieder den Zugang zu Strom, Heizung, Wasser, Internet und Telefon ab. Der Krieg hat zudem die größte Fluchtbewegung ausgelöst, die Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen hat: 3,7 Millionen Menschen sind laut UN-Statistiken innerhalb des Landes geflüchtet, mehr als 5,5 Millionen außerhalb der Landesgrenzen. Etwa 2 Millionen Kinder brauchen dringend humanitäre Hilfe.

»Es sind immer wieder die ganz dringenden Grundbedürfnisse, wie die Versorgung mit Wohnungen, Nahrungsmitteln und die Unterstützung in der Winterzeit.«
Lesya Levko Projektkoordinatorin der Hilfsorganisation »CAMZ«

»Leider ist der Bedarf weiterhin enorm, die unmittelbaren Folgen des Krieges abzumildern,« weiß auch Lesya Levko, Projektkoordinatorin der Hilfsorganisation »CAMZ«. »Es sind immer wieder die ganz dringenden Grundbedürfnisse, wie die Versorgung mit Wohnungen, Nahrungsmitteln und die Unterstützung in der Winterzeit.«

CAMZ, das »Committee of Medical Aid in Zakarpattya« ist Teil des Terre des Hommes-Gemeinschaftsprojekts zur »Verbesserung des Schutzes von Kindern in Notsituationen«. Das Projekt leistet direkte Nothilfe für Kinder und Angehörige: Helfende geben etwa Lebensmittel, Hygienepakete und Decken an Menschen in Not aus oder helfen Geflüchteten, Obdach zu finden. Auch Kinder-Betreuungseinrichtungen – Kinderheime, Krankenhäuser, Notunterkünfte – werden mit dringend benötigten Gütern versorgt. Zusätzlich schafft das Projekt neue Angebote der psychosozialen Unterstützung und Traumahilfe für Kinder – von Therapieplätzen bis hin zu Spiel- und Freizeitangeboten an sicheren, geschützten Orten.

Hilfe für mehr als 250.000 Kinder und Angehörige 


Als das Projekt anlief, lautete das ehrgeizige Ziel: die humanitäre Situation von mehr als 80.000 Menschen in der Ukraine zu verbessern. Inzwischen wurde dieses Ziel sogar um ein Vielfaches übertroffen: 259.496 kriegsgeschädigte Kinder, Familienangehörige und Betreuer*innen konnten Hilfe erhalten. 160.000 weitere sollen nun bis Ende 2026 noch hinzukommen.

»Ich tue alles das, was getan werden muss: Ich packe Lebensmittelpakete und verteile Windeln und Hygienesets, manchmal unterrichte ich Klassen oder helfe Lehrern und Trainern beim Unterricht mit Kindern.«
Dima, 19 Jahre | Dima hilft bei der »Kherson League of Social Workers« (Partner Vplyv Fund) in der Stadt Cherson. Er floh vor zwei Jahren aus den heute von Russland besetzten Gebieten der Ukraine.

Gefördert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland. Fünf Partnerorganisationen in der Ukraine – CAMZ, Vplyv Fund, NUMO, SiLab Ukraine und Yellow and Blue Wings Fund – haben sich dafür zusammengeschlossen und gemeinsam mit ChildFund Deutschland und Terre des Hommes wirksame Nothilfe-Strukturen und -Netzwerke geschaffen.

Das Projekt ist so in der Lage, Hilfen schnell und effektiv an die sich ständig ändernden Realitäten des Krieges anzupassen – und Möglichkeiten zu nutzen, wenn sie sich bieten. »Es ist immer noch ein Feuerlöschen. Es herrscht praktisch immer irgendwo ein Notfallbedarf und wir versuchen, mit unserer Nothilfe den Menschen zu helfen, die diese Hilfe gerade am dringendsten brauchen«, fasst Lesya Levko zusammen. »Wir danken allen, die die Ukraine in dieser schweren Zeit unterstützen.«

Fokus der Terre des Hommes-Nothilfeprojekte in 2026

  • Hilfe und Unterkünfte für Vertriebene
  • Medizinische Einrichtung für Krankenhäuser und Krankenstationen
  • Direkte Vergabe von Lebensmitel- und Hygienepaketen
  • Verteilung von lebenswichtigen Gegenständen wie Decken und Kochgeschirr
  • psychosoziale und traumatherapeutische Hilfe für Kinder und Angehörige: Einzel- und Gruppenberatung (online oder in Therapiesitzungen), traumainformierte Camps und Freizeitangebote
  • Trainings und psychologische Hilfe für Kinder- und Jugendbetreuer*innen, Eltern und Sorgeberechtigte
  • Aufbau und Unterstützung von kinder- und jugendfreundlichen Räumen und Zufluchtsorten