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Ungleichheiten nehmen zu: Folgen der Pandemie in Lateinamerika

Auch in Lateinamerika stand das Jahr 2020 ganz im Zeichen der Covid-19 Pandemie und der Tragödie des Verlustes von Hunderttausenden Menschenleben. Die Region ist besonders stark von der Verbreitung des Virus betroffen. Die Pandemie hat die meisten Länder der Region in eine schwere soziale und wirtschaftliche Krise gestoßen und gleichzeitig historische Ungleichheiten weiter vertieft.

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Krise

Vulnerable Bevölkerungsgruppen, wie vor allem Kinder, Jugendliche, Frauen, Menschen diverser sexueller Orientierungen und Identitäten (LGBTQI+), indigene und ethnische Minderheiten und Personen in Migrations- oder Fluchtsituation leiden besonders unter der Krise. Aufgrund häuslicher Quarantäne-Maßnahmen und der allgemeinen Krisensituation kam es insbesondere zu einem Anstieg gewaltsamer Erziehungsmethoden und häuslicher Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen. Auch genderbasierte und sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Frauen und Frauenmorde sowie gewaltvolle Übergriffe und die Ermordung von jungen Erwachsenen hat zugenommen.

In einer Studie, die im Rahmen des Projektes Interpaz entstand, kommen auch Kinder zu Wort: »Eine Veränderung der Realität der Jugendlichen könnte dadurch entstehen, dass es den Familien gelingt, aufgrund der Gewaltsituation, in der sie leben, mehr Vertrauen und Kommunikation untereinander zu fördern, zu wissen, dass sie das Recht haben zu leben, ohne misshandelt zu werden und zu lernen zu kommunizieren. Während der Pandemie gab es viele Fälle und vielleicht können wir einen Weg finden, um so viel Gewalt zu vermeiden.« Rosa, 16 Jahre, Nicaragua

Lesen Sie die Studie »Kinder und Jugendliche in Zeiten der Pandemie in Lateinamerika«.

Im Zeitraum von ca. Januar bis August 2020 wurden in den Projektländern Brasilien über 648 Frauenmorde verzeichnet, in Kolumbien 359, in El Salvador 84 und in Nicaragua 61. Gleichzeitig stehen seit dem Pandemieausbruch viele Anlauf- und Beschwerdestellen nur noch eingeschränkt zur Verfügung, was es für Betroffene noch schwieriger macht, Hilfe zu erhalten. Das regional angelegte Projekt INTERPAZ setzt sich mit unseren lokalen Partnerorganisationen in Brasilien, Nicaragua und Kolumbien für die Förderung einer Friedenskultur und Gewaltprävention, insbesondere der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung ein. Angesichts der mit der Situation verbundenen Herausforderungen und dem Anstieg der Gewalt reagierten unsere Partnerorganisationen unter anderem mit der Einrichtung von Notfall-Hotlines und -Betreuung, dem Aufbau von virtuellen Unterstützungsnetzwerken, Begleitung von Gewaltfällen und der Einrichtung von virtuellen Betreuungs- und Bildungsangeboten.

Download der Studie »Kinder und Jugendliche in Zeiten der Pandemie in Lateinamerika«

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